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15.11.2017
Pläne des Kultusministers zur Aufwertung des Lehrerberufs sind Schritt in die richtige Richtung

Heute erreichten die Briefe des Sächsischen Staatsministers für Kultus die Schulen des Freistaates. Minister Frank Haubitz lässt darin keinen Zweifel, dass er den Lehrerberuf in Sachsen generell aufwerten will. Seine geplanten Maßnahmen gehen deshalb über die Verbeamtung hinaus. Er beabsichtigt einen Ausgleich für Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund ihres Lebensalters nicht verbeamtet werden können sowie weitere wertschätzende Maßnahmen und Arbeitserleichterungen. Das sind langjährige Forderungen des Sächsischen Lehrerverbandes, die selbstverständlich Unterstützung finden. Jetzt sind Staatsregierung und Mehrheitskoalition gefordert, einen Paradigmenwechsel in der Landespolitik tatsächlich zu vollziehen.

„Die Untrennbarkeit von Verbeamtung und wertschätzenden Maßnahmen für die verdienstvolle Lehrergeneration ist der richtige Ansatz zur Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen.“, unterstreicht Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes.

Maßnahmen zur Anerkennung der Lebensarbeitsleistung von langjährig tätigen Lehrkräften müssen mit der geplanten Verbeamtung parallel umgesetzt werden. Lehrerinnen und Lehrer brauchen Entwicklungsperspektiven durch motivierende Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten und einen Ausgleich zum Einkommen verbeamteter Kollegen. Zudem erwartet der Sächsische Lehrerverband eine verbesserte Eingruppierung für Grundschullehrer.

Der Sächsische Lehrerverband fordert seit vielen Jahren Haushaltstellen zur Realisierung von Höhergruppierungen. Staatsminister Frank Haubitz signalisierte dem SLV bereits seine Unterstützung für Höhergruppierungsperspektiven in allen Schularten. Mit Blick auf die Haushaltsverhandlungen im Jahr 2018 sollte sich gerade bei dieser Forderung als auch bei der verbesserten Eingruppierung der Grundschullehrer endlich etwas bewegen. Eine niedrigere Bezahlung der Grundschullehrer ist in der heutigen Zeit nicht mehr gerechtfertigt, denn sie haben eine gleichwertige akademische Ausbildung und eine ebenso verantwortungsvolle Tätigkeit wie ihre Kollegen in anderen Schularten.

Außerdem sind weitere Gerechtigkeitslücken zu schließen, dazu gehören u. a. eine höhere Wertschätzung für Fachlehrer an Beruflichen Schulen und Förderschulen, für Ein-Fach-Lehrkräfte sowie für die Hauptausbildungsleiter für das Lehramt an Grundschulen.

Zur Bewältigung der stetig steigenden Aufgaben bei der Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder Migrationshintergrund, bei der Ausbildung des Lehrernachwuchses in hoher Zahl und der Qualifizierung von Seiteneinsteigern sind als Ausgleich dringend Arbeitserleichterungen notwendig. Der Sächsische Lehrerverband bekräftigt deshalb die vom Kultusminister angekündigten Entlastungen bzw. Aufgabenreduzierungen. Erste Maßnahmen müssen umgehend auf den Weg gebracht werden. Die angedachte Anerkennung der Klassenleitertätigkeit sowie einheitliche Stundensätze für Mehrarbeit begrüßt der Sächsische Lehrerverband.

10.11.2017
Einstellungen zum zweiten Schulhalbjahr

660 Lehrerstellen müssen in Vorbereitung des zweiten Schulhalbjahres neu besetzt werden. Davon sind 150 Stellen schulscharf ausgeschrieben, auf die sich nur grundständig ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer bewerben können. Die Bewerbungsfrist für das Einstellungsverfahren zum 1. Februar 2018 endet am 15. November 2017.

Der Sächsische Lehrerverband sieht große Probleme bei der Besetzung der Lehrerstellen. Aufgrund der Verlängerung des Vorbereitungsdienstes auf 18 Monate stehen zum 01.02.2018 weniger als 20 sächsische Absolventen dem Lehrerarbeitsmarkt zur Verfügung.

Die Ursache für den Mangel an ausgebildeten Bewerbern liegt in den Fehlern bei der Lehrerausbildung in der Vergangenheit, die teilweise bis heute nicht korrigiert wurden. Die Studienkapazitäten im Lehramt müssen den schulart- und fächerspezifischen Bedarfen in Sachsen Rechnung tragen. Bei der Bedarfsplanung sind der Anteil der Studierenden aus anderen Bundesländern und die Bestehensquote zu berücksichtigen. Außerdem sollen die Universitäten die Eignung der Bewerber beim Zulassungsverfahren zum Lehramtsstudium in Gesprächen feststellen. Weiterhin ist eine Verstetigung der Lehrerausbildung an der TU Chemnitz und deren Erweiterung auf weitere Schularten, vor allem Oberschulen und Berufsbildende Schulen, zwingend notwendig.

Der Sächsische Lehrerverband hat jahrelang vor dem Lehrermangel gewarnt und fordert seit 2010 zusätzliche Einstellungen zur Demografievorsorge. Das hat der Sparkurs des Freistaates Sachsen verhindert; die Folgen sind nun schmerzlich spürbar.

Die Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte in Sachsen sind trotz positiver Entwicklungen in den letzten Jahren immer noch nicht so konkurrenzfähig, dass mehr ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer aus anderen Bundesländern gewonnen werden können. Um den Lehrerberuf im Freistaat attraktiver zu gestalten, bedarf es Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten, einer verbesserten Eingruppierung der Grundschullehrer, Arbeitserleichterungen und eines Ausgleiches für das Nettolohndefizit, das infolge der Nichtverbeamtung auftritt.

Die Sächsische Bildungsagentur hat eine Liste an Schulen zusammengestellt, wo Lehrer gesucht werden. Die Stellenausschreibungen finden Sie hier

02.11.2017
Die generelle Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen ist dringend notwendig!

Die Sicherung der hohen Qualität des Sächsischen Schulsystems setzt die Gewährleistung der Unterrichtsversorgung im gesamten Freistaat durch qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer voraus. Vor dem Hintergrund der angespannten Bewerbersituation im Einstellungsverfahren zum 1. Februar 2018, in dem 660 Lehrerstellen zu besetzen sind, aber weniger als 20 Absolventen ihren Vorbereitungsdienst in Sachsen beenden werden, wird das die größte und schwierigste Herausforderung sein. Der Mangel an Bewerbern mit vollständiger Lehrerausbildung wird nicht kurzfristig zu beheben sein. Aber es müssen die Weichen richtig gestellt werden und wir brauchen darüber hinaus dringend eine „Zufriedenheitsoffensive“ für die Lehrergeneration, die den Freistaat seit Jahren auf Spitzenplätze internationaler und nationaler Vergleichsstudien geführt hat.

In den nächsten Wochen und Monaten müssen klare Handlungsziele und verlässliche zeitliche Perspektiven formuliert werden. Das ist alternativlos.

Dringende Maßnahmen sind: Höhergruppierungsmöglichkeiten bzw. Beförderungsämter in allen Schularten, die verbesserte Eingruppierung von Grundschullehrkräften, die Schließung der Nettolohnlücke zu verbeamteten Lehrkräften und die tatsächliche Umsetzung von Arbeitserleichterungen.

Außerdem sind weitere Gerechtigkeitslücken zu schließen, dazu gehören u. a. eine höhere Wertschätzung für Fachlehrer an Beruflichen Schulen und Förderschulen, für Ein-Fach-Lehrkräfte, sowie für die Hauptausbildungsleiter für das Lehramt an Grundschulen.

Des Weiteren muss die Vergütung von Mehrarbeitsunterrichtsstunden in Höhe eines anteiligen Tabellenentgelts erfolgen.

Weiterhin sind zwingend Maßnahmen gefragt, die mittel- und langfristig zur Entspannung der Bewerberlage beitragen. Konkret bedeutet dies Verbesserungen in der Lehrerausbildung; wenn hier kein Umdenken erfolgt, wird der Lehrermangel in ganz Sachsen auch in zehn Jahren noch bestehen.

Die universitäre Phase der Lehrerausbildung muss den schulart- und fächerspezifischen Bedarfen im Freistaat Sachsen Rechnung tragen. Bei der Bedarfsplanung ist zu beachten, dass Studierende aus anderen Bundesländern in der Regel nach dem Studium (ggf. nach dem Vorbereitungsdienst) in ihre Heimat-Bundesländer zurückkehren. Außerdem muss die Bestehensquote Berücksichtigung finden.

Der Freistaat Sachsen ist in der Verantwortung, die Lehrerversorgung langfristig zu sichern und braucht deshalb eine höhere Einflussnahme auf die Lehrerausbildung, einschließlich der Zulassung zum Lehramtsstudium. Sächsische Abiturienten dürfen bei der Zulassung zum Lehramtsstudium nicht länger benachteiligt werden.

Studierende und Referendare müssen von Beginn ihrer Ausbildung an mit zusätzlichen Anreizsystemen für die Aufnahme einer späteren Tätigkeit in Sachsen gewonnen werden.

Eine terminliche Harmonisierung von Studium, Vorbereitungsdienst und Einstellungstermin ist für die Lehrerversorgung unerlässlich und muss deshalb durch die Universitäten realisiert werden.

Der Sächsische Lehrerverband sieht es als dringend erforderlich an, dass die Kapazitäten der Lehrerausbildung in Chemnitz erhöht und Lehramtsstudiengänge an der TU Chemnitz für weitere Schularten etabliert werden.

Solange auf Seiteneinsteiger nicht verzichtet werden kann, muss deren Qualifizierung gesichert sein. Die Lehrerausbildung der Seiteneinsteiger (universitäre fachwissenschaftliche Ausbildung und Vorbereitungsdienst bzw. schulpraktische Ausbildung) muss für alle Schularten und in allen Fächern ermöglicht werden. Die Einstiegsqualifizierung muss zeitlich so geplant werden, dass sie mit Beginn des Schuljahres bzw. Schulhalbjahres abgeschlossen ist.

26.10.2017
Maßnahmenpaket der Staatsregierung vom 26. Oktober 2016:

Keine generelle Aufwertung des Lehrerberufs, Umsetzung zu langsam, aber einige wichtige Forderungen erfüllt

Am 26. Oktober 2016 legte die Staatsregierung ein mehr als 200 Millionen Euro schweres Maßnahmenpaket zur zukünftigen Lehrerversorgung im Freistaat vor. Es resultierte auch aus dem Handlungsdruck nach den gescheiterten Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Das Paket zur Lehrerversorgung enthielt viele der gewerkschaftlichen Forderungen aus den Spitzengesprächen. Verbesserungen betrafen insbesondere die Oberschulen, Grundschulen und Förderschulen. Außerdem wurde der Gewinnung des Lehrernachwuchses durch eine höhere Bezahlung im Vorbereitungsdienst und die Möglichkeit höherer Einstiegsgehälter begegnet. Nachdem das Maßnahmenpaket am 26.10.2016 durch die Staatsregierung beschlossen wurde, bedurfte es weiterer „Verhandlungen“ zwischen der Staatsministerin für Kultus und dem Staatsminister für Finanzen, die bis März 2017, in manchen Punkten sogar darüber hinaus, geführt wurden und einer zügigen Umsetzung sowie höherer Akzeptanz nicht dienlich waren.

Das Eingangsamt A 13 für Lehrkräfte an Oberschulen war eine längst überfällige Maßnahme zur Gewinnung des Lehrernachwuchses, nicht zuletzt aus den Reihen der Absolventen einer gymnasialen Ausbildung. Die Verbesserungen in der Eingruppierung von 1-Fach-Lehrern, die erfolgreich und langjährig mindestens zwei Fächer unterrichten, konnten eine Gerechtigkeitslücke schließen, auch wenn die Umsetzung erst nach einem Dreivierteljahr begann. Mit der Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung von Lehrerinnen und Lehrern der Grundschulen konnte Sachsen nicht wirklich ein Plus bei den Faktoren im Wettbewerb um den Lehrernachwuchs verbuchen. Auch beinhaltete das Paket keine spezifischen Maßnahmen für Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Schulen, obwohl die Lehrerversorgung für die Beruflichen Schulen und auch bei bestimmten Fachkombinationen der Gymnasien große Probleme bereitet. Bei der Nachwuchsgewinnung fehlte ein klares Bekenntnis zur Erweiterung der Lehrerausbildung an der TU Chemnitz auf die Lehramtsstudiengänge für Oberschulen und Berufliche Schulen sowie einer Erhöhung der Kapazitäten in der Grundschullehrerausbildung.

Das Maßnahmenpaket führte nicht zu einer generellen Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen. Das wird anhand unbesetzter Lehrerstellen und der bundesweit höchsten Seiteneinsteigerquote bei Neueinstellungen (53 Prozent) deutlich. Gleichwohl wurden mit dem Maßnahmenpaket einige Forderungen des SLV und seiner Spitzengewerkschaft dbb umgesetzt, die Gegenstand der Verhandlungen mit der Staatsregierung im Jahr 2016 waren.

Nach Verkündung des Maßnahmenpakets durch die Staatsregierung hatte der Sächsische Lehrerverband die Lehrerinnen und Lehrer über seine Inhalte informiert und im November 2016 eine Online-Mitgliederbefragung durchgeführt.

Fazit: So gut wie kein Befragungsteilnehmer hielt das Paket in seiner Gesamtheit für geeignet, die Lehrerversorgung zu sichern oder den Lehrerberuf in Sachsen generell aufzuwerten. Das hat sich bestätigt.

Um den Lehrerberuf im Freistaat attraktiver zu gestalten, bedarf es aus Sicht des Sächsischen Lehrerverbandes Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten, einer verbesserten Eingruppierung der Grundschullehrer, Arbeitserleichterungen und eines Ausgleiches für das Nettolohndefizit, das infolge der Nichtverbeamtung auftritt.

16.10.2017
Sachsen im IQB-Bildungstrend weiter vorn

 – Verdienste der Grundschullehrer müssen stärker honoriert werden 

Die Schülerinnen und Schüler der 4. Jahrgangsstufe an sächsischen Grundschulen sind in den Kompetenzbereichen Lesen und Zuhören im Fach Deutsch im bundesweiten Ländervergleich überdurchschnittlich gut. Das bestätigen die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends 2016, die am 13.10.2017 veröffentlicht wurden.

Das gute Abschneiden von Sachsens Schülern in diesem Ländervergleich ist vor allem ein Verdienst der Grundschullehrerinnen und -lehrer. Trotz des wachsenden Aufgabenumfangs, wie der Qualifizierung von Seiteneinsteigern, der Ausbildung des Lehrernachwuchses, der Einarbeitung schulartfremder Kollegen und der Integration der Flüchtlingskinder, führen sie ihre Schüler professionell und engagiert zu herausragenden Kompetenzen.
Im Gegenzug für ihre sehr gute Arbeit müssen sie mehr Wertschätzung erfahren. Deshalb fordert der Sächsische Lehrerverband seit vielen Jahren eine verbesserte Eingruppierung der Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen. Sie erfolgt in Sachsen nach EG 11, während Lehrkräfte mit vollständiger Ausbildung an anderen Schularten in EG 13 eingruppiert sind. Eine niedrigere Bezahlung der Grundschullehrer ist in der heutigen Zeit nicht mehr gerechtfertigt, denn sie haben eine gleichwertige akademische Ausbildung und eine ebenso verantwortungsvolle Tätigkeit wie ihre Kollegen in anderen Schularten.
Die Methodik und Didaktik, gerade in der Schuleingangsphase, ist in ihrer Spezifität nicht mit anderen Schularten zu vergleichen und erfordert ein besonderes Engagement der Lehrkräfte. Eine fundierte Grundschulausbildung ist entscheidend für eine erfolgreiche Fortsetzung der Schullaufbahn der Schülerinnen und Schüler an den weiterführenden Schulen. Zudem lernen an 746 sächsischen Grundschulen über 4.000 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Auch die aktuell zusätzliche Herausforderung bei der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund betrifft besonders den Grundschulbereich. Die niedrigere Eingruppierung der Grundschullehrer ist eine Schieflage, die nicht nur Sachsen, sondern auch die anderen Länder in Deutschland betrifft. Mehrere Bundesländer haben sich bereits auf den Weg begeben, durch Beförderungsämter oder höherwertige Besoldungsgruppen zumindest einen Teil ihrer Grundschullehrer besser zu stellen. In Berlin, wo wie in Sachsen nicht verbeamtet wird, liegt seit diesem Schuljahr die Bezahlung von neu eingestellten Grundschullehrern zwei Gehaltsgruppen über der im Freistaat.

Sachsen hat dringenden Handlungsbedarf! Nur mit attraktiven Arbeitsbedingungen kann der Freistaat um Lehrernachwuchs werben und die herausragende Bildungsqualität an den sächsischen Schulen weiterhin gewährleisten.

Außerdem mahnt der SLV zu großer Besonnenheit bei der weiteren Umsetzung der Inklusion. Die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends zeigen auch, dass Länder, die sich für die Umsetzung der Inklusion an den Schulen entschieden haben, im Vergleich zu 2011 deutlich schlechter abschneiden. Integration und Inklusion von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf dürfen die Unterrichtsqualität nicht gefährden oder zur Benachteiligung der anderen Kinder und Jugendlichen führen.

05.10.2017
Weltlehrertag 2017

Lehrerberuf aufwerten, hohe Qualität sächsischer Bildung sichern

Zum Weltlehrertag fordert der Sächsische Lehrerverband die Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen durch Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten, eine verbesserte Eingruppierung der Grundschullehrer/-innen und Arbeitserleichterungen für alle Lehrkräfte. In der Erhöhung der Attraktivität des Lehrerberufs in Sachsen und der Entlastung von Lehrkräften sieht der SLV den Schlüssel zur Gewinnung qualifizierten Lehrernachwuchses und damit zur Erhaltung und Weiterentwicklung von Qualitätsstandards in der schulischen Bildung im Freistaat.

Der Weltlehrertag 2017, der jedes Jahr am 5. Oktober begangen wird, steht dieses Mal unter dem Motto: „Lehren in Freiheit – Lehrkräfte bestärken“ (Teaching in Freedom, Empowering Teachers).

Über die Hälfte der 1.400 Einstellungen zum Schuljahresbeginn waren Seiteneinsteiger. Der SLV sieht den Freistaat Sachsen in der Pflicht, mit attraktiven Arbeitsbedingungen um Lehrernachwuchs zu werben. Auch die Erwartungshaltung der sächsischen Lehrerinnen und Lehrer nach attraktivitätssteigernden Maßnahmen ist stetig gewachsen. Gerade bei Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten als auch bei der verbesserten Grundeingruppierung der Grundschullehrer hat sich aber in den letzten Jahren nach Auffassung des Sächsischen Lehrerverbandes zu wenig bewegt, obwohl er seit vielen Jahren Haushaltsstellen zur Realisierung von Höhergruppierungen in allen Schularten und eine verbesserte Bezahlung der Grundschullehrer fordert. Mit Aufstiegsmöglichkeiten in höhere Gehaltsgruppen (Entgeltgruppen) werden die Leistungen langjährig Beschäftigter anerkannt und positive Signale an potentielle Bewerber gesendet.

Zudem muss die Staatsregierung umgehend Maßnahmen zu notwendigen Arbeitserleichterungen für Lehrkräfte auf den Weg bringen. Diese hat sie bereits mit dem Maßnahmenpaket vom Oktober 2016 angekündigt, aber ein Jahr später immer noch nicht definiert. Die Qualifizierung und Einarbeitung der Seiteneinsteiger ist eine große Herausforderung für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer. Im Gegenzug zur Bewältigung dieser Aufgabe und weiterer, wie der Ausbildung des Lehrernachwuchses, der Einarbeitung schulartfremder Kollegen und der Integration der Flüchtlingskinder, müssen an anderen Stellen Arbeitserleichterungen und Aufgabenreduzierungen erfolgen. Dazu gehören nach Auffassung des SLV die Gewährung einer Klassenleiterstunde, weitere Anrechnungsstunden für zusätzliche Aufgaben und die Verringerung des bürokratischen Aufwands der Lehrkräfte durch Einsatz von Verwaltungsassistenten. Vereinfachungen bei der Erarbeitung von Integrationsplänen, Erstellung von Bildungsempfehlungen oder den Korrekturverfahren der Abschlussprüfungen sind ebenfalls geboten, um Lehrkräfte zu entlasten.

27.09.2017
Lehrertag fordert Verbesserungen bei der Eingruppierung sowie Arbeitsentlastungen für Lehrkräfte

Zum sechzehnten Mal veranstaltete der Sächsische Lehrerverband am Samstag, 23.09.2017, den Chemnitzer Lehrertag. Circa 500 Pädagogen folgten der Einladung ins Gymnasium Einsiedel. Mit der einzigartigen Vielfalt von fast 50 Seminaren zu 30 unterschiedlichen Themen, Ausstellern aller namhaften Schulbuchverlage sowie hervorragender Organisation bestätigte der Chemnitzer Lehrertag seinen Status als hochwertige und effektive Fortbildungsveranstaltung für Lehrer.

Ganze Schulkollegien aus allen Teilen Sachsens nutzten das vielfältige Angebot von Vorträgen, Seminaren und Workshops, um sich zu den neuesten Entwicklungen auf den Gebieten von Methodik, Fachdidaktik, Psychologie, Schulrecht, Lehrergesundheit, Nutzung von Neuen Medien u.a. fortzubilden.

In seiner Eröffnungsrede forderte Jens Weichelt, Landesvorsitzender des SLV, umgehende Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität des Lehrerberufs in Sachsen: „Die Nichtverbeamtung ist nur einer der Standortnachteile. Der Lehrerberuf in Sachsen muss auch durch Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten und eine verbesserte Eingruppierung der Grundschullehrer aufgewertet werden. Zur Bewältigung der stetig steigenden Aufgaben bei der Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder Migrationshintergrund, bei der Ausbildung des Lehrernachwuchses in hoher Zahl und der Qualifizierung von Seiteneinsteigern sind als Ausgleich dringend Arbeitserleichterungen notwendig.“

52 Prozent der zum 1. August 2017 neu eingestellten Lehrkräfte sind Seiteneinsteiger ohne vollständige Lehrerausbildung. In der Region Chemnitz liegt die Quote sogar bei 58 Prozent. Auch im schulscharfen Einstellungsverfahren im September 2017 bewarben sich in der Chemnitzer Region ganze drei Bewerber auf 22 Stellen.

Kultusministerin Brunhild Kurth, der Direktor der Sächsischen Bildungsagentur Ralf Berger und Burkhard Heinze, Direktor der SBA-Regionalstelle Chemnitz, nahmen als Ehrengäste teil.
Staatsministerin Brunhild Kurth würdigte, dass Lehrer an einem Samstag so zahlreich diese aktive Art der Fortbildung nutzen. Mit Blick auf den akuten Lehrermangel in Sachsen und die damit verbundene Belastung der Lehrkräfte stellte sie fest: „Wir brauchen beim Netto-Einkommen einen Gleichstand mit anderen Bundesländern. Wir brauchen mehr Lehramtsstudienplätze und wir müssen die Bestehensquote erhöhen.“

"Die Kunst, die Arbeit zu genießen", Thema des Impulsreferats von Dr. Ilona Bürgel, erschien angesichts der aktuellen Aufgabenfülle an Sachsens Schulen zunächst als Utopie. Die Referentin und Buchautorin für Positive Psychologie zeigte auf, dass Stress vor allem aus stetig steigenden Ansprüchen an uns selbst und an andere resultiert. Die Pädagogen im Publikum bestätigten das aus eigenem Erleben. Die Lösung der Referentin stieß auf offene Ohren: Umdenken! Wohlbefinden schaffen! Schönes und Gutes nicht übersehen! Sich engagieren, aber nicht überfordern!

Der Sechzehnte Chemnitzer Lehrertag bot den Lehrkräften Rüstzeug und Motivation für ihre Arbeit durch zahlreiche Denkanstöße, umfangreiches Wissen und die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch. Viele Teilnehmer kündigten an, auch bei der nächsten Veranstaltung im Herbst 2018 wieder dabei zu sein.

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21.09.2017
Spitzenqualität sächsischer Bildung sichern

Sechzehnter Chemnitzer Lehrertag erwartet 500 Pädagoginnen und Pädagogen zur Fortbildung

Zu Deutschlands größter Lehrerfortbildungsveranstaltung am Sonnabend, 23.09.2017, im Gymnasium Einsiedel haben sich rund 500 Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Sachsen angemeldet. Zum sechzehnten Mal veranstaltet der Sächsische Lehrerverband den Chemnitzer Lehrertag. Ehrengäste aus Politik und Schulaufsicht würdigen die Qualität und den Status der Veranstaltung.

Nach der Eröffnungsrede von Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes, wird Brunhild Kurth, Sächsische Staatsministerin für Kultus, ein Grußwort an die Pädagogen richten. Ralf Berger, Direktor der Sächsischen Bildungsagentur, und Burkhardt Heinze, SBA-Regionalstellenleiter Chemnitz, haben ihre Teilnahme angekündigt. Das Kultusministerium sieht im Chemnitzer Lehrertag eine wichtige Bereicherung des eigenen Programms und erkennt diese Veranstaltung als offizielle Lehrerfortbildung an.

„Die Kunst, die Arbeit zu genießen“ ist das Thema des Impulsreferats von Dr. Ilona Bürgel. Die diplomierte Psychologin arbeitet als Buchautorin und Mentorin im Schülernetzwerk „Die Komplizen“ sowie im Führungskräftetraining der Bundesregierung für Frauen und der Käthe-Ahlmann-Stiftung. Gemeinsam mit den Pädagogen im Publikum wird sie der Kunst des guten Umgangs mit sich und anderen in Zeiten der Veränderung auf der Spur sein. Wir alle wünschen uns, dass wir Beruf und Privatleben meistern. Wie wir dies in Zeiten von Hochleistungsstress, Digitalisierung und zunehmenden Anforderungen souverän schaffen können, will Frau Dr. Bürgel den Zuhörern aufzeigen.

Ganze Schulkollegien nutzen das vielfältige Angebot von mehr als 30 Seminaren, Vorträgen und Workshops, um sich zu den neuesten Entwicklungen auf den Gebieten Methodik, Fachdidaktik, Psychologie, Schulrecht, Lehrergesundheit und weiteren fortzubilden. Schulbuchverlage präsentieren am Rande der Veranstaltung ihr Angebot an Lehr- und Lernmaterialien.

Weitere Informationen finden Sie hier.

15.09.2017
Möglichkeiten der Gleichstellung jetzt nutzen! Antragsfrist für Feststellungsverfahren: 30.11.2017

Für „Ein-Fach-Lehrer“ mit Ausbildung nach DDR-Recht besteht aktuell die Möglichkeit, eine Gleichstellung mit dem Abschluss „Diplomlehrer für zwei Fächer“ zu erreichen.

Diplomlehrer mit der Lehrbefähigung für ein Fach oder eine Fachrichtung, die eine fachwissenschaftliche Ausbildung (berufsbegleitendes Studium) in einem zweiten Fach, einer Fachrichtung, einer zweiten Fachrichtung oder einem Förderschwerpunkt absolviert und dafür die unbefristete Lehrerlaubnis erworben haben, sollen Diplomlehrern mit der Lehrbefähigung in zwei Fächern gleichgestellt werden, wenn sie eine mindestens fünfjährige erfolgreiche Unterrichtstätigkeit nach dem 3. Oktober 1990 an einer öffentlichen Schule oder Schule in freier Trägerschaft, in dem Fach oder der Fachrichtung mit fehlender Lehrbefähigung nachweisen.

Lehrer für untere Klassen mit berufsbegleitender wissenschaftlicher Weiterbildung für das Lehramt an Mittelschulen oder für das Lehramt an Förderschulen, denen die unbefristete Lehrerlaubnis für zwei Fächer, Fachrichtungen oder Förderschwerpunkten erteilt wurde und die in einem Fach, einer Fachrichtung oder einem Förderschwerpunkt die Lehrbefähigung erworben haben, sollen Diplomlehrern mit der Lehrbefähigung in zwei Fächern gleichgestellt werden, wenn sie eine mindestens fünfjährige erfolgreiche Unterrichtstätigkeit nach dem 3. Oktober 1990 an einer öffentlichen Schule oder Schule in freier Trägerschaft, in dem Fach oder der Fachrichtung mit fehlender Lehrbefähigung nachweisen.

In beiden Fällen ist ein Antrag auf Gleichstellung zu stellen (ohne Frist)!
Die Höhergruppierung ist rückwirkend ab 01.01.2017.

Diplomlehrer mit der Lehrbefähigung für ein Fach oder eine Fachrichtung, die keine fachwissenschaftliche Ausbildung (berufsbegleitendes Studium) in einem zweiten Fach absolviert haben, sollen in einem Feststellungsverfahren die Lehrbefähigung für ein zweites Fach nachweisen. Sie sollen somit Diplomlehrern für zwei Fächer gleichgestellt werden.

Die vorgesehene Zulassung zum Feststellungsverfahren setzt ein unbefristetes Arbeitsverhältnis mit mindestens der Hälfte des Regelstundenmaßes sowie der Nachweis von mindestens 15 Jahren Lehrtätigkeit nach dem 3. Oktober 1990 an einer öffentlichen Schule oder Schule in freier Trägerschaft, davon eine mindestens achtjährige Unterrichtstätigkeit in dem Fach mit fehlender Lehrbefähigung und die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen voraus. Das Feststellungsverfahren besteht aus der Lehrprobe und dem Reflexionsgespräch im Anschluss an die Lehrprobe in dem jeweiligen Fach sowie der Schulleiterbeurteilung. Die Lehrprobe besteht aus der schriftlichen Unterrichtsvorbereitung, die die Kommission vorab erhält, und der Durchführung der Unterrichtsstunde.

Es ist ein Antrag auf ein Feststellungsverfahren zur Gleichstellung zu stellen! Antragsfrist ist der 30.11.2017.

Die Anträge finden Sie unter www.slv-online.de oder im Schulportal.

Seit langem hat der dbb, Spitzengewerkschaft des SLV, die Eingruppierung von Lehrkräften nach dem Recht der DDR mit sog. „Doppelfach-Abschlüssen“ in Musik bzw. Kunst als Ein-Fach-Lehrer im Freistaat Sachsen thematisiert. Im Juli 2017 wurde eine Neubewertung dieser Abschlüsse ermöglicht. Der SLV geht davon aus, dass die betreffenden Lehrkräfte durch ihre Schulleiter informiert wurden und zeitnah eine Gleichstellung mit Diplomlehrern für zwei Fächer erfolgt.

Der Sächsische Lehrerverband setzt sich kontinuierlich für Höhergruppierungen in allen Schularten ein und macht sich auch weiterhin für die Gleichstellung benachteiligter Gruppen von Lehrkräften stark!



weitere Infos zum Download:

- 2017-09-12-Antragsformular_Feststellungsverfahren.pdf
- 2017-09-15-SLV-Infoblatt-Gleichstellung-zum-Aushang.pdf
- 2017-09-19-SLV-Formular-Anzeige-LUK-mit-Lehrerlaubnis.pdf
- 2017-09-19-SLV-Formular-Anzeige-mit-Lehrerlaubnis.pdf
07.09.2017
Im künftigen Landesamt für Schule und Bildung sollen bewährte Strukturen beibehalten werden

Das Landesamt für Schule und Bildung wird ab 1. Januar 2018 die Schulaufsichtsbehörde. Es vereint damit die Sächsische Bildungsagentur und das Sächsische Bildungsinstitut. So hat es der Landtag am 11.4.2017 beschlossen – nicht mehr und nicht weniger.
Mitte Mai 2017 wurden Pläne bekannt, dass im Zuge der Einrichtung des Landesamtes für Schule und Bildung zum 1.1.2018 die Zahl der personalverwaltenden Stellen verringert werden soll. Vorgesehen war nur eine einzige Abteilung Lehrerpersonal mit Sitz am Landesamt, die über drei Referate Lehrerpersonal (verortet in Chemnitz, Dresden und Leipzig) verfügen sollte. An den Standorten Bautzen und Zwickau sollte nur die Schulaufsicht für Grund-, Förder- und Oberschulen angesiedelt sein, aber keine Personalverwaltung.
Seit Bekanntwerden der Strukturpläne hatte der Sächsische Lehrerverband seine Vorbehalte zur diskutierten Zentralisierung und Standortreduzierung artikuliert. Er lehnte eine einschneidende Strukturreform ab, weil das sächsische Schulsystem vor enormen Herausforderungen steht: deutlich über 1.000 Einstellungen jährlich, die Lehrerausbildung, die Qualifizierung der Seiteneinsteiger und die Unterstützungssysteme für Schulen. Außerdem befürchtete der SLV bei der ursprünglich vorgesehenen Struktur des Landesamtes, dass mehr Abordnungen und Versetzungen von Lehrkräften auf Unverständnis der Betroffenen gestoßen wären aufgrund der fehlenden regionalen Nähe der Entscheider. Dies hätte zudem in einem vergrößerten Territorium stattgefunden, so dass die Fahrzeiten zu den jeweiligen Schulen tendenziell höher gewesen wären und Lehrer künftig in einem vergrößerten Zuständigkeitsbereich hätten verfügbar sein müssen. Auch die Vertretung der Beschäftigten wäre durch die gewählten Personalvertretungen im Bereich der Schulverwaltung und im Lehrkräftebereich infolge der beabsichtigten Strukturreform schwerer geworden. Immerhin sind Lehrerpersonalräte in Bautzen derzeitig für ca. 4.800, in Zwickau für ca. 4.200 Lehrerinnen und Lehrer zuständig.

Der Sächsische Lehrerverband begrüßt deshalb die aktuelle Entscheidung der Kultusministerin Brunhild Kurth, bewährte Schulaufsichtsstrukturen innerhalb des zukünftigen Landesamtes für Schule und Bildung beizubehalten. Die Staatsministerin hat entschieden, dass sich das Landesamt in der jetzigen Phase auf die genannten umfangreichen Aufgaben zur Lehrerversorgung konzentriert und Maßnahmen zur internen Umstrukturierung zurückgestellt werden. Das Landesamt für Schule und Bildung wird seine Arbeit daher auf der Grundlage der bestehenden Verwaltungsstrukturen aufnehmen und an den bisherigen Standorten der Sächsischen Bildungsagentur und des Sächsischen Bildungsinstituts mit den bisherigen Aufgabenschwerpunkten vertreten sein.

Zur Struktur des künftigen Landesamtes für Schule und Bildung hat sich der Sächsische Lehrerverband bereits im Zuge der Schulgesetznovellierung ganz klar positioniert. Seit Bekanntwerden erster Strukturpläne wurde diese Position bekräftigt: Im Interesse der künftigen Lehrerversorgung im gesamten Freistaat muss das künftige Landesamt für Schule und Bildung über fünf regionale Standorte in Bautzen, Chemnitz, Dresden, Leipzig und Zwickau verfügen. Die Leiter der fünf regionalen Standorte müssen auch künftig die Entscheidungskompetenzen für Schulaufsicht und Personalverwaltung aller Schularten in ihrem Bereich innehaben. Wer die Verantwortung für die Lehrerversorgung vor Ort trägt, muss auch über die Entscheidungsbefugnisse zu deren Absicherung verfügen.

Landtagsabgeordnete, Oberbürgermeister, Beschäftigte der Schulaufsicht und Lehrkräfte unterstützten die Positionen des SLV und bekräftigten, dass eine Strukturreform mit derart weitreichenden Auswirkungen sorgfältig mit allen Betroffenen und der notwendigen Transparenz angegangen werden muss. Der Sächsische Lehrerverband dankt allen Akteuren, die sich in den zurückliegenden Wochen für den Erhalt von bewährten Strukturen im Bereich der Schulaufsicht eingesetzt haben. Am 22. und 23.08.2017 hatte der Sächsische Lehrerverband zu Dialogveranstaltungen in Bautzen und Zwickau eingeladen.

01.09.2017
Bei der Eingruppierung der Sächsischen Lehrerinnen und Lehrer sind noch „Dicke Bretter zu bohren“

Der Sächsische Lehrerverband fordert seit vielen Jahren Haushaltsstellen zur Realisierung von Höhergruppierungen in allen Schularten und eine verbesserte Grundeingruppierung der Grundschullehrer. Mit attraktiven Arbeitsbedingungen muss der Freistaat Sachsen um Lehrernachwuchs werben. Die Erwartungshaltung der sächsischen Lehrerinnen und Lehrer nach attraktivitätssteigernden Maßnahmen ist stetig gewachsen. Gerade bei Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten als auch bei der verbesserten Grundeingruppierung der Grundschullehrer hat sich in den letzten Jahren nach Auffassung des Sächsischen Lehrerverbandes zu wenig bewegt.         
Es sind noch „Dicke Bretter zu bohren“ und genau das hat der Sächsische Lehrerverband symbolträchtig gemeinsam mit Bildungspolitikern der Regierungskoalition in Dresden getan. Die Landtagsabgeordneten von CDU und SPD versicherten, dass sie die Erwartungen der sächsischen Lehrerinnen und Lehrer bei den Haushaltsverhandlungen im Jahr 2018 berücksichtigen werden.

Der Tarifvertrag Entgeltordnung-Lehrkräfte, den der dbb, Spitzengewerkschaft des SLV, im Jahr 2015 geschlossen hat, lässt den Landesgesetzgebern Entscheidungsspielraum. Der Sächsische Landtag kann jederzeit durch Gesetzesänderungen im Beamtenrecht politische Entscheidungen zur Eingruppierung der Lehrkräfte treffen und außerdem per Haushaltgesetzgebung Stellen für Höhergruppierungen beschließen. Somit liegt eine große Verantwortung bei den Landtagsabgeordneten, dass durch attraktivere Arbeitsbedingungen wieder mehr voll ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer in den Schuldienst des Freistaates Sachsen eingestellt werden können.

In den zurückliegenden Gesprächen zwischen Staatsregierung und Gewerkschaften zu einem Maßnahmenpaket waren höherwertige Stellen bzw. Beförderungsämter zwar ein wichtiger Verhandlungsgegenstand, waren nach dem Scheitern der Verhandlungen aber nicht mehr Bestandteil des von der Staatsregierung verabschiedeten Maßnahmenpakets.

So gilt es also jetzt im Zuge der Verhandlungen zum nächsten Landeshaushalt, die große Bedeutung dieser Forderungen erneut zu verdeutlichen. Der Sächsische Lehrerverband setzt sich ganz klar dafür ein, dass hier endlich richtig dicke Bretter gebohrt werden: Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten sowie verbesserte Grundeingruppierung der Grundschullehrer sind unabdingbare Maßnahmen, um den Schuldienst im Freistaat nachhaltig attraktiver zu gestalten.

Dazu konnten wir, zumindest schon einmal symbolisch, die bildungspolitischen Sprecher beider Koalitionsfraktionen gewinnen. Beide bohrten dicke Bretter auf der Terrasse am Sächsischen Landtag – eine Aktion die eben auch Mühen kostete. Dabei versprach Lothar Bienst (CDU): „Wir werden die Wirksamkeit des bisherigen Maßnahmenpakets der Sächsischen Staatsregierung in den nächsten Monaten genau analysieren und dann weitere Schritte diskutieren. Zweifelsfrei sind Höhergruppierungsmöglichkeiten Motivation und Anerkennung zugleich. Sie dienen der Erhöhung der Attraktivität des Lehrerberufs in Sachsen und damit der Gewinnung von qualifiziertem Lehrernachwuchs.“ Sabine Friedel (SPD), hob eine verbesserte Bezahlung der Grundschullehrer hervor: „Ein Vergleich aller Bundesländer zeigt, dass die derzeitige Vergütung von Grundschullehrern in Sachsen im bundesdeutschen Vergleich nicht konkurrenzfähig ist. Die Ursache ist insbesondere die vergleichsweise niedrigere Eingruppierung in Gehaltsgruppen.“

Der Landesvorsitzende Jens Weichelt begründete in den anschließenden Gesprächen mit den Landtagsabgeordneten die Forderungen des Sächsischen Lehrerverbandes: „Über die Hälfte der Neueinstellungen zum Schuljahresbeginn waren Seiteneinsteiger. Der Freistaat Sachsen muss durch attraktivere Arbeitsbedingungen um Lehrernachwuchs werben. Diese sind auch Anerkennung für die engagierte Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer, die Sachsen regelmäßig auf Spitzenplätze nationaler und internationaler Vergleichsstudien führen.“

Die Abgeordneten werden den weiteren Dialog mit dem Sächsischen Lehrerverband zu notwendigen Arbeitserleichterungen für Lehrkräfte suchen, die bereits mit dem Maßnahmenpaket angekündigt, aber bislang nicht definiert wurden.

25.08.2017
Sachsen sucht weiterhin Lehrerinnen und Lehrer

Der Sächsische Lehrerverband begrüßt das Verfahren der schulscharfen Einstellungen zur Besetzung noch offener Lehrerstellen mit grundständig ausgebildeten Lehrkräften. Auf diesem Weg könnte auch in Zukunft vor den turnusmäßigen Einstellungsverfahren zum 1. Februar und zum 1. August der Lehrernachwuchs für bestimmte Schulstandorte gewonnen werden. Bereits in den Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Staatsregierung waren schulscharfe Ausschreibungen ein Thema.

Für die fünf Regionalstellen der Sächsischen Bildungsagentur ist dieses Verfahren Neuland und eine große Herausforderung. Bereits im zurückliegenden Einstellungsverfahren wurden 1.400 Lehrerstellen sachsenweit besetzt. Im Laufe des Schuljahres sind nach Einschätzung des Sächsischen Lehrerverbandes ca. 600 weitere Einstellungen notwendig, um ausscheidende Lehrkräfte zu ersetzen. In Sachsen wird es zum Schulhalbjahr nur ganz wenige Absolventen des Vorbereitungsdienstes geben. Das liegt in der Verlängerung des Vorbereitungsdienstes von 12 auf 18 Monate begründet. Aufgrund des leergefegten Lehrer-Arbeitsmarktes wird es schwer werden, qualifizierte Bewerber für das aktuelle schulscharfe Einstellungsverfahren zu finden.

Die Gewinnung qualifizierten Lehrernachwuchses und die Absicherung des Unterrichts werden auch in den kommenden Jahren große Herausforderungen sein. Dabei ist die Gestaltung und Durchführung des Einstellungsverfahrens in den Schuldienst des Freistaates Sachsen ein entscheidender Punkt zur Gewinnung einer ausreichenden Anzahl von Bewerbern, um die schulart- und fächerspezifischen Bedarfe in allen sächsischen Regionen abdecken zu können.

Sachsen befindet sich in Konkurrenz mit anderen Bundesländern. Lehrerinnen und Lehrer, die hier gut ausgebildet wurden, werden von Ländern mit attraktiveren Arbeitsbedingungen und transparenten Einstellungsmodalitäten abgeworben. Servicequalität und eine zügige  arbeitsvertragliche Bindung der Bewerber sind weitere Faktoren in diesem Wettbewerb.

Nach Vorstellungen des Sächsischen Lehrerverbandes müssten die fünf Regionalstellen der Sächsischen Bildungsagentur so ausgestattet werden, dass sie zusätzliche Aktivitäten entfalten können, um potentiellen Lehrernachwuchs zu gewinnen, auch aus anderen Bundesländern. Es genügt nicht, auf Bewerbungsschreiben zu warten. Man muss auf den Lehrernachwuchs zugehen und die Servicequalität weiter steigern. Auch das künftige Landesamt für Schule und Bildung muss über fünf regionale Standorte in Bautzen, Chemnitz, Dresden, Leipzig und Zwickau verfügen. An allen fünf regionalen Standorten muss jeweils ein Leiter vor Ort eingesetzt werden. Die Leiter der fünf regionalen Standorte müssen weiterhin die Entscheidungskompetenzen für Schulaufsicht und Personalverwaltung aller Schularten in ihrem Bereich innehaben.

102 Stellenausschreibungen finden Sie auf dem Internetportal des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus:

http://www.lehrerbildung.sachsen.de/stellenausschreibungen.php

Die Bewerbung muss bis spätestens 7. September 2017 erfolgen.

17.08.2017
Bildungsmonitor 2017
Sachsen gewinnt im bundesweiten Bildungsvergleich, verliert zunehmend im Wettbewerb um Lehrer

Bereits zum zwölften Mal in Folge liegt der Freistaat Sachsen im Ranking der Bundesländer beim Bildungsmonitor auf dem ersten Platz. Die deutschlandweite Vergleichsstudie wird jedes Jahr im Auftrag der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ durchgeführt.
Im Handlungsfeld Förderinfrastruktur steht Sachsen bundesweit an der Spitze. Stärken weist das sächsische Bildungssystem zudem bei der Schulqualität, den Ganztagsangeboten, der Bekämpfung von Bildungsarmut und den MINT-Qualifikationen auf. Das ist insbesondere den sächsischen Lehrerinnen und Lehrern zu verdanken, die trotz wachsenden Aufgabenpensums und Lehrermangels hervorragende Arbeit leisten. Wenn Sachsen seine Spitzenposition in den bildungspolitischen Handlungsfeldern verteidigen will, muss es im Wettbewerb um gut ausgebildete Lehrer bestehen können. Dazu sind attraktivitätssteigernde Maßnahmen notwendig, die den Standortnachteil der Nichtverbeamtung mindern.

Angesichts der hohen Seiteneinsteiger-Quote bei den Einstellungen zum Schuljahresstart 2017/2018 sieht der Sächsische Lehrerverband dringenden Handlungsbedarf in der Erhöhung der Attraktivität des Lehrerberufs in Sachsen. Denn darin liegt der Schlüssel zur Gewinnung qualifizierten Lehrernachwuchses sowie zur Erhaltung und Weiterentwicklung von Qualitätsstandards in der schulischen Bildung im Freistaat.

Bereits 2016 hatte der Sächsische Lehrerverband in den Verhandlungen mit der Staatsregierung Höhergruppierungsmöglichkeiten für Lehrkräfte in allen Schularten sowie eine verbesserte Eingruppierung von Grundschullehrern gefordert. Im „Lehrerpaket“ der Staatsregierung vom Oktober 2016 fehlten solche Maßnahmen gänzlich. Der Freistaat verliert im Wettbewerb um den Lehrernachwuchs zunehmend seine Konkurrenzfähigkeit. Höhere Einstiegsgehälter in den ersten zweieinhalb Dienstjahren genügen nicht. Der Lehrerberuf muss generell aufgewertet werden. Dazu zählen zweifelsfrei Aufstiegsmöglichkeiten in höhere Gehaltsgruppen (‚Entgeltgruppen‘). Damit werden Leistungen anerkannt und positive Signale an potentielle Bewerber gesendet.

Die Qualifizierung und Einarbeitung der Seiteneinsteiger ist eine große Herausforderung für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer. Trotzdem führen sie ihre Schüler professionell und engagiert zu herausragenden Leistungen – das bestätigt das Ergebnis des Bildungsmonitors. Im Gegenzug zur Bewältigung der anstehenden Aufgaben, wie der Qualifizierung von Seiteneinsteigern, der Ausbildung des Lehrernachwuchses, der Einarbeitung schulartfremder Kollegen und der Integration der Flüchtlingskinder, müssen an anderen Stellen Arbeitserleichterungen und Aufgabenreduzierungen erfolgen, die bereits mit dem Maßnahmenpaket der Staatsregierung angekündigt wurden. Der Lehrerhauptpersonalrat hatte dem SMK bereits im vergangenen Schuljahr eine Vielzahl von Vorschlägen unterbreitet.

Die Ergebnisse des INSM-Bildungsmonitors 2017 finden Sie hier: http://www.insm-bildungsmonitor.de/

11.08.2017
Die Qualifizierung der Seiteneinsteiger ist eine Herausforderung für unsere Schulen

Von den 1.388 Stellen wurden 720 mit Seiteneinsteigern besetzt. Sie verfügen also (noch) nicht über eine Lehrerausbildung und werden in ihren ersten Berufsjahren qualifiziert.

Erstmals erhalten sie in diesem Jahr eine dreimonatige Einstiegsqualifizierung bevor sie unterrichten. Damit wurde eine wichtige Forderung des SLV umgesetzt. Bereits zum 1.7.2017 haben 165 Seiteneinsteiger diese Vorab-Qualifizierung aufgenommen, über 400 weitere werden zum 1.9.2017 folgen. Diese Verzögerung ist einerseits dem notwendigen Auswahlverfahren im Zuge der Einstellungen und andererseits der Einhaltung von Kündigungsfristen beim vorherigen Arbeitgeber geschuldet. Die eigentliche berufsbegleitende Qualifizierung, die zu anerkannten und eingruppierungsrelevanten Lehramtsabschlüssen führt, beginnt erst in den Folgemonaten. Je nach vorhandenem Ausbildungsniveau und angestrebtem Lehramtsabschluss (Schulart) besteht diese berufsbegleitende Weiterbildung aus universitärem Studium und/oder Vorbereitungsdienst.

Nach der neuen Sächsischen Lehrkräfte-Arbeitszeitverordnung des SMK werden für die Dauer eines berufsbegleitenden Studiums, Vorbereitungsdienstes oder der „schulpraktischen Ausbildung“ Anrechnungsstunden gewährt. Auch Lehrerinnen und Lehrer, die in der Lehrerausbildung tätig sind, einschließlich der Betreuung bzw. Qualifikation von Seiteneinsteigern, erhalten dafür Anrechnungsstunden.

Aufgrund der Vorab-Qualifizierung stehen die neu eingestellten Seiteneinsteiger nicht sofort für den Unterricht zur Verfügung. Es wäre auch schwierig, deren Einstellung und damit die Qualifizierung noch weiter vorzuverlegen, da sich erst während des Einstellungsverfahrens herausstellt, wie viele der Bewerber mit Lehrerausbildung ein Angebot annehmen. Die Einstellungstermine 1. Februar und 1. August harmonieren mit der Beendigung des Vorbereitungsdienstes und diese Absolventen mit vollständiger Lehrerausbildung haben unter Berücksichtigung der fächerspezifischen Bedarfe natürlich den Vorzug.

Für die Schüler bedeutet das Fehlen der neuen Kolleginnen und Kollegen häufig vorübergehende Kürzungen in der Stundentafel. Wenn an bestimmten Schulen aufgrund unbesetzter Stellen Lehrer fehlen, wird sich der planmäßige Unterrichtsausfall erhöhen. Meist entscheiden die Schulen in eigener Verantwortung, in welchen Fächern und Klassenstufen Reduzierungen erfolgen. Auch wenn das mit Blick auf Abschlussklassen und bestimmte Fächer abgewogen wird, geht dennoch ein Stück Bildungsqualität verloren. Fehlende Lehrkräfte bedeuten immer auch eine Mehrbelastung für die Kolleginnen und Kollegen an diesen Schulen. Aufsichten und Vertretungsstunden konzentrieren sich auf weniger Beschäftigte. Bereits in den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 wurden über 67.000 Mehrarbeitsstunden durch ca. 9.000 Lehrkräfte geleistet.

Der hohe Anteil von Seiteneinsteigern und deren Einarbeitung sowie Qualifizierung sind eine große Herausforderung für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer. Deshalb fordert der Sächsische Lehrerverband, dass endlich Arbeitserleichterungen bzw. Aufgabenreduzierungen an anderen Stellen erfolgen müssen, die bereits mit dem Maßnahmenpaket der Staatsregierung im Oktober 2016 angekündigt wurden. Der Lehrer-Hauptpersonalrat hat dem Kultusministerium bereits im vergangenen Schuljahr dazu eine Vielzahl von Vorschlägen unterbreitet. In den nächsten Wochen müssen dazu weitere Verständigungen erfolgen und schnellstmöglich Maßnahmen umgesetzt werden, denn die Betreuung und Qualifizierung der Seiteneinsteiger ist eine zusätzliche Mammutaufgabe – im Gegenzug sind Entlastungen dringend notwendig!

04.08.2017
Einstellungen zu Schuljahresbeginn in Sachsen

Der Sächsische Lehrerverband fordert Entlastungen für Lehrkräfte aufgrund der Qualifizierung von Seiteneinsteigern, den Erhalt von fünf personalverwaltenden Stellen und eine bessere Bezahlung der Grundschullehrer/-innen.

Zum Start des Schuljahres 2017/2018 hat Sachsen fast 1.400 Lehrerstellen neu besetzt, aber über 50 Prozent mit Seiteneinsteigern, von denen weit über die Hälfte aufgrund ihrer Qualifizierung zum Schuljahresbeginn noch nicht zur Verfügung stehen. Mit einer Verbesserung auf dem Lehrerarbeitsmarkt und entspannteren Einstellungsverfahren ist nach Angaben des SMK in frühestens drei Jahren zu rechnen.

Der hohe Anteil von Seiteneinsteigern und deren Einarbeitung sowie Qualifizierung sind eine zusätzliche Mammutaufgabe für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer – im Gegenzug müssen Arbeitserleichterungen bzw. Aufgabenreduzierungen an anderen Stellen erfolgen. Dazu gehören nach Auffassung des SLV die Gewährung einer Klassenleiterstunde, weitere Anrechnungsstunden für zusätzliche Aufgaben und die Verringerung des bürokratischen Aufwands der Lehrkräfte durch Einsatz von Verwaltungsassistenten. Vereinfachungen bei der Erarbeitung von Integrationsplänen, Erstellung von Bildungsempfehlungen oder den Korrekturverfahren der Abschlussprüfungen sind ebenfalls geboten, um Lehrkräfte zu entlasten.

Die Besetzung von nahezu 1.400 Lehrerstellen war angesichts der Bewerberlage eine große Herausforderung für die fünf personalverwaltenden Stellen der Sächsischen Bildungsagentur. Den Mitarbeitern in diesen Behörden gebührt dafür eine hohe Anerkennung. Der Sächsische Lehrerverband plädiert für eine deutlich bessere Personalausstattung der Personalreferate in den Regionalstellen der SBA und lehnt Pläne ab, im Zuge der Etablierung des Landesamtes für Schule und Bildung die Zahl der personalverwaltenden Stellen im Freistaat zu reduzieren. Die Standorte in Bautzen, Chemnitz, Dresden, Leipzig und Zwickau müssen weiterhin erhalten bleiben. Die Leiter der fünf regionalen Standorte müssen auch künftig die Entscheidungskompetenzen für Schulaufsicht und Personalverwaltung aller Schularten in ihrem Bereich innehaben. Strukturreformen binden wertvolles Arbeitsvermögen. Wenn sich die Beschäftigten in der Schulverwaltung mit Strukturveränderungen befassen müssen, bleibt für die eigentlichen Aufgaben deutlich weniger Zeit. Das können wir uns in Zeiten des Lehrermangels nicht leisten

Für zusätzlichen Zündstoff sorgt die Eingruppierung der Grundschullehrer. Sie sind zwei Gehaltsgruppen niedriger eingruppiert als die Gymnasiallehrer, die zum Schuljahresstart an den Grundschulen ihre Tätigkeit aufnehmen werden. Dennoch obliegt ihnen die Aufgabe, schulartfremd ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen die spezifische Didaktik und Methodik für den Unterricht der Schulanfänger zu vermitteln. Die ungerechte Eingruppierung in Gehaltsgruppen wird zurecht für Unmut in den Lehrerzimmern sorgen. Die Verantwortung für diese Schieflage tragen aber nicht die jungen Lehrerinnen und Lehrer. Hier besteht dringender Handlungsbedarf für die Politik, Grundschullehrer besser zu bezahlen. Der Sächsische Lehrerverband fordert deshalb wiederholt eine bessere Eingruppierung der Grundschullehrer.

28.07.2017
Schuljahresstart in Vorbereitung

Der Sächsische Lehrerverband heißt alle neu eingestellten Lehrerinnen und Lehrer im Sächsischen Schulsystem willkommen! Egal, ob Sie Berufs- oder Seiteneinsteiger/-in sind – für Ihre neue verantwortungsvolle Tätigkeit wünschen wir Ihnen Gelassenheit, Ausdauer und Optimismus sowie gutes Gelingen bei der Erfüllung Ihrer umfangreichen Aufgabenbereiche.

Gleichzeitig begrüßen wir alle Lehramtsanwärter/-innen und Referendar/-innen, die am 1. August ihren Vorbereitungsdienst im sächsischen Schuldienst beginnen. Wir wünschen Ihnen für diese Ausbildungsphase viel Kraft und Erfolg sowie Spaß am Unterrichten.

Bei Fragen und Problemen stehen Ihnen die Ansprechpartner des SLV und die Lehrerbezirkspersonalräte gern beratend zur Seite. Die Kontaktdaten finden Sie hier.

21.07.2017
Fristablauf für Angleichungszulagen am 31. Juli! Antrag stellen!

Der Antrag auf eine Angleichungszulage kann nur noch bis zum 31. Juli 2017 gestellt werden (Ausschlussfrist) und wirkt auf den 1. August 2016 zurück.

In der Entgeltordnung-Lehrkräfte sind die Tätigkeitsmerkmale bzw. Entgeltgruppen gekennzeichnet, für die ab dem 1.8.2016 dieser Entgeltbestandteil von vorerst 30 Euro monatlich gezahlt und perspektivisch der Aufstieg in die nächsthöhere Entgeltgruppe erfolgt. Das betrifft z. B. Polytechniklehrer/-innen, Ein-Fach-Lehrer/-innen in EG 11, Oberschullehrer/-innen vor ihrer Höhergruppierung nach EG 13, Grundschullehrer/-innen, Fachlehrer/-innen und Lehrer/-innen im berufspraktischen Unterricht.

Für neu eingestellte Beschäftigte ab 1.8.2015 gilt die Tarifautomatik, also automatisch die Entgeltordnung – eine Antragstellung ist nicht notwendig.

Wer Fristen verpasst, wird leer ausgehen ...

Wir informieren Sie und beraten Sie auch ganz individuell. Fragen beantworten die SLV-Haupt- und Bezirkspersonalräte (Kontakt unter www.slv-online.de).

14.07.2017
Steigende Schülerzahlen verschärfen Lehrermangel

Angesichts der kürzlich von der Bertelsmann Stiftung herausgegebenen Prognose zur Entwicklung der Schülerzahlen in Ost und West ist davon auszugehen, dass sich die angespannte Lehrersituation in Deutschland und vor allem in Sachsen auch in den kommenden Jahren weiter verschärfen wird.

Der Studie zufolge werden im Jahr 2025 voraussichtlich circa 8,3 Millionen Kinder und Jugendliche zur Schule gehen. Das sind über eine Millionen mehr als in der offiziellen Prognose der Kultusministerkonferenz von 2013. Darin wird mit rund 7,2 Millionen Schülern im Jahr 2025 gerechnet. In den ostdeutschen Bundesländern erwartet die Bertelsmann Stiftung ebenfalls einen Anstieg. Demnach wird es hier im Jahr 2025 etwa 1,1 Millionen Schüler geben, 68.000 mehr als in 2017. Zahlen für die einzelnen Bundesländer liegen nicht vor. Sachsen hat jedoch im ostdeutschen Ländervergleich die höchsten Schülerzahlen vorzuweisen und sieht sich damit einer größeren Herausforderung ausgesetzt.
Die Bedarfsprognosen des sächsischen Kultusministeriums sind überwiegend realistisch. Sie gehen von steigenden Schülerzahlen und mehr als 443.000 Jungen und Mädchen im Jahr 2025/2026 aus. Hinsichtlich des Lehrerbedarfs rechnet man mit 30.800 notwendigen Lehrerstellen im Jahr 2025/2026.

Der SLV weist seit langem auf die Herausforderungen hin, die sich den Pädagoginnen und Pädagogen aktuell und in Zukunft stellen. Neben steigenden Schülerzahlen betrifft das auch Themen wie die Umsetzung der Inklusion, die Digitalisierung an den Schulen sowie die Integration von Schülern mit Migrationshintergrund. Bereits jetzt bewältigen die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer diesbezüglich Mammutaufgaben und meistern zusätzliche, wenn es um die Ausbildung von Seiteneinsteigern und Lehrernachwuchs geht.

Um dem akuten Lehrermangel entgegenzuwirken, fordert der Sächsische Lehrerverband weitere Maßnahmen zur Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen. Der Freistaat ist mittlerweile das einzige Bundesland, das nicht verbeamtet. Attraktivere Arbeitsbedingungen müssen diesen Standortnachteil ausgleichen. Nur so kann der Lehrernachwuchs an Sachsen gebunden und bundesweit um junge Lehrer/-innen geworben werden.

Auch in der sächsischen Hochschulpolitik muss endlich ein Umdenken passieren, um dem Lehrermangel zu begegnen. Der SLV fordert eine gezieltere Lehrerausbildung entsprechend der fächer- und schulartspezifischen Bedarfe. Hinsichtlich der Zulassung zum Lehramtsstudium müssen die Universitäten Auswahlverfahren und Eignungsgespräche führen, die die Ansprüche des sächsischen Abiturs und die berufliche Eignung des Bewerbers berücksichtigen. Zudem ist eine Ausweitung der Kapazitäten erforderlich. Zielvereinbarungen, d. h. Finanzmittel des Freistaates für die Universitäten, dürfen nicht länger an Immatrikulationszahlen gebunden sein, sondern müssen sich künftig an den Absolventen orientieren, die das Lehramtsstudium erfolgreich beenden. Außerdem ist die Lehrerausbildung an der TU Chemnitz um das Lehramt für Mittelschulen und technische Fächer der beruflichen Schulen zu erweitern. Nur so ist eine Sicherung des Lehrernachwuchses für ganz Sachsen möglich.

Hinsichtlich der Aktivitäten zur Lehrergewinnung muss das Sächsische Staatsministerium für Kultus zukünftig noch stärker als bisher in die Offensive gehen. Die Mitarbeiter/-innen in den Regionalstellen der Sächsischen Bildungsagentur müssen Bewerber gezielt ansprechen. Dafür ist entsprechendes Personal in den Dienststellen vonnöten, um die Servicequalität zu garantieren.

Deutlichere Signale als die vorliegende Studie kann man der Landespolitik kaum senden. Es muss jetzt massiv in die Lehrergewinnung und Lehrerausbildung investiert werden, um auch in sieben Jahren für die prognostizierte Einschulungswelle gewappnet zu sein.

07.07.2017
Dreijähriger Einsatz von ausgebildeten Gymnasiallehrer/-innen in anderen Schularten

Vier Wochen vor Beginn des neuen Schuljahres 2017/2018 sind noch immer mehrere Hundert Lehrerstellen in Sachsen nicht besetzt. In dieser Situation können wir es uns nicht leisten, dass gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer den Freistaat verlassen.

Für 100 Stellen im Bereich der Gymnasien gab es fast 600 Bewerber mit vollständiger Lehrerausbildung. Deshalb hat das Sächsische Staatsministerium für Kultus allen abgelehnten Bewerbern ein Einstellungsangebot an einem Gymnasium (d. h. Eingruppierung in EG 13) unterbreitet, bei gleichzeitiger dreijähriger Abordnung an eine Grund-, Ober- oder Förderschule. Es wäre im Interesse der Lehrerversorgung in diesen Schularten wünschenswert, wenn möglichst viele junge Lehrerinnen und Lehrer das Angebot annehmen.

Wer sich bereits vor diesem Angebot zum Einsatz an einer anderen Schulart, ggf. mit der Option für den Einsatz an einem Gymnasium nach sechs Jahren, bereit erklärt hatte, soll auch die neuen Konditionen erhalten können.

Problematisch stellt sich die Situation an den Grundschulen dar. Grundschullehrerinnen und -lehrer, die Unterstützung bei dem schulartfremden Einsatz leisten, sind zwei Gehaltsgruppen niedriger eingruppiert als ihre neuen Kolleginnen und Kollegen mit gymnasialer Ausbildung. Das wird zu Recht für Unmut in den Lehrerzimmern sorgen.

Die Verantwortung für diese Schieflage tragen aber nicht die jungen Lehrerinnen und Lehrer.

Hier besteht dringender Handlungsbedarf für die Politik, Grundschullehrer besser zu bezahlen. Eine verbesserte Eingruppierung von Grundschullehrern ist seit langer Zeit eine wichtige Forderung des Sächsischen Lehrerverbandes, die wir aus aktuellem Anlass wieder bekräftigen.

Für die Oberschulen bedeutet eine dreijährige Personalverstärkung durch Gymnasiallehrkräfte nur eine kurzfristige Entspannung, denn auch nach dieser Zeit werden die Bewerber nicht ausreichen.

Für die Sicherung des Lehrernachwuchses an Oberschulen in ganz Sachsen brauchen wir dringend eine dauerhafte Erweiterung der Lehrerausbildung in Chemnitz. Wenn in der Hochschulpolitik nicht endlich ein Umdenken passiert, werden wir auch noch in zehn Jahren über Lehrermangel sprechen. Die Studierendenzahlen an den Universitäten in Dresden und Leipzig gerade für das Lehramt Mittelschulen reichen bei weitem nicht aus um den Bedarf nur annähernd zu decken.

30.06.2017
Forderung des SLV zur Bezahlung von Mehrarbeitsstunden:

Die Höhe der Mehrarbeitsvergütung muss anhand des tatsächlichen Tabellenentgelts gewährt werden!

Mit der Umsetzung des Maßnahmenpakets „Zukunftsfähige Schule für Sachsen“ der Staatsregierung erfolgt die Vergütung von Mehrarbeit rückwirkend zum 1.1.2017. Mehrarbeit umfasst nach dem Verständnis des Sächsischen Lehrerverbandes neben zusätzlich geleisteten Unterrichtsstunden auch weitere angewiesene Tätigkeiten, wie zum Beispiel die Durchführung von Prüfungen, Prüfungsaufsicht und Prüfungsabnahmen an anderen Schulen. Mehrarbeit wird ab der ersten Stunde vergütet. Ein Freizeitausgleich erfolgt nicht, dieser bestand in der Vergangenheit meist in der Verrechnung mit ausgefallenen Stunden über bis zu fünf Monate hinweg. Schulinterne Absprachen im gegenseitigen Einvernehmen zur Unterrichtsverlegung aus dringenden persönlichen Gründen sollen aber weiterhin möglich sein. Die Schulleitung erfasst Mehrarbeit, eine Antragstellung auf Bezahlung der Mehrarbeitsvergütung ist nicht notwendig.

Der Sächsische Lehrerverband und auch der Lehrerhauptpersonalrat hatten mehrfach kritisiert, dass die rechtlichen Grundlagen für die Auszahlung der bereits geleisteten Mehrarbeitsstunden nach den Vorstellungen des Finanzministeriums erst durch ein langwieriges Gesetzgebungsverfahren geschaffen werden sollten. Die regierungstragenden Fraktionen im Sächsischen Landtag hatten deshalb selbst ein Gesetzgebungsverfahren zur Änderung des Sächsischen Beamtengesetzes initiiert und damit wurde die Rechtsgrundlage bereits in der Plenarsitzung am 21. Juni 2017 beschlossen.

Laut Gesetz „wird bei angeordneter oder genehmigter Mehrarbeit für Unterrichtstätigkeit im gesamten Umfang der geleisteten Mehrarbeit ab dem 1. Januar 2017 bis zum 31. Januar 2021 statt Dienstbefreiung eine Mehrarbeitsvergütung nach den §§ 18 bis 20 der Sächsischen Erschwerniszulagen- und Mehrarbeitsvergütungsverordnung […] in der jeweils geltenden Fassung gewährt“.

Bereits nach Kenntnis des Gesetzentwurfs hatte der Sächsische Lehrerverband die Stufung nach „Einstiegsebenen“ in der Sächsischen Erschwerniszulagen- und Mehrarbeitsvergütungsverordnung kritisiert. Sie bildet nicht die reale Eingruppierung unserer Lehrkräfte ab. Die Landtagsabgeordneten der regierungstragenden Fraktionen im Sächsischen Landtag haben nun vor der Beschlussfassung zur Änderung des Sächsischen Beamtengesetzes erreicht, dass das Finanzministerium die Erschwerniszulagen- und Mehrarbeitsvergütungsverordnung ändert. Der vorliegende Entwurf sieht vor, dass die unterschiedlichen Staffelungen zwischen den Schularten mit Eingangsamt A 13 (Gymnasien, Oberschulen, Berufliche Schulen, Förderschulen) entfallen und die Lehrkräfte mit dem Abschluss für das jeweilige Lehramt den Höchstbetrag erhalten sollen.

Auch mit dieser Änderung liegen aber die Stundensätze deutlich unter den anteiligen Entgelten für eine reguläre Unterrichtsstunde, einschließlich Vor- und Nachbereitung.

Es ist für den Sächsischen Lehrerverband nicht nachvollziehbar, dass die Vergütung für eine Mehrarbeitsstunde geringer ausfällt als die Vergütung für eine reguläre Stunde. Außerdem befürchtet der SLV in der Anwendung der Mehrarbeitsvergütungsverordnung weitere Differenzierungen zwischen Lehrkräften, auch wenn diese in der gleichen Entgeltgruppe eingruppiert sind.

Deshalb bekräftigt der Sächsische Lehrerverband seine Forderung, dass die Höhe der Mehrarbeitsvergütung anhand des tatsächlichen Tabellenentgelts berechnet wird.

Das hätte den Vorteil, dass neben der realen Eingruppierung auch die sogenannten „Erfahrungsstufen“ berücksichtigt würden.

14.06.2017
Höhergruppierung von Oberstufenberatern an BSZ mit beruflichen Gymnasien

Laut Kassenanschlag können seit dem 01.01.2017 Oberstufenberater an BSZ in die EG 14 eingruppiert werden.

Das Umsetzungsverfahren befindet sich jedoch derzeit noch in der Abstimmung und soll in allen Regionalstellen einheitlich erfolgen.

Den Betroffenen wird empfohlen, ihre Ansprüche rechtzeitig geltend zu machen (Ausschlussfrist von 6 Monaten beachten)!

Was ist zu tun?

1. Geltendmachung über die Schulleitung an die jeweilige personalverwaltende Stelle der Sächsischen Bildungsagentur senden.

2. Ausschlussfrist beachten: Die Ansprüche für Januar 2017 müssen spätestens bis 31.07.2017 geltend gemacht werden!

3. Entsprechende Formulare sind auf der Homepage des SLV zu finden: www.slv-online.de (siehe unten).  

Achtung: Eine Höhergruppierung bedeutet nicht in jedem Fall die Beibehaltung der aktuellen Erfahrungsstufe. Außerdem beginnt die Stufenlaufzeit von vorn, eine Erfahrungsstufe 6 könnte frühestens ab dem 01.01.2022 erreicht werden.



weitere Infos zum Download:

- 2017-06-14-Infoblatt-OB-BS-EG-14_zum Aushang.pdf
- 2017-06-14-Formular-OB-BS-EG-14.doc
09.06.2017
Initiative „Qualität braucht Zeit!“ des Sächsischen Erzieherverbandes

Ergebnisse der Befragung zur tatsächlichen Inanspruchnahme von Vor- und Nachbereitungszeit in den sächsischen Kindertageseinrichtungen

An der Befragung zum tatsächlichen Zeitaufwand für Vor- und Nachbereitungszeit in den sächsischen Kindertageseinrichtungen beteiligten sich 1155 pädagogische Fachkräfte aus den Bereichen Krippe, Kindergarten und Hort, darunter das ganze dort tätige Berufs- und Aufgabenspektrum: Erzieher/-innen, Sozialpädagogen/-innen, Kindheitspädagogen/-innen, Sozialarbeiter/-innen und Heilpädagogen/-innen. Die Fragebögen wurden sowohl von Beschäftigten öffentlicher als auch freier Träger ausgefüllt.

Die Ergebnisse schrecken auf:

Die Standards des Sächsischen Bildungsplans sind nur zu erfüllen, weil Erzieher/-innen übermäßig viel Freizeit investieren, um die notwendigen Vor- und Nachbereitungen zu leisten. Erzieher/-innen opfern jede Woche 4 Stunden Freizeit, Leiterinnen sogar 5 Stunden.

Der Sächsische Erzieherverband fordert deshalb

  • verbindliche und gegenfinanzierte Vor- und Nachbereitungszeit für die Beschäftigten in den sächsischen Kindertagesstätten
  • Zeitbudgets und wertschätzende Honorierung für zusätzliche Verantwortungen wie Praxisanleiter, Qualitätsmanagementbeauftragter usw. sowie die
  • Etablierung ständiger stellvertretender LeiterInnen an jeder Einrichtung.


weitere Infos zum Download:

- Zusammenfassung-Qualität-braucht-Zeit.pdf
29.05.2017
SLV beglückwünscht Lehrerinnen und Lehrer zum Zweiten Staatsexamen

Der Sächsische Lehrerverband gratuliert allen frischgebackenen Lehrerinnen und Lehrern, die in diesen Tagen ihren Vorbereitungsdienst beenden.

Gleichzeitig begrüßen wir Sie nach Ihrer erfolgreichen Bewerbung im sächsischen Schuldienst und wünschen Ihnen für die kommenden Schuljahre viel Kraft, Erfolg und Spaß beim Unterrichten.

Bei Fragen und Problemen stehen Ihnen die Ansprechpartner des SLV und die Lehrerbezirkspersonalräte gern beratend zur Seite. Die Kontaktdaten finden Sie hier .


24.05.2017
Fristablauf für Höhergruppierungen am 31. Mai! Jetzt Antrag stellen!

Kolleginnen und Kollegen, für die eine Höhergruppierung nach dem Tarifvertrag Entgeltordnung-Lehrkräfte infrage kommt, sollten jetzt unbedingt einen Antrag stellen, auch wenn sie noch keine Anfrage an die Regionalstelle der Sächsischen Bildungsagentur gestellt haben oder die Antwort noch aussteht. Eine Anfrage ist noch kein Antrag!

Antragsfrist für Höhergruppierung bis 31. Mai 2017!

Der Antrag auf Höhergruppierung kann nur noch bis zum 31. Mai 2017 gestellt werden. Er wirkt in jedem Fall auf den 1.8.2015 zurück und wird entgeltwirksam zum 1. März 2017 – damit verbunden sind ggf. auch veränderte Stufenlaufzeiten.

Die Höhergruppierungsmöglichkeiten zum 1.8.2015 betreffen insbesondere Lehrkräfte, die nicht über eine vollständige oder vollständig anerkannte Lehrerausbildung verfügen. Für viele von ihnen sind Verbesserungen der Eingruppierung möglich. Das betrifft z. B.

  • Seiteneinsteiger mit unterschiedlichen Ausbildungsniveaus, z. B. Diplomsportlehrer, Sportwissenschaftler, Dolmetscher, Magister, Musikwissenschaftler, Kunstwissenschaftler, Historiker, Politikwissenschaftler, Informatiker, Mathematiker, …
  • FPL/Erzieher, die kein Feststellungsverfahren absolviert haben oder infolge des Feststellungsverfahrens erst nach dem 1.8.2015 höhergruppiert wurden
  • Lehrkräfte mit DDR-Abschlüssen, die ihre Ausbildung vor dem 3.10.1990 begonnen und erst nach dem 3.10.1990 abgeschlossen haben

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Angleichungszulagen – klare Perspektiven zur Höhergruppierung

Der Antrag auf eine Angleichungszulage kann nur noch bis zum 31. Juli 2017 gestellt werden (Ausschlussfrist) und wirkt auf den 1. August 2016 zurück.

In der Entgeltordnung-Lehrkräfte sind die Tätigkeitsmerkmale bzw. Entgeltgruppen gekennzeichnet, für die ab dem 1.8.2016 dieser Entgeltbestandteil von vorerst 30 Euro monatlich gezahlt und perspektivisch der Aufstieg in die nächsthöhere Entgeltgruppe erfolgt. Das betrifft z. B. Polytechniklehrer, Ein-Fach-Lehrer in EG 11, Mittelschullehrer vor ihrer Höhergruppierung nach EG 13, Grundschullehrer, Fachlehrer und Lehrer im berufspraktischen Unterricht.

Für neu eingestellte Beschäftigte ab 1.8.2015 gilt die Tarifautomatik, also automatisch die Entgeltordnung – eine Antragstellung ist nicht notwendig.

Wer Fristen verpasst, wird leer ausgehen...

Wir informieren Sie und beraten Sie auch ganz individuell.

Fragen beantworten die SLV-Haupt- und Bezirkspersonalräte (Kontakt unter www.slv-online.de) oder die Rechtsanwältin des SLV (Tel.: 0351 8392217; E-Mail: slv.eV@t-online.de).



weitere Infos zum Download:

- Infoblatt-2017-04-21-EntgO-Antragstellung.pdf
24.04.2017
Anträge auf Höhergruppierung
11.04.2017
Hinweise zur Streikgeldzahlung für den Warnstreik am 08.02.2017

Der SLV zahlt seinen Mitgliedern Streikgeld für den Warnstreiktag am 08.02.2017. Bitte senden Sie eine Kopie der kompletten Bezügemitteilung (alle Seiten!), auf der der Abzug erfolgte innerhalb von 4 Wochen an die SLV-Landesgeschäftsstelle. Bitte vermerken Sie Ihre Mitgliedsnummer auf dem Bezügeschein oben rechts.

Überweisungen erfolgen ausschließlich auf das beim SLV hinterlegte Beitragskonto.

Wie erkenne ich den Abzug infolge der Streikteilnahme?

Den Abzug erkennt man auf Seite 1 der Bezügemitteilung (linke Spalte)

      nachrichtlich

      nichtgel. Arb-S       Bruttobetrag!

      ___ Std.

      sowie an dem Satz:

„Gemäß der Mitteilung Ihrer Dienststelle erfolgt für Sie eine Kürzung der Bezüge.“

Dieser Text zeigt an, dass Ihre Bruttobezüge infolge der Streikteilnahme gekürzt worden sind.

Bitte prüfen Sie, ob er Stundenabzug korrekt angegeben ist. Bei Abweichungen nehmen Sie bitte Kontakt zu uns unter 0351 839220 auf.

Kollegen, die den Notdienst wahrgenommen haben, haben einen Anspruch auf Fortzahlung der Bezüge und dürfen keinen Abzug erhalten.

Sandra Müller
Geschäftsführerin
23.03.2017
Deutscher Lehrertag in Leipzig

Bereits zum vierten Mal fand am 23.03.2017 der Deutsche Lehrertag im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt. Zur Frühjahrstagung unter dem Motto: „Schule im Umbruch – Neue Ansätze und bewährte Methoden“ waren rund 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Bundesländern gekommen.

Hauptreferent auf der Frühjahrstagung des diesjährigen Deutschen Lehrertages war Dr. Christoph Türcke, Autor des Buches „Lehrerdämmerung“. In seinem Vortrag rechnete er mit den Tendenzen zu einer Laissez-faire-Lernkultur in einigen Bundesländern ab, bei der Lehrkräfte zu Lernbegleitern degradiert würden. Anhand anschaulicher Beispiele stellte er den Bildungserfolg derartiger Bestrebungen in Zweifel. Er unterstrich, dass man die Entwicklung von Kompetenzen nicht von dem Erwerb gefestigten Wissens trennen darf.

In der sich anschließenden Podiumsdiskussion wurden unter dem Motto „Schule im Umbruch“ Gelingensbedingungen für Schule diskutiert. Auf dem Podium saßen neben dem Hauptredner das Mitglied der Kultusministerkonferenz und Bildungsminister des Landes Sachsen-Anhalt, Marco Tullner, der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, sowie der Vorsitzende des Verband Bildungsmedien e. V., Wilmar Diepgrond. Udo Beckmann erklärte, dass die aktuellen Herausforderungen an Lehrkräfte, wie Inklusion, Integration und Digitalisierung, Umbrüche in der Pädagogik provozierten. Die Politik fordere eine schnelle Umsetzung, verweigere aber die notwendigen Gelingensbedingungen, wie vorbereitende und begleitende Fortbildungen, die Absenkung der Lerngruppengrößen und qualifizierte Lehrkräfte in bedarfsgerechter Zahl. Beckmann forderte die Politik auf, die Lehrerinnen und Lehrer zu entlasten, ihre Gesundheit wertzuschätzen und entsprechend in ihre Unterstützung zu investieren.

Am Nachmittag fanden in drei einstündigen Runden 29 Workshops zu unterschiedlichen Themen statt. Unter anderem informierte Uwe Hiob, integrativer Stimmtrainer und Gesangspädagoge, über die Stimme als wichtigstes Arbeitsmittel einer Lehrkraft. Jens Weichelt, SLV-Landesvorsitzender und stellv. Vorsitzender der dbb-Bundestarifkommission gab Auskunft zu grundlegenden Gesichtspunkten in der Tarifpolitik und ließ die vergangene Tarifrunde Revue passieren.

Veranstalter des größten bundesweiten Weiterbildungstages für Lehrerinnen und Lehrer aller Schulstufen sind VBE Bundesverband und Verband Bildungsmedien e. V. in Kooperation mit den VBE Landesverbänden Sächsischer Lehrerverband (SLV), VBE Sachsen-Anhalt und Thüringer Lehrerverband (tlv).

13.03.2017
Ergebnis der SLV-Mitgliederbefragung: Mitglieder stimmen Tarifabschluss zu

Mit einer herausragenden Mehrheit von 90 Prozent haben sich die Mitglieder des Sächsischen Lehrerverbandes für die Annahme des Tarifergebnisses ausgesprochen. Dabei gab es zwischen den Schularten nur minimale Abweichungen. Das zeugt von einem positiven Ergebnis für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer in allen Schularten. Mit dem Verhandlungsergebnis wurde ein guter Kompromiss bei der Verteilung des finanziellen Gesamtvolumens der Tarifeinigung zwischen den Berufsgruppen im öffentlichen Dienst erzielt.

Seit 2009 holt der Sächsische Lehrerverband in dieser Form zu den Ergebnissen der Einkommensrunden das Votum seiner Mitglieder ein. Die Zustimmung zu diesem Verhandlungsergebnis war die höchste, die bisher erzielt wurde. Direkt im Anschluss an die Tarifeinigung vom 17.02.2017 informierte der Sächsische Lehrerverband seine Mitglieder in einem Schreiben über die konkreten Inhalte der Tarifeinigung, die Hintergründe seines Zustandekommens und die spezifischen Auswirkungen für die sächsischen Lehrkräfte.

Ein „SLV-Spezial“ zu den detaillierten Ergebnissen der Tarifrunde wurde an alle Mitglieder des Sächsischen Lehrerverbandes sowie alle öffentlichen Schulen im Freistaat Sachsen versandt.

21.02.2017
Entgelttabellen und Entgeltsteigerungen 2017 und 2018
Die aktualisierten Entgelttabellen und Entgeltsteigerungen in den Jahren 2017 und 2018 finden Sie im internen Bereich.
17.02.2017
Tarifeinigung in Potsdam - Verhandlungsergebnis mit Erfahrungsstufe 6

Bei den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder gibt es am 17.2.2017 ein Ergebnis: Die Verhandlungspartner einigten sich auf lineare Erhöhungen von 2,0 Prozent (ab 1.1.2017) und 2,35 Prozent (ab 1.1.2018). Mit der Einführung einer Erfahrungsstufe 6 in den Entgeltgruppen 9 bis 15 wird ein deutliches Zeichen für die Wettbewerbsfähigkeit des öffentlichen Dienstes, gerade im Lehrkräftebereich, gesetzt.

Für die Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen war die zusätzliche Erfahrungsstufe 6 die Hauptforderung dieser Tarifrunde. Sie bedeutet eine höhere Wertschätzung ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit und eine Aufwertung des Lehrerberufs im Freistaat. In der Entgelttabelle wird schrittweise eine zusätzliche sechste Erfahrungsstufe eingeführt, die nach einer Beschäftigungszeit von 15 Jahren erreicht wird. Zum 1. Januar 2018 wird diese neue Stufe mit halbem Betrag, zum 1. Oktober 2018 vollständig eingeführt.

Die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer haben für die Erfahrungsstufe 6 gekämpft und können einen großen Erfolg verbuchen. Mit dem Verhandlungsergebnis wurde ein tragfähiger Kompromiss bei der Verteilung des finanziellen Gesamtvolumens der Tarifeinigung zwischen den Berufsgruppen im öffentlichen Dienst erzielt.

Die Tarifeinigung von Potsdam sieht vor, dass nach Abschluss der Redaktionsverhandlungen zur Entgeltrunde die Gespräche zu strukturellen Fragen der Entgeltordnung-Lehrkräfte fortgesetzt werden. Der dbb, Spitzengewerkschaft des Sächsischen Lehrerverbandes, hatte diesen Tarifvertrag 2015 abgeschlossen. Nachdem die GEW nun in Potsdam nachgezeichnet hat, können wir mit vereinten Kräften die Entgeltordnung-Lehrkräfte weiterentwickeln. Das ist im Interesse der sächsischen Lehrerinnen und Lehrer, die sich wünschen, dass die Gewerkschaften ihre Kräfte bündeln.

Der Sächsische Lehrerverband wird seine Mitglieder in den nächsten Tagen über das Verhandlungsergebnis und die Hintergründe seines Entstehens informieren und zum Verhandlungsergebnis eine Mitgliederbefragung durchführen.



weitere Infos zum Download:

- 2017-02-17-dbb-Flugblatt_EKR-Tarifeinigung.pdf
- 2017-02-17_EKR-Einigungspapier.pdf
- 2017-02-17-EKR-Anlagen-zum-Eingungspapier.pdf
08.02.2017
Machtvoller Demozug durch Dresden - TeilnehmerInnen fordern lautstark Stufe 6

Der Lehrerstreik erfasste heute die große Mehrzahl der sächsischen Schulen. Viele tausend Beschäftigte im Landesdienst des Freistaates Sachsen protestierten in Dresden für ihre Forderungen bei der Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst. Mehr als 6.000 Teilnehmer zogen lautstark in einer beeindruckenden Demonstration des dbb, Spitzengewerkschaft des Sächsischen Lehrerverbandes, über die Augustusbrücke zum Carolaplatz, wo anschließend vor dem Finanzministerium eine Protestkundgebung stattfand. Die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer stellten wiederholt die überwiegende Mehrheit der Streikenden und Kundgebungsteilnehmer Sie trugen ihren Unmut in Dresden auf die Straße, nachdem auch die zweite Verhandlungsrunde mit der TdL ohne ein konkretes Angebot, insbesondere zur Erfahrungsstufe 6, beendet wurde. 

Verhandlungsführer des dbb in Potsdam, der dbb-Fachvorstand Tarifpolitik Willi Russ sprach zu den tausenden Kundgebungsteilnehmern: „Eine konstruktive Verhandlungsatmosphäre nützt uns nichts, wenn sie nicht zu einem konkreten Angebot führt. Die Arbeitgeber müssen jetzt endlich begreifen, dass gute Zukunftsperspektiven für den öffentlichen Dienst auch gute Zukunftsperspektiven für Deutschland eröffnen.“ Weiterhin richteten Markus Schlimbach, stv. DGB-Vorsitzender Sachsen, sowie Ursula Marlen Kruse, Landesvorsitzende GEW Sachsen, das Wort an die Menge.

Auch Finanzminister Prof. Dr. Georg Unland ließ es sich nicht nehmen, der Kundgebung beizuwohnen und wandte sich direkt an die Demonstranten.

Mehr als 50 Busse des Sächsischen Lehrerverbandes fuhren aus allen Landesteilen zur Kundgebung nach Dresden. Mehrere tausend Kundgebungsteilnehmer nutzten die öffentlichen Verkehrsmittel bzw. Dresdner kamen zu Fuß.

Adressat der Arbeitskampfmaßnahmen ist der sächsische Finanzminister Prof. Dr. Georg Unland, der für die Arbeitgeberseite in Potsdam mit am Verhandlungstisch sitzt. Zentraler Punkt der Forderungen in der Tarifrunde 2017 ist die Erhöhung der Tabellenentgelte um 6 Prozent einschließlich der Einführung einer Erfahrungsstufe 6 in der Länder-Gehaltstabelle und einem Mindestbetrag als sozialer Komponente. Die Etablierung einer zusätzlichen Erfahrungsstufe 6 in der Entgelttabelle ist die Hauptforderung der sächsischen Lehrerinnen und Lehrer in dieser Tarifrunde. Die Arbeitgeber haben weder bei der Erfahrungsstufe 6 noch bei der linearen Einkommenserhöhung ein Angebot unterbreitet. Auch bei der Weiterentwicklung der Entgeltordnungen geht es nicht voran.

Die dritte und vorerst letzte Verhandlungsrunde ist für den 16./17. Februar 2017 angesetzt.

Der Sächsische Lehrerverband bedankt sich bei den Lehrerinnen und Lehrer dafür, dass sie mit einem beeindruckenden Demozug und einer machtvollen Protestkundgebung eine wichtige Botschaft an die Arbeitgeber gerichtet haben.

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weitere Infos zum Download:

- dbb-Flugblatt_EKR-Warnstreiks-2017.pdf
01.02.2017
SLV beschließt Warnstreiks

Die zweite Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder ist am 31.01.2017 in Potsdam ergebnislos zu Ende gegangen.  Die Tarifpartner konnten sich weder bei der Stufe 6 noch bei der linearen Einkommenserhöhung auf ein akzeptables Angebot einigen. Auch bei der Weiterentwicklung der Entgeltordnungen geht es nicht voran. Stattdessen verweisen die Vertreter der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) immer wieder auf die finanziellen Auswirkungen der gewerkschaftlichen Forderungen.

Als Konsequenz sprachen sich die Mitglieder des SLV-Landesvorstandes einstimmig für Warnstreiks vor der nächsten Verhandlungsrunde aus. Der dbb, Spitzengewerkschaft des Sächsischen Lehrerverbandes, wird dazu die Lehrkräfte an allen öffentlichen Schulen in Sachsen aufrufen.

Die Lehrerinnen und Lehrer im Freistaat sind kampfbereit, um die Tarifforderungen durchzusetzen. Das geht aus den Ergebnissen der aktuellen Mitgliederbefragung des Sächsischen Lehrerverbandes hervor.

Die vorerst letzte und entscheidende Verhandlungsrunde findet am 16. und 17. Februar in Potsdam statt.

Der genaue Zeitpunkt der Arbeitskampfmaßnahmen und Warnstreikkundgebung wird nach einer Abstimmung mit den anderen Gewerkschaften zur Pressekonferenz am Freitag, 3. Februar 2017, um 11.00 Uhr bekannt gegeben.

18.01.2017
Beginn der Tarifrunde im öffentlichen Dienst: Einführung der Erfahrungsstufe 6 gefordert

Am 18.01.2017 fand in Berlin die Auftaktrunde zu den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder statt. Deren Spitzengewerkschaften dbb beamtenbund und tarifunion sowie ver.di bekräftigten ihre Forderung nach einer Einkommenserhöhung von 6 Prozent für die Einführung der Stufe 6, für die lineare Erhöhung der Tabellenwerte und für eine soziale Komponente bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

„Die Einführung einer zusätzlichen Erfahrungsstufe 6 in der Entgelttabelle ist für den Sächsischen Lehrerverband die Hauptforderung in der Tarifrunde 2017. Die Etablierung der Stufe 6 in der Länder-Gehaltstabelle ist eine realistische Chance, das Einkommen der Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder, gerade auch im Lehrkräftebereich, aufzuwerten.“, erklärt Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes, nach den heutigen Verhandlungen in Berlin. „Das hat für die Nachwuchsgewinnung in Sachsen eine entscheidende Bedeutung. Es gibt kaum noch Bewerbungen aus anderen Bundesländern, weil in Sachsen nicht verbeamtet wird. Attraktivere berufliche Perspektiven für Tarifbeschäftigte sind dringend notwendig, um im Wettbewerb zu bestehen.“ 

Die Weiterentwicklung des Tarifvertrages zur Eingruppierung von Lehrkräften (Entgeltordnung-Lehrkräfte) ist ein weiteres Ziel des dbb, der Spitzengewerkschaft des Sächsischen Lehrerverbandes. Diesen Tarifvertrag hatte der dbb 2015 mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) geschlossen.

Die Arbeitgeberseite legte bei der Auftaktrunde in Berlin erwartungsgemäß kein Angebot vor. Ihr neuer Verhandlungsführer, der niedersächsische Finanzminister Peter-Jürgen Schneider, sprach von „illusorischen Erwartungen“ der Gewerkschaften.

Die Tarifverhandlungen werden am 30./31.01.2017 und 16./17.02.2017 in Potsdam fortgesetzt.

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15.12.2016
Tarifrunde 2017: Erfahrungsstufe 6 wird Hauptforderung der sächsischen Lehrkräfte

Die Einführung einer zusätzlichen Erfahrungsstufe 6 in der Entgelttabelle wird die entscheidende Forderung der sächsischen Lehrerinnen und Lehrer in der Tarifrunde 2017 sein. Die Verwirklichung der Stufe 6 in der Länder-Gehaltstabelle ist eine realistische Chance, das Einkommen der Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder, gerade auch im Lehrkräftebereich, aufzuwerten. Der dbb konnte bei den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen im Frühjahr 2016 die Stufe 6 nach 15 Dienstjahren in der Entgelttabelle des Bundes, analog der bereits bestehenden Tabelle im kommunalen Bereich, durchsetzen.

Die Bundestarifkommission des dbb beamtenbund und tarifunion, der auch sächsische Lehrerinnen und Lehrer angehören, hat am 14.12.2016 in Berlin die Forderungen zur Einkommensrunde 2017 für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder aufgestellt. Der dbb fordert für die lineare Erhöhung der Tabellenwerte, für die Einführung der Stufe 6 und für eine soziale Komponente eine Einkommenserhöhung von 6 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Damit soll die Lücke in der Bezahlung zu den anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes der Bundesrepublik Deutschland geschlossen werden.

Das Forderungspapier umfasst im Wesentlichen folgende Punkte:

–      Erhöhung der Tabellenentgelte (TV-L und TVÜ-Länder) um 6 Prozent, darin enthalten:
o   Einführung einer Stufe 6 ab EG 9
o   ein Mindestbetrag als soziale Komponente

–      Stufengleiche Höhergruppierung

–      Weiterentwicklung der Entgeltordnung für Lehrkräfte
o   Realisierung der „Paralleltabelle“
o   verbesserte Eingruppierung von 1-Fach-Lehrern und Fachlehrern
o   spezifische Eingruppierungsregelungen für sächsische Lehrkräfte

–      Auszubildende:
o   Erhöhung der Ausbildungsentgelte (TVA-L BBiG und Pflege) um 90 Euro
o   Erhöhung des Urlaubsanspruchs auf 30 Tage
o   Übernahme aller Ausbildungskosten durch den Arbeitgeber
o   Übernahme aller Auszubildenden

–      Zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des materiellen Gehalts der Tarifeinigung auf den Beamtenbereich

–      Weiterentwicklung der allgemeinen Entgeltordnung im Bereich der TdL

–      Ausschluss sachgrundloser Befristungen

Auftakt der Tarifrunde ist am 18. Januar 2017 in Berlin, danach sind weitere Verhandlungen am 30./31.01.2017 sowie 16./17.02.2017 in Potsdam terminiert.

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weitere Infos zum Download:

- dbb_EKR_Tarifforderungen.pdf
- 2016-12-14_dbb_EKR-mitgliederinfo.pdf
23.11.2016
Branchentag zur Tarifrunde 2017: Lehrkräfte fordern deutliche Aufwertung des Lehrerberufs

Die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer erwarten in der Tarifrunde 2017 für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder eine höhere Wertschätzung ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit. Nachdem das Maßnahmenpaket der Sächsischen Staatsregierung zur künftigen Lehrerversorgung hauptsächlich auf den Lehrernachwuchs und auf Anreize zur Weiterbeschäftigung für Lehrkräfte ab 63 Jahre abzielt, fordern sie die Einführung einer zusätzlichen Erfahrungsstufe 6 in der Entgelttabelle. Der dbb konnte bei den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen im Frühjahr 2016 die Stufe 6 nach 15 Dienstjahren in der Entgelttabelle des Bundes, analog der bereits bestehenden Tabelle im kommunalen Bereich, durchsetzen. Die Realisierung der Stufe 6 in der Länder-Gehaltstabelle ist eine realistische Chance, das Einkommen der Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder aufzuwerten.

Auf dem heutigen Branchentag des dbb beamtenbund und tarifunion in Leipzig diskutierten die Mitglieder der dbb-Lehrergewerkschaften Sächsischer Lehrerverband, Philologenverband Sachsen und Berufsschullehrerverband sehr offen und konstruktiv ihre Forderungen zur bevorstehenden Tarifrunde.

Thema war auch die Weiterentwicklung des Tarifvertrages zur Eingruppierung von Lehrkräften (Entgeltordnung-Lehrkräfte). Dazu hatte der dbb mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL)  2015 erstmals in der Tarifgeschichte einen Tarifvertrag geschlossen, auf den nun aufgebaut werden muss. Die GEW hatte diesen Tarifvertrag abgelehnt und scheiterte seitdem mit Versuchen zur Durchsetzung landesbezirklicher Tarifverträge, so auch in Sachsen. Insbesondere geht es dabei um die Realisierung der „Paralleltabelle“, die verbesserte Eingruppierung von 1-Fach-Lehrern und Fachlehrern sowie die Eingruppierung von Pädagogischen Unterrichtshilfen/Sonderpädagogischen Fachkräften.

Bei der linearen Erhöhung der Tabellenwerte erwarten die Beschäftigten mindestens einen Tarifabschluss wie im Bereich des öffentlichen Dienstes von Bund und Ländern.

Willi Russ, Zweiter Vorsitzender des dbb und Fachvorstand Tarifpolitik, sagte:
„Lehrerinnen und Lehrer gehen, nicht nur in Sachsen, zu Recht mit großen Erwartungen in die nächste Einkommensrunde. Die Anforderungen an diese Berufsgruppe und ihre Leistungen sind höher denn je. Damit halten leider die Arbeits- und Einkommensbedingungen noch nicht Schritt. Für uns ist deshalb besonders die Weiterentwicklung der Entgeltordnung im Lehrkräftebereich ein wichtiges Thema. Der vom dbb mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder 2015 geschlossene Tarifvertrag bietet eine solide Grundlage.“ Spürbare Verbesserungen seien unerlässlich. „Sonst gibt es weder eine Entlastung für die derzeit tätigen Lehrkräfte, noch gelingt die Werbung um den Nachwuchs, den die Schulen so dringend brauchen.“

Jens Weichelt, stv. Vorsitzender der dbb-Bundestarifkommission und Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes, begründet die Etablierung einer zusätzlichen Erfahrungsstufe: „Die Bildungsqualität in Sachsen können wir nur nachhaltig sichern, wenn die Lehrerinnen und Lehrer, die den Freistaat auf Spitzenplätze namhafter Vergleichsstudien geführt haben, die die Integration der Flüchtlingskinder schaffen und in den kommenden Jahren mit der Ausbildung des Lehrernachwuchses und der Qualifizierung von Seiteneinsteigern zusätzliche Mammutaufgaben zu bewältigen haben, Anerkennung spüren.“         

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10.02.2016
Tarifverhandlungen zur Altersteilzeit

Liebe Mitglieder, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

am 09. Februar 2016 wurden zwischen dem dbb, Spitzenorganisation des SLV, und dem Freistaat Sachsen Tarifverhandlungen zur Verlängerung der Altersteilzeit im Lehrkräftebereich aufgenommen. Der dbb wird bei den bevorstehenden Verhandlungen mit der Staatsregierung ein neues Gesamtpaket anstreben, das neben Altersteilzeit weitere Maßnahmen zur Gestaltung des Generationenwechsels enthält. 



weitere Infos zum Download:

- TV_ATZ_Infoblatt.pdf
24.08.2015
10. Grundschul- und Erziehertag des SLV am 26. September – Anmeldung noch möglich

Der 10. Grundschul- und Erziehertag des Sächsischen Lehrerverbandes findet am 26. September 2015 ab  09.00 Uhr im Riverboat Leipzig, statt. Im Fokus der Veranstaltung steht im diesen Jahr der richtige Umgang mit schwierigen Kindern und Eltern.

Frau Martina Meixner, staatlich anerkannte Heilpädagogin, Hochbegabtenpädagogin, Supervisorin und Mitglied der Europäischen Gesellschaft für Coaching, Klienting und Supervision wird in ihrem Vortrag unter anderem auf Ursachen und gesellschaftliche Bedingtheit von auffälligem Verhalten, Diagnosekriterien für die häufigsten Störungen und Präventions- und Interaktionsmöglichkeiten eingehen. Diese Schwerpunkte verknüpft sie mit praktischen Tipps und Tricks für Lehrer/-innen und Erzieher/-innen.

Ihr Fachverband der Grundschullehrer und der Sächsische Erzieherverband im SLV laden Sie herzlich ein. Den Anmeldecoupon finden Sie auf dem unten angefügten Plakat zur Veranstaltung.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!



weitere Infos zum Download:

- Grundschul- und Erziehertag 2015.pdf
25.04.2013
Sächsischer Beamtenbund ruft zum VI. Gewerkschaftstag am 26./27.04.2013

Ab morgen findet an zwei Tagen im Dresdener Quality Plaza Hotel der VI. Gewerkschaftstag des SBB Beamtenbund und Tarifunion Sachsen unter dem Motto „Wir machen Staat!“ statt. Neben der Bearbeitung der von den Mitgliedsverbänden gestellten Anträge steht die Wahl einer neuen Landesleitung an.

Am Sonnabend, dem 27. April, lädt der SBB zu einer öffentlichen Veranstaltung ein. Neben der Antrittsrede der/des neuen Landesvorsitzenden wird sich auch der vor kurzem neu gewählte Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt erstmals in Sachsen vorstellen.

Weitere Informationen unter www.sbb.de