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Aktuelle Informationen

25.10.2018
Forderungen zur Tarifrunde 2019 – Diskutieren Sie mit!

Am 21. Januar 2019 starten die Tarifverhandlungen für die mehr als drei Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder. Dabei gilt es insbesondere, den Einkommensrückstand auf Bund und Kommunen aufzuholen. Nach dem guten Ergebnis, das diese im Frühjahr 2018 erzielt haben, wird die Lücke zu den Entgelttabellen des Länderbereichs ab März 2020 im Durchschnitt circa zehn Prozent betragen. Die Vorstellungen der Gewerkschaften zu den Entgeltordnungen, einschließlich EntgO-Lehrkräfte, bedeuten weitere vier Prozent höhere Personalkosten. Die Forderung nach stufengleicher Höhergruppierung wird für tausende Lehrkräfte in Sachsen Priorität haben.

Bei den dbb Branchentagen, die am 22. Oktober 2018 bei der Landesdirektion Sachsen in Chemnitz gestartet sind, werden die Forderungen gesammelt und diskutiert. Auf dem Branchentag für Lehrkräfte können auch Sie mit dem Fachvorstand Tarifpolitik des dbb, Volker Geyer, und dem stv. Vorsitzenden der dbb-Bundestarifkommission, Jens Weichelt, zu Ihren Erwartungen an die Tarifrunde ins Gespräch kommen. Wir freuen uns auf Sie

am 12. November 2018 von 16.00 bis 18.00 Uhr

im BSZ für Gastgewerbe in Dresden, Ehrlichstraße 1.

Mit welchen konkreten Forderungen der dbb in die Einkommensrunde geht, wird am 20. Dezember 2018 auf der Sitzung der Bundestarifkommission in Berlin beschlossen.

Sonderseite des dbb zur Einkommensrunde 2019 (dbb.de)



weitere Infos zum Download:

- dbb-Mitgliederinfo-Branchentag-Lehrkräfte_zum Aushang.pdf
19.10.2018
Sächsischer Lehrerverband zeigt datenschutzrechtliche Bedenken an

In einem kürzlich online gestellten Meldeportal der sächsischen AfD-Fraktion sollen Schüler bzw. deren Eltern Informationen über Lehrkräfte und deren Unterricht an die AfD melden. Dazu hat der Sächsische Lehrerverband in einem Schreiben an den Sächsischen Datenschutzbeauftragten seine datenschutzrechtlichen Bedenken angezeigt. Über das Portal werden ohne Kenntnis oder Zustimmung der Lehrkraft personenbezogene Daten erhoben, verarbeitet und gespeichert. Der SLV bittet den Datenschutzbeauftragten daher, den Sachverhalt zeitnah zu prüfen.

15.10.2018
Informationsveranstaltungen zum Verbeamtungsverfahren

Für alle für die Verbeamtung in Frage kommenden Lehrerinnen und Lehrer bietet der Sächsische Lehrerverband an verschiedenen Standorten Informationsveranstaltungen an. Zusätzlich erhalten SLV-Mitglieder die Möglichkeit, im Anschluss eine individuelle Beratung durch Vertreter des Sächsischen Lehrerverbandes in Anspruch zu nehmen.

Bautzen
Termin: 13.11.2018
Zeit: 15.00 - 17.00 Uhr Informationen für Mitglieder und Nichtmitglieder, 17.00 - 18.00 Uhr individuelle Beratung für SLV-Mitglieder
Ort: Sorbische Grundschule Bautzen, Friedrich-List-Str. 8
Anmeldung bis 06.11.2018 per E-Mail an kontakt@slv-gewerkschaft.de (Bitte Schule mit angeben!)

Freiberg
Termin: 19.11.2018
Zeit: 15.00 - 17.00 Uhr Informationen für Mitglieder und Nichtmitglieder, 17.00 - 18.00 Uhr individuelle Beratung für SLV-Mitglieder
Ort: Hotel & Restaurant bei Zwillings in Hilbersdorf
Anmeldung bis 13.11.2018 per E-Mail an micha.jung@web.de (Bitte Schule mit angeben!)

Torgau
Termin: 20.11.2018
Zeit: 14.30 - 16.30 Uhr Informationen für Mitglieder und Nichtmitglieder, 16.30 - 17.00 Uhr individuelle Beratung für SLV-Mitglieder
Ort: Johann-Walter-Gymnasium Torgau, Schlossstraße 9
Anmeldung bis 14.11.2018 per E-Mail an voso.slv@t-online.de (Bitte Schule mit angeben!)

09.10.2018
AfD-Pläne zur Überwachung der Lehrkräfte erinnern an Stasi-Methoden

Der Sächsische Lehrerverband sieht in den Plänen der sächsischen AfD-Fraktion zur Kontrolle der Lehrer via Online-Portal einen ernstzunehmenden Versuch, das parteipolitische Neutralitätsgebot auszuhebeln und den Unterricht zum Zwecke von Gesinnungsschnüffelei überwachen zu wollen. Der SLV verurteilt dieses Vorhaben entschieden und wird rechtliche Schritte prüfen lassen.

„Die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer gestalten ihren Unterricht nach den Grundsätzen des Beutelsbacher Konsenses. Was in Politik und Wissenschaft kontrovers diskutiert wird, stellen Lehrkräfte auch im Unterricht kontrovers dar. Das Vorhaben der AfD Sachsen, eine Beschwerdeplattform gegen Lehrer einzurichten, zielt auf Einseitigkeit, widerspricht unseren Grundwerten und ist nicht akzeptabel. Mit solchen Plänen wird versucht, das parteipolitische Neutralitätsgebot auszuhebeln und den Unterricht zum Zwecke von Gesinnungsschnüffelei überwachen zu wollen. Das erinnert an Stasi-Methoden“, konstatiert Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes.

Lehrern ist es nach dem Überwältigungsverbot des „Beutelsbacher Konsenses“ der politischen Bildung nicht erlaubt, die Schüler im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und damit an der „Gewinnung eines selbständigen Urteils“ zu hindern.
Der Beutelsbacher Konsens ist eine Übereinkunft, die seit 1976 in der Bundesrepublik Deutschland die Grundsätze der politischen Bildung festlegt. Demnach sollen Lehrer Schülern nicht ihre Meinung aufzwingen oder sie indoktrinieren. Bei Themen, die in Politik und Wissenschaft kontrovers diskutiert werden, müssen die kontroversen Positionen auch im Unterricht dargestellt werden. Außerdem sollen Schüler befähigt werden, politische Situationen zu analysieren und sich dazu eine eigene Meinung zu bilden. Konkurrierende Positionen von Parteien werden beispielsweise vor Wahlen anhand ihrer eigenen Wahlprogramme dargestellt. Auch aktuelle Themen, wie z. B. „Flüchtlinge“ bzw. „Zuwanderung“, werden in der Schule kontrovers dargestellt und von den Schülern diskutiert. 

„Schülerinnen und Schüler finden in der Schule einen Ort, wo sie diskutieren und ihre Meinungen artikulieren können. Eine Meinung wird auch nicht bewertet, ganz gleich, in welche Richtung sie geht. Sollte bei Schülern oder Eltern der Eindruck entstehen, dass Lehrer den Beutelsbacher Konsens nicht gebührend beachten, wird das klärende Gespräch mit dem Lehrer mehr bringen als eine Internetplattform“, sagt Jens Weichelt.

06.10.2018
Beförderungsamt für tarifbeschäftigte Lehrkräfte
Die am 5. Oktober 2018 verkündete Schaffung eines Beförderungsamtes für tarifbeschäftigte Lehrkräfte nach „EG 13 plus Zulage“ ist ein weiterer und wichtiger Baustein des Handlungsprogramms der Staatsregierung. Während die Verbeamtung sehr großen Zuspruch der jüngeren Lehrkräfte findet und auch Lehrernachwuchs aus anderen Bundesländern nach Sachsen bewegt, fehlte bislang ein Signal an die erfahrene Lehrergeneration.

Zusätzlich zu bereits bekannten Vorhaben, soll eine Zulage zur Besoldungsgruppe A 13 („A 13 Z“) in Höhe von 170 Euro im Beamtenrecht (Besoldungsordnung) geschaffen werden. Die dazugehörenden Haushaltstellen in Form von EG-13-Z-Stellen wären aber nur für Tarifbeschäftigte zugängig. Diese Konstellation ist nachhaltig, d.h. eine derartige beamtenrechtliche Zulage soll unbefristet gewährt werden, ist rentenwirksam und hat Auswirkungen auf die Jahressonderzahlung.
Angestellte Lehrkräfte der weiterführenden Schulen, die in EG 13 eingruppiert sind bzw. künftig in EG 13 eingruppiert werden, erhalten nach den Plänen der Regierungskoalition ab 2019 eine monatliche Zulage von 170 Euro. Grundschullehrer steigen in 2019 zunächst von EG 11 in EG 13 auf und werden nach Ablauf einer vorgeschriebenen Mindestwartezeit von einem Jahr ab 2020 auch die EG 13 plus Zulage erhalten.

Eine Gehaltsgruppe EG-13-Z bedeutet eine Besserstellung zu tarifbeschäftigten Lehrkräften in anderen Bundesländern, sie mindert die Nettolücke zu den künftigen Beamten, kann sie aber nicht kompensieren. Weitere Maßnahmen zur Annäherung an den Beamtenbereich waren mit dem Finanzvolumen dieses Handlungsprogramms nicht möglich. Der Sächsische Lehrerverband sieht darin eine langfristige Aufgabe, die sowohl im Rahmen von Tarifverhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), aber auch durch politische Entscheidungen in Sachsen gelöst werden muss.

Die bereits im März verkündeten Höhergruppierungsmöglichkeiten nach EG 14 sollen ab 2020 ausgebracht und an besondere Aufgaben gebunden werden. Hier erwartet der Sächsische Lehrerverband, dass die Schulen für die zur Verfügung stehenden EG-14-Stellen selbst Aufgaben benennen können und keine Beurteilungsverfahren für alle Lehrkräfte, sondern nur für die Bewerber durchgeführt werden.

Der Sächsische Lehrerverband hatte weitergehende Forderungen zur Stärkung der tarifbeschäftigten Lehrkräfte in die politische Diskussion eingebracht. Die Übernahme der Arbeitnehmerbeiträge zur Betriebsrente VBL wäre nach Auffassung des SLV die effektivste Maßnahme zur Besserstellung der tarifbeschäftigten Lehrkräfte. Außerdem kritisierte der Sächsische Lehrerverband, dass die im Handlungsprogramm vorgesehenen funktionslosen Beförderungsstellen für 20 Prozent der Lehrkräfte an weiterführenden Schulen im Entwurf der Staatsregierung zum Doppelhaushalt bei Weitem nicht einmal in diesem Umfang enthalten sind. Auch der dbb beamtenbund und tarifunion, die Spitzengewerkschaft des SLV, forderte weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der Tarifbeschäftigten gegenüber Finanzminister Dr. Matthias Haß.


05.10.2018
Volksantrag zur Gemeinschaftsschule – Bündnis plant einschneidende Schulstrukturreformen

 

Seit Ende September sammelt ein Bündnis aus mehreren Parteien, Gewerkschaften, Landeselternrat und Landesschülerrat Unterschriften, um Gemeinschaftsschulen als zusätzliche Schulart ins Sächsische Schulgesetz aufzunehmen. Seit dem Volksentscheid in Hamburg 2010 wissen auch die Initiatoren, dass das achtjährige Gymnasium besser nicht angetastet werden sollte. Die geplante Gemeinschaftsschule in Sachsen soll die Klassenstufen 1 bis 12 umfassen und Schüler zu Hauptschulabschlüssen, Realschulabschluss oder Abitur führen. Abweichend wären auch Modelle Klassen 1 bis 10 oder 5 bis 10 oder 5 bis 12 möglich.

Nach diesem Gesetzentwurf obliegt bis einschließlich Klasse 8 den Lehrern die Aufgabe, mittels Binnendifferenzierung (d.h. mindestens dreifacher Unterrichtsvorbereitungsaufwand, zusätzlich zur Inklusion) die Schüler entsprechend ihren Leistungsmöglichkeiten, Begabungen und Bildungsabsichten zu unterrichten. Erst ab Klassenstufe 9 kann je nach Leistungsstand und angestrebtem Abschluss eine abschlussbezogene Klassenbildung erfolgen.

Seit Jahrzehnten gibt es in vielen Bundesländern dazu politische Auseinandersetzungen und Strukturreformen mit ernüchternden Ergebnissen. Nun erreicht die Schulstrukturdebatte pünktlich vor den Landtagswahlen 2019 ausgerechnet Sachsen, dessen nachweislich erfolgreiches Schulsystem sich andere Bundesländer mittlerweile zum Vorbild genommen haben. Das Thema wird auch in den Lehrerzimmern kontrovers diskutiert.

Da der Volksantrag mehrere Vorstellungen von Gemeinschaftsschule bedient, ist eine sorgfältige Analyse angebracht.
-    Das Bündnis suggeriert ein „längeres gemeinsames Lernen“ aller Kinder. Man muss aber davon ausgehen, dass bei entsprechender Bildungsempfehlung die Eltern weiterhin das Gymnasium ab Klasse 5 favorisieren werden. Derzeit liegt die Übergangsquote bei 44 Prozent. Hier laufen alle Argumentationen der Befürworter ins Leere.
-    Wenn weiterhin ca. 40 Prozent der Schüler ab Klasse 5 das Gymnasium besuchen, stellt sich die Frage, ob eine Gemeinschaftsschule etwas bietet, was eine Oberschule nicht leisten kann oder könnte. Etwa 17 Prozent der Abiturienten erwerben bereits jetzt die allgemeine Hochschulreife nach einem Realschulabschluss der Oberschule am beruflichen Gymnasium.
-    Der Volksantrag sieht bei Mindestschülerzahlen und -zügigkeiten die gleichen Anforderungen wie bei Oberschulen vor. Somit ist davon auszugehen, dass nur große Schulgebäude für staatliche Gemeinschaftsschulen in Frage kommen. Freie Träger sind an diese Vorgaben nicht gebunden. Der SLV befürchtet daher eine erneute Bedrohung von etablierten Schulstandorten.

Der Sächsische Lehrerverband sieht im anhaltenden Lehrermangel die größte Herausforderung. Die Probleme der Lehrernachwuchsgewinnung werden nicht durch Schulstrukturdebatten gelöst. Deshalb wird der SLV weiterhin vernünftige Argumente in den politischen Meinungsbildungsprozess einbringen.

23.09.2018
Chemnitzer Lehrertag fordert Stärkung der Autorität von Pädagogen

Zum siebzehnten Mal veranstaltete der Sächsische Lehrerverband am Samstag, 22.09.2018, den Chemnitzer Lehrertag. Fast 500 Pädagogen aus ganz Sachsen und allen Schularten folgten der Einladung ins Gymnasium Einsiedel. Mit der einzigartigen Vielfalt von mehr als 20 Seminaren, Ausstellern aller namhaften Schulbuchverlage sowie einer hervorragenden Organisation bestätigte der Chemnitzer Lehrertag seinen Status als hochwertige und effektive Fortbildungsveranstaltung für Lehrer. 

Staatsminister Piwarz würdigte, dass Lehrer an einem Samstag so zahlreich diese aktive Art der Fortbildung nutzen und dankte ihnen für die täglich mit neuen Herausforderungen verbundene Arbeit. Angesichts der veränderten und immer heterogener werdenden Schüler- und Elternschaft müsse der Lehrerberuf wieder mit mehr Autorität ausgestattet werden, so der Minister. Gleichzeitig brauchen Lehrer Unterstützung durch weitere Experten. Programme für Schulassistenten und mehr Schulpsychologen werden derzeit auf den Weg gebracht.

Mit Blick auf den akuten Lehrermangel in Sachsen prognostizierte Kultusminister Piwarz, dass die ab 2019 geplante Verbeamtung zwar nicht kurzfristig alle Probleme lösen könne, aber in den nächsten fünf Jahren zum Erfolg führen werde. 75 Prozent der Berechtigten haben schon einen Antrag auf Verbeamtung gestellt. Bereits in diesem Jahr wechselten im Vergleich zu den Vorjahren mehr als zehnmal so viele verbeamtete Lehrkräfte aus anderen Bundesländern nach Sachsen. 

Jens Weichelt, Landesvorsitzender des SLV, stellte fest: „Verbeamtung ist attraktiv für die Lehrkräfte und unser Schulsystem. Aber es fehlt ein angemessener Ausgleich für die tarifbeschäftigten Lehrkräfte.“
Hinsichtlich der seit Monaten erwarteten Zulagen, Höhergruppierungen u. Ä. für Pädagogen, die nicht verbeamtet werden können, stellte Kultusminister Piwarz eine Entscheidung in den nächsten Tagen in Aussicht. 

„Geht‘s noch? – Schülern Grenzen setzen!“ war das Thema des Vortrages der Heilpädagogin und Supervisorin Martina Meixner. Sie zeigte an vielen praktischen Beispielen und mit lockeren Sprüchen auf, dass die zunehmende Vielfalt von Persönlichkeiten, Kulturen und Ansichten in den Klassenzimmern nur mit klaren Strukturen zu bewältigen ist. Kommunizieren, Klartext reden, gegenseitig Respekt zeigen, Grenzen setzen, wenige Regeln aufstellen und diese konsequent einfordern, Einigkeit im Kollegium zeigen – mit diesen Prinzipien ist es möglich, jeden Schüler zum Lernerfolg zu führen.

Der Siebzehnte Chemnitzer Lehrertag bot den Lehrkräften Rüstzeug und Motivation für ihre Arbeit durch zahlreiche Denkanstöße, umfangreiches Wissen und die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch. Viele Teilnehmer kündigten an, auch bei der nächsten Veranstaltung im Herbst 2019 wieder dabei zu sein.

 

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06.09.2018
Der SLV beim Tag der Sachsen in Torgau

Unter dem Motto „Torgau Bärenstark“ findet der 27. Tag der Sachsen vom 7. bis 9. September 2018 in Torgau statt. Der Sächsische Lehrerverband erwartet wieder viele interessante Gespräche mit Besuchern rund um den Lehrerberuf und die Bildung in Sachsen. Als kompetente Ansprechpartner seitens des SLV werden u. a. der Landesvorsitzende Jens Weichelt, sein Stellvertreter Michael Jung, der Tarifverantwortliche Steffen Winkler sowie der Kreisvorsitzende Nordsachsen, Volker Sommer, vor Ort sein.

Der Sächsische Lehrerverband wartet im Festzelt des SBB Beamtenbund und Tarifunion Sachsen auch mit einer Bastelstraße auf. Traditionell wird zudem wieder ein reger und interessanter Gedankenaustausch mit Politikern aus der sächsischen Landespolitik stattfinden.

Wir laden Sie herzlich ein, uns am Stand des Sächsischen Lehrerverbandes einen Besuch abzustatten. Sie finden uns im SBB-Festzelt am Friedrichplatz, Torgau (Bushaltestelle).



weitere Infos zum Download:

- Lageplan.pdf
29.08.2018
SLV kritisiert Schuldzuweisungen an Lehrkräften

Schuldzuweisungen gegenüber der schulischen Bildung und den Lehrkräften in Sachsen im Zusammenhang mit den Demonstrationen und Ausschreitungen in Chemnitz sind nach Auffassung des Sächsischen Lehrerverbandes völlig absurd. Sächsische Lehrerinnen und Lehrer nehmen ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag sehr ernst und setzen ihn vorbildlich um. Das beschränkt sich bei weitem nicht nur auf den Bereich der politischen Bildung.

In einer Medienberichterstattung wurde Sachsen Defizite im Bereich der politischen Bildung in den Schulen und damit eine Mitverantwortung an den politischen Entwicklungen im Freistaat unterstellt. Lehrerinnen und Lehrer mit DDR-Biographie als Mitverursacher darzustellen, ist ein primitiver und beleidigender Erklärungsversuch. Schule ist kein Reparaturbetrieb der Gesellschaft. Bildung findet nicht losgelöst von gesellschaftlichen Entwicklungen statt, sondern greift diese auf. Hier machen es sich einige Leute zu einfach bei der Ursachenanalyse.

Der Sächsische Lehrerverband verweist auf den sogenannten Beutelsbacher Konsens zur politischen Bildung, der seit 1976 in der Bundesrepublik Deutschland Grundsätze festlegt. „Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen.“ Das „Überwältigungsverbot“ erlaubt es nicht, „den Schüler – mit welchen Mitteln auch immer – im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und damit an der ‚Gewinnung eines selbständigen Urteils‘ zu hindern. Hier genau verläuft nämlich die Grenze zwischen Politischer Bildung und Indoktrination. Indoktrination aber ist unvereinbar mit der Rolle des Lehrers in einer demokratischen Gesellschaft und der – rundum akzeptierten – Zielvorstellung von der Mündigkeit des Schülers.“

Nach Auffassung des SLV muss eine offene und ehrliche Ursachenanalyse stattfinden, die die ostdeutschen Biographien, den Transformationsprozess im Zuge der deutschen Wiedervereinigung und die nach wie vor existierenden Ost-West-Unterschiede bei Arbeits- und Lebensbedingungen gebührend berücksichtigt. Die politischen Entscheidungsträger in Bundes- und Landespolitik müssen die Vorstellungen und Sorgen der Menschen ernst nehmen.

24.08.2018
Zügige Einigung im Interesse der tarifbeschäftigten Lehrkräfte dringend notwendig
Eine zügige Einigung der Koalitionspartner zu Maßnahmen für tarifbeschäftigte Lehrkräfte ist aus Sicht des Sächsischen Lehrerverbandes dringend geboten. Während bei dem Prozess der Verbeamtung „Nägel mit Köpfen“ gemacht werden und bereits über 2.000 Anträge von Bestandslehrkräften gestellt wurden, fehlt es an einer Einigung zu Maßnahmen für die Tarifbeschäftigten, die aus Altersgründen nicht mehr verbeamtet werden können.

Zur Aufwertung von tarifbeschäftigten Lehrkräften fordert der Sächsische Lehrerverband weiterhin die Gelder besser für die Übernahme der Beiträge zur Betriebsrente VBL zu verwenden. Bei anderen Zahlungen, die das Bruttoeinkommen erhöhen, kommt bei den Beschäftigten aufgrund von Steuern und Sozialabgaben weniger als die Hälfte an. Der SLV sieht in der Übernahme der Arbeitnehmerbeiträge in Höhe von 4,25 Prozent zur Betriebsrente VBL durch den Freistaat Sachsen die effektivste Maßnahme zur Besserstellung der Tarifbeschäftigten. Das ist tarifrechtlich möglich und legitim, denn für seine Beamten zahlt der Freistaat auch in den Generationenfonds. Wenn das Geld tatsächlich bei den tarifbeschäftigten Lehrerinnen und Lehrern ankommen soll, ist die Übernahme der Beiträge zur Betriebsrente durch den Freistaat die mit Abstand beste Variante.

Zugleich kritisiert der Sächsische Lehrerverband, dass die im Handlungsprogramm versprochenen funktionslosen Beförderungsstellen für 20 Prozent der Lehrkräfte an weiterführenden Schulen nach Gehaltsgruppe EG 14 im Entwurf der Staatsregierung zum Doppelhaushalt bei Weitem nicht einmal in diesem Umfang enthalten sind. Die bereits existierenden EG-14-Stellen (für Fachberater, Fachleiter, Oberstufenberater) wurden im Entwurf des Doppelhaushaltes eingepreist. So sind in der Planung für die etwa 5.700 sächsischen Gymnasiallehrkräfte (Stellen), die sich derzeit in der Gehaltsgruppe EG 13 befinden, lediglich 386 funktionslose Höhergruppierungen geplant. Für die etwa 3.000 Lehrkräfte (Stellen) an Berufsschulen in EG 13 soll es sogar nur 101 Höhergruppierungen geben.

Seit der Verkündung des Handlungsprogramms hatten Lehrerinnen und Lehrer bereits die niedrige Quote von 20 Prozent kritisiert, zwei Drittel der sächsischen Schulen plädierten für eine Erhöhung. Wenn jetzt noch weniger Beförderungsstellen kommen, ist das ein Skandal und die Politik verliert an Glaubwürdigkeit. Es muss für die funktionslosen Höhergruppierungen eine Quote geben, die sehr deutlich über 20 Prozent liegt und diese Stellen müssen zusätzlich zu den bereits existierenden geschaffen werden.

10.08.2018
Verbeamtung grundständig ausgebildeter Lehrkräfte in Sachsen

Antragstellung auf Verbeamtung ab 7. August 2018 möglich

Nachdem die zukünftige Verbeamtung von Lehrkräften bis zum 42. Lebensjahr mit dem „Handlungsprogramm zur nachhaltigen Sicherung der schulischen Bildung im Freistaat Sachsen“ am 9. März von der Sächsischen Staatregierung beschlossen wurde, ist nunmehr eine Antragstellung möglich.

Ab 07.08.2018 stellt das Landesamt für Schule und Bildung sämtliche Dokumente und den personifizierten Antrag für alle grundständig ausgebildeten Lehrkräfte, die bis einschließlich 31.12.2018 das 42. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und damit die altersmäßigen Voraussetzungen einer Verbeamtung erfüllen, im Schulportal bereit.

Für die Antragstellung benötigen die Lehrkräfte einen Zugang zum Schulportal. Die Schulleiter sind vom Landesamt für Schule und Bildung dazu aufgefordert, die betroffenen Lehrkräfte über den Verfahrensweg zu informieren und gegebenenfalls die hierfür noch erforderlichen Freischaltungen im Schulportal vorzunehmen.

Allgemeine Hinweise zum Verbeamtungsverfahren finden sich auch auf der Website des SMK.

Bitte beachten Sie, dass für eine schnellstmögliche Bearbeitung der Antrag auf Verbeamtung online bis zum 31.08.2018 erfolgen muss. Eine spätere Antragstellung ist zwar möglich, führt aber zu einer späteren Verbeamtung!

Gern beraten wir Sie und beantworten Ihre Fragen. Rufen Sie uns an unter 0351 839220 oder schicken Sie eine E-Mail an kontakt@slv-gewerkschaft.de.

Weiterführende Informationen finden unsere Mitglieder im internen Bereich .



weitere Infos zum Download:

- Auszug aus dem Schreiben des LaSuB an alle Lehrkräfte.pdf
09.08.2018
Einstellungen zu Schuljahresbeginn in Sachsen: Lehrermangel verschärft sich

Zum Start des Schuljahres 2018/2019 konnten in Sachsen 230 Lehrerstellen nicht besetzt werden, trotz des Engagements der Mitarbeiter an den Standorten des Landesamtes für Schule und Bildung und zusätzlicher Werbemaßnahmen des Kultusministeriums. Der Lehrermangel spitzt sich weiter zu, denn Reserven sind seit Jahren ausgeschöpft. 

Seit 2010 hatte der Sächsische Lehrerverband zusätzliche Einstellungen gefordert, zu Zeiten, als es noch ausgebildete Bewerber gab. Die Fehler in der Personalpolitik vergangener Jahre müssen nun Schüler und Lehrkräfte ausbaden. Angesichts eines bundesweit vorherrschenden Lehrermangels ist es besonders problematisch, zusätzliche Einstellungen von grundständig ausgebildeten Lehrkräften zu realisieren. Und so bedeuten die 230 unbesetzten Lehrerstellen ein weiteres schwieriges Schuljahr für Schüler und Lehrkräfte – bei steigenden Schülerzahlen.

Der Mangel an Bewerbern mit vollständiger Lehrerausbildung ist in ganz Sachsen seit spätestens 2015 offensichtlich. Wenn überhaupt, konnten Lücken in der Lehrerversorgung an Grundschulen, Oberschulen und Förderschulen in den letzten Jahren nur durch eine Vielzahl an Seiteneinsteigern geschlossen werden. Deren Anteil ist mit 11 Prozent in diesem Einstellungsverfahren bzw. 35 Prozent seit Jahresbeginn rückläufig. Andererseits waren noch nie so viele Stellen unbesetzt. Denn es gibt mittlerweile auch weniger Bewerbungen von Seiteneinsteigern, die über die notwendigen Voraussetzungen verfügen.

Mit der Entscheidung der Regierungskoalition zur Verbeamtung von Lehrkräften wird der Freistaat auf dem umkämpften Lehrerarbeitsmarkt wettbewerbsfähig. Seine tatsächliche Wirkung wird diese Maßnahme aber erst ab 2019 entfalten. Der anhaltende Lehrermangel führt zu einer permanenten Zunahme der Arbeitsbelastungen von sächsischen Lehrkräften.

Der Sächsische Lehrerverband fordert deshalb wiederholt wertschätzende Maßnahmen für die erfahrene Lehrergeneration, für die eine Verbeamtung aus Altersgründen nicht mehr möglich ist. Dazu gehört die Übernahme der Arbeitnehmerbeiträge zur Betriebsrente VBL durch den Freistaat Sachsen. Aus Sicht des SLV ist das die effektivste Maßnahme zur Minderung der Nettolücke zu den Beamten. Funktionslose Höhergruppierungen nach EG 14 sind eine weitere Möglichkeit zur Verbesserung der Bezahlung der angestellten Lehrkräfte. Sie sind in vielen anderen Bundesländern fester Bestandteil einer Einkommensbiografie. Sachsens Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Ländern würde sich damit zusätzlich verbessern. Die Vorstellungen des Sächsischen Lehrerverbandes zielen auch auf eine deutlich größere Quote, um möglichst vielen erfahrenen Lehrkräften diese Wertschätzung zukommen zu lassen.

Mit der künftigen Verbeamtung ist Sachsen im Wettbewerb deutlich besser aufgestellt, aber mittlerweile sind in nahezu allen Bundesländern ausgebildete Lehrer knapp. Die Lehrerausbildung in Sachsen muss dringend auf die sächsischen Bedarfe ausgerichtet werden. Zur Erhöhung der Zahl grundständig ausgebildeter Bewerber und zur Sicherung des Lehrernachwuchses in ganz Sachsen muss beispielsweise die Lehrerausbildung in Chemnitz dauerhaft erweitert werden. Neben einer langfristigen Sicherung des Lehramtsstudiengangs Grundschule ist es notwendig, die Lehramtsstudiengänge an der TU Chemnitz für das Lehramt an Mittelschulen, vor allem in den sogenannten „MINT-Fächern“ Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sowie den technischen Fächern der berufsbildenden Schulen zu etablieren. Das ist eine entscheidende Voraussetzung zur künftigen Nachwuchsgewinnung in ganz Sachsen.

13.07.2018
Entlastungen per Schulleiterbrief angekündigt

Das Sächsische Staatsministerium für Kultus hat in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien in einem Schulleiterbrief über Entlastungsmaßnahmen informiert. Der Lehrerhauptpersonalrat und das Kultusministerium haben zu diesen Arbeitserleichterungen seit mehreren Wochen intensive Gespräche geführt. In der aktuellen Situation des Lehrermangels war es nur möglich, solche Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die das Arbeitsvermögen nicht reduzieren.

Der Sächsische Lehrerverband begrüßt die Arbeitsentlastungen. Dazu gehört u. a. die Abschaffung der Vorbereitungswoche in der bisherigen Form. Zukünftig entscheidet der Schulleiter nach Anhörung der Gesamtlehrerkonferenz, ob und in welchem zeitlichen Umfang er Tage zur Vorbereitung des Schuljahres einplant.

Positiv sieht der SLV auch den vom Kultusministerium beabsichtigten Ausbau von Assistenzsystemen an den Schulen. Stellen für Schulassistenten müssen in dem Maße erhöht werden, wie freie Lehrerstellen nicht besetzt werden können. So können weitere Entlastungen für Lehrkräfte und Schulleiter erreicht werden.

Viele der avisierten Maßnahmen werden erst langfristig ihre volle Wirkung entfalten. Außerdem wird es von den einzelnen Schulen und nicht zuletzt der Führungsqualität der Schulleitung abhängen, welche Entlastungen wie und in welchem Umfang greifen. Die Lehrerpersonalräte an den Schulen werden diesen Prozess im Interesse der Kolleginnen und Kollegen begleiten.

28.06.2018
Veränderte Stundentafeln für Grundschulen, Oberschulen und Gymnasien ab dem Schuljahr 2019/2020

Am 26.6.2018 stellte der Staatsminister für Kultus, Christian Piwarz, die Änderungen in den Stundentafeln für Grundschulen, Oberschulen und Gymnasien ab dem Schuljahr 2019/2020 auf einer Pressekonferenz vor. Ziel des Vorhabens ist es, die Unterrichtsbelastung für die Schüler zu senken und mehr Lehrerarbeitsvolumen (ca. 770 Lehrerstellen) zugunsten der Unterrichtsabsicherung freizusetzen.

Diese Kürzungen stellen aus Sicht des SLV aber auch eine Gefahr partieller Einschnitte bei der Bildungsqualität dar.

Als das Handlungsprogramm „Nachhaltige Sicherung der Bildungsqualität im Freistaat Sachsen“ am 9. März 2018 vorgestellt wurde, war lediglich eine Absenkung des Unterrichtsvolumens um vier Prozent vermerkt, begründet mit der überdurchschnittlich hohen Stundenlast der sächsischen Schüler im bundesweiten und europäischen Vergleich. Dazu gab es bislang relativ wenige kritische Stimmen. Mit der Bekanntgabe der Fächer und Klassenstufen, in denen Kürzungen erfolgen sollen, werden die Pläne konkret. Sie betreffen eine Stärkung der politischen Bildung mit je einer Wochenstunde in den Klassenstufen 7 und 8, aber eine Reihe von Kürzungen, die auf mehrere Fächer verteilt werden sollen.

Vor dem Hintergrund der Defizite von Schülern in der Rechtschreibung ist die Kürzung im Fach Deutsch in Klasse 4 besonders problematisch. Reduzierungen in Mathematik, Biologie sowie dem Fach Technik und Computer stehen im Widerspruch zum hohen Stellenwert naturwissenschaftlicher Bildung im Freistaat. Auch die geplanten Reduzierungen in Englisch, 2. Fremdsprache, Sport und Musik werden auf viel Kritik in den Lehrerzimmern treffen. Kein Lehrer möchte Kürzungen in „seinem“ Fach und in der Gesamtheit werden Abstriche an der Bildungsqualität befürchtet.

Kritisch ist auch die Möglichkeit „schuleigener Stundentafeln“ zu sehen, bei denen die Schulen eigenverantwortlich ein Fach um eine Stunde reduzieren, ein anderes um eine Stunde erhöhen können. Gerade bei Fächern mit zwei Wochenstunden, wie z. B. Physik, Biologie, Geographie und weiteren, bedeutet die Reduzierung um eine Stunde unterm Strich eine Halbierung der zur Verfügung stehenden Zeit zur Vermittlung von Wissen und Kompetenzen.
Veränderungen in Lehrplänen und Stundentafeln sind nicht neu. Sie sind auch in gewissen Zeitabständen notwendig und sinnvoll, damit neue Entwicklungen in der Gesellschaft, in Wissenschaft und Technik einfließen können. Im konkreten Verfahren wäre es aber vernünftiger gewesen, zunächst Lehrpläne zu analysieren. Es gibt durchaus Doppelungen von Inhalten, insbesondere fachübergreifend, die Ansatzpunkte für Überarbeitungen bieten.

Der Sächsische Lehrerverband erwartet, dass die Anpassungen der Lehrpläne nicht zu einer Komprimierung der Inhalte, sondern zu sinnvollen Reduzierungen und Freiräumen führen. Die Veränderungen bedürfen im Nachgang einer kritischen Analyse. Spätestens nach der Überwindung des Lehrermangels müssen Stundentafeln und Lehrpläne auf den Prüfstand. Derzeit führt der Lehrermangel auch ohne Reduzierung der Stundentafel zu planmäßigem und außerplanmäßigem Unterrichtsausfall. Zunehmend müssen Schulen mit Blick auf ihre Personalsituation eigenverantwortlich Kürzungen vornehmen. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, sind die geplanten Kürzungen der Stundentafel ab dem Schuljahr 2019/2020 ein Resultat des anhaltenden Lehrermangels.



weitere Infos zum Download:

- 2018-06-26-SMK-veränderte-Stundendtafeln_GS-OS-Gym.pdf
22.06.2018
Gespräch zur Weiterentwicklung des Handlungsprogramms

Forderungen der Lehrergewerkschaften werden genau geprüft

Zwei Stunden lang diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der sächsischen Lehrergewerkschaften SLV, PVS, LVBS und GEW am 21. Juni 2018 mit Vertretern des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über die Weiterentwicklung des Handlungsprogramms.
Seitens der Lehrergewerkschaften wurden mehrere Handlungsoptionen vorgestellt.
Dazu zählen insbesondere die Übernahme der VBL-Beiträge durch den Freistaat Sachsen, die Erhöhung der Anzahl der funktionslosen EG-14-Stellen und die Zahlung von Zulagen an tarifbeschäftigte Lehrkräfte.
Diese Maßnahmen wurden vor dem Hintergrund ihrer Wirksamkeit und tarifrechtlichen Umsetzbarkeit teilweise kontrovers mit Staatsminister Christian Piwarz und weiteren Vertretern des SMK erörtert.
Die Verbeamtung ist aus der Sicht aller Lehrergewerkschaften fester Bestandteil des Handlungsprogramms.

Der Staatsminister erklärte, dass man in den letzten zwei Jahren – im Vergleich zu den Jahrzehnten vorher – schon viel für die Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen getan habe. Das vorliegende Handlungsprogramm umfasse Maßnahmen in Höhe von insgesamt 1,7 Milliarden Euro; ein Aufwuchs dieser Summe sei bei einer Weiterentwicklung allerdings nicht möglich.

Die Vertreter des SMK betonten ihre Absicht, den Lehrkräften Laufbahnentwicklungen nach EG 14 zu ermöglichen, um so die Attraktivität des Lehrerberufs in Sachsen zu erhöhen. Solche Beförderungen setzen allerdings auch Beurteilungsverfahren voraus. Dieses umstrittene Thema wurde intensiv diskutiert – insbesondere in Bezug auf Transparenz, Durchführbarkeit und Akzeptanz in der Lehrerschaft. 

Seitens der Lehrergewerkschaften wurden auch Arbeitserleichterungen thematisiert. Während der Abstimmungsprozess zwischen dem Lehrerhauptpersonalrat und dem Kultusministerium zu kurzfristigen Maßnahmen, die das Arbeitsvermögen nicht schmälern, fast abgeschlossen ist, bedarf es nach Auffassung der Lehrergewerkschaften weiterer Perspektiven: Wenn es die Personalsituation zulässt, dürfen auch Entlastungen, wie z. B. eine Klassenleiter- bzw. Tutorenstunde und die Rückkehr zur Unterrichtsverpflichtung von 24 Stunden, kein Tabu mehr sein. Staatsminister Christian Piwarz erklärte, er wolle auch den Blick in die Zukunft richten und darüber nachdenken, inwiefern sich Schule und Bildung verändern werden, was Lehrkräfte leisten können, wo sie Unterstützung brauchen und zu welchem Zeitpunkt man welche personelle Unterstützung tatsächlich realisieren könne.

In Schulleiterbriefen zum Ende dieses Schuljahres sollen erste Maßnahmen zur Entlastung vorgestellt werden. Es sei zudem die feste Absicht des SMK, Assistenzsysteme an den Schulen weiter auszubauen. 

Staatsminister Christian Piwarz erklärte abschließend, dass nach den Sommerferien Entscheidungen darüber getroffen werden müssen, welche Elemente zusätzlich zur Verbeamtung den Lehrerberuf in Sachsen attraktiv machen und zur Wertschätzung aller Kolleginnen und Kollegen beitragen können. Die sächsischen Lehrergewerkschaften haben ihre Bereitschaft zur weiteren Begleitung des politischen Entscheidungsprozesses im Interesse der Lehrerinnen und Lehrer erklärt.

12.06.2018
Kundgebung in Dresden zur Weiterentwicklung des Handlungsprogramms

Teilnehmer fordern Einkommensverbesserungen für Tarifbeschäftigte und Arbeitsentlastungen

Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Sachsen versammelten sich am 12.06.2018 – dem Tag des Lehrers – vor dem Kultusministerium in Dresden, um ihrer Forderung nach Weiterentwicklung des von der Staatsregierung beschlossenen Handlungsprogramms „Nachhaltige Sicherung der Bildungsqualität in Sachsen“ Nachdruck zu verleihen. Mit den gemeinsamen Zielen deutlicher Einkommensverbesserungen für alle tarifbeschäftigten Lehrkräfte und spürbarer Arbeitsentlastungen riefen die Lehrergewerkschaften Sächsischer Lehrerverband (SLV) und GEW Sachsen zu dieser Aktion auf. Mit der Kundgebung soll auch die Position der Interessenvertretungen für das anberaumte Spitzengespräch mit dem Staatsminister für Kultus, Christian Piwarz, am 21. Juni 2018 gestärkt werden.

„Das Handlungsprogramm enthält die Umsetzung einer Vielzahl von Forderungen, die der Sächsische Lehrerverband jahrelang verfolgt hat und mit der Verbeamtung ein starkes Signal an den Berufsnachwuchs. Aber alle Lehrerinnen und Lehrer, auch die erfahrene Generation, die nicht mehr verbeamtet werden kann, erwarten wertschätzende Maßnahmen. An dieser Stelle muss das Handlungsprogramm weiterentwickelt werden.“, fordert Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes.

Der Sächsische Lehrerverband hat sich seit seiner Gründung 1990 zum Beamtenstatus für Lehrkräfte bekannt und forderte im Zuge der Entstehung des Handlungsprogramms stets die Untrennbarkeit von Verbeamtung und wertschätzenden Maßnahmen für die erfahrene Lehrergeneration. Jens Weichelt verwies in seiner Rede in Dresden auf die Spitzenleistungen dieser Lehrer und die zahlreichen Entbehrungen in den zurückliegenden Jahrzehnten. Der Freistaat hatte sich in den 1990er Jahren gegen die Verbeamtung von Lehrkräften entschieden, das Regelstundenmaß wurde über den Bundesdurchschnitt angehoben und 1992 begannen 18 Jahre unfreiwilliger Teilzeit. Sowohl Eingruppierung in Gehaltsgruppen als auch das Lohniveau lagen circa 20 Jahre lang unter dem Westniveau.
Infolge des Nettolohngefälles zu verbeamteten Lehrkräften sehen diese Lehrerinnen und Lehrer nunmehr eine Gerechtigkeitslücke, weil für sie die Verbeamtung aus Altersgründen nicht mehr möglich ist. Deshalb hat der Sächsische Lehrerverband immer wieder Handlungsoptionen aufgezeigt, die zu einer Aufwertung der Arbeit der erfahrenen Lehrergeneration und zur Erhöhung des Nettoeinkommens tarifbeschäftigter Lehrkräfte führen würden.
Dazu gehören die Übernahme der Arbeitnehmerbeiträge in Höhe von 4,25 Prozent zur Betriebsrente VBL durch den Freistaat Sachsen, eine deutlich höhere Quote an Höhergruppierungsstellen für die tarifbeschäftigten Lehrkräfte sowie die Gewährung von Zulagen auf der Grundlage des TV-L § 16 (5). Danach kann „zur Bindung von qualifizierten Fachkräften“ tarifbeschäftigten Lehrkräften eine Zulage gezahlt werden. Außerdem müssen Arbeitserleichterungen, die bereits mit dem Maßnahmenpaket der Staatsregierung vom Oktober 2016 angekündigt wurden, nun endlich umgesetzt werden.

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26.05.2018
Dialogreihe in Leipzig beendet

80 Teilnehmer fanden sich am 25.05.2018 in Leipzig zur Diskussionsveranstaltung mit Kultusminister Christian Piwarz ein. Es war der letzte Termin einer Dialogreihe, zuvor gab es bereits Gespräche in Dresden und Chemnitz.

Wie schon bei den anderen Dialogveranstaltungen waren auch hier wieder kritische Stimmen zu hören. Die Erwartungen der erfahrenen Lehrergeneration an die Staatsregierung waren und sind weiterhin hoch. Die überwiegende Zahl der Lehrer sieht diese mit dem Handlungsprogramm „Nachhaltige Sicherung der Bildungsqualität im Freistaat Sachsen“ nicht erfüllt. Mehr Wertschätzung für langjährige Beschäftigte war auch in Leipzig die am häufigsten gestellte Forderung. Bei der Frage, wie diese aussehen soll, gehen die Vorstellungen auseinander. Eine Zulage von 1.000 Euro für alle tarifbeschäftigten Lehrkräfte, wie sie auf der Dresdner Veranstaltung gefordert wurde, erntete genauso den Beifall der Teilnehmer wie das Plädoyer nach Arbeitserleichterungen bzw. Anrechnungsstunden an Stelle von „mehr Geld“. Für Staatsminister Piwarz sei es eine der größten Herausforderungen, auszumachen, was „echte“ Wertschätzung für die sächsischen Lehrkräfte überhaupt bedeute. Bei seiner Arbeit versuche er stets, den Lehrerberuf in die Mitte der Gesellschaft zu rücken, um ihn „wertig“ zu machen. Dazu werde er weiterhin positiv und gut über die sächsischen Lehrkräfte sprechen und mit sehr guten Angeboten für den Lehrerberuf werben.

Der SLV-Landesvorsitzende Jens Weichelt bekräftigte zudem die Forderung nach Übernahme der VBL-Beiträge durch den Freistaat Sachsen, die vom SLV gefordert wird. Weiterhin drängt der Sächsische Lehrerverband auf eine höhere Quote von Höhergruppierungsstellen und Zulagenregelungen.

Staatsminister Piwarz versicherte zum Schluss, dass jeder der Gesprächstermine sinnvoll und richtig gewesen sei, denn er hätte einige Anliegen für seine zukünftige Arbeit daraus mitgenommen. Die Lehrer nutzten die SLV-Veranstaltungen, um selbst ihre Forderungen mit eigenen Argumenten an den Minister zu richten und seine Antwort zu hören. Natürlich stieß nicht jede seiner Äußerungen auf Wohlgefallen, gerade wenn er deutlich machte, wo nach seiner Einschätzung Möglichkeiten von Verbesserungen bestehen und wo (seine) Grenzen liegen.

18.05.2018
Dialogreihe mit Staatsminister Piwarz in Chemnitz fortgesetzt

70 Lehrerinnen und Lehrer versammelten sich am Freitagnachmittag in Chemnitz um mit Staatsminister Christian Piwarz zum Handlungsprogramm „Nachhaltige Sicherung der Bildungsqualität im Freistaat Sachsen“ ins Gespräch zu kommen.

Statt frühzeitig ins lange Pfingstwochenende zu starten, nutzten die Lehrer die vom SLV dargebotene Möglichkeit, um erneut ihre Vorstellungen gegenüber dem Kultusminister zu artikulieren.

Nach der Begrüßung durch Katrin Mulcahy, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes im SLV und Vorsitzende des Lehrerhauptpersonalrates, wurde direkt in einen konstruktiven Austausch gestartet. Die anwesenden Lehrer fanden deutliche Worte für die im Handlungsprogramm verankerten Pläne der Staatsregierung. Für sie und viele ihrer Kollegen ist es nicht nachvollziehbar, dass die erfahrene und verdienstvolle Lehrergeneration nicht die erwartete Wertschätzung im Handlungsprogramm findet. Staatsminister Christian Piwarz begründete mit dem Verweis auf den Mangel an Bewerbern mit vollständiger Lehrerausbildung die geplante Verbeamtung. Nur wenn mehr grundständig ausgebildete Kollegen für den sächsischen Schuldienst gewonnen würden, könnte die verdienstvolle Lehrergeneration entlastet werden. Die Teilnehmer der Dialogveranstaltung mahnten in ihren Wortmeldungen mehrfach die zügige Umsetzung von Arbeitserleichterungen an. Wiederholt wurde auch auf die Gerechtigkeitslücken bei der Bezahlung von Fachlehrern an beruflichen Schulen und Förderschulen hingewiesen. Dem Kultusminister wurde mit auf den Weg gegeben, dass insbesondere für diese Kollegen hinsichtlich ihrer Eingruppierung in Entgeltgruppen dringend Verbesserungen notwendig sind.

Der SLV-Landesvorsitzende Jens Weichelt bekräftigte zudem die Forderung nach Übernahme der VBL-Beiträge durch den Freistaat Sachsen, die vom SLV gefordert wird. Weiterhin drängt der Sächsische Lehrerverband auf eine höhere Quote von Höhergruppierungsstellen und Zulagenregelungen.

09.05.2018
Landesweite Personalrätekonferenz in Dresden

Rund 900 Lehrerpersonalräte aus ganz Sachsen kamen am 8. Mai 2018 ins ICC nach Dresden, um mit Staatsminister Christian Piwarz über eine Weiterentwicklung des Handlungsprogramms „Nachhaltige Sicherung der Bildungsqualität in Sachsen“ zu diskutieren. Nach dessen Verkündung durch die Staatsregierung im März erreichten den Sächsischen Lehrerverband viele Rückmeldungen von Lehrerinnen und Lehrer, die sich bei den vorgesehenen Maßnahmen benachteiligt fühlen und für eine deutliche Nachbesserung des Programms aussprechen. Die sächsischen Lehrergewerkschaften SLV, GEW, PVS und LVBS organisierten deshalb gemeinsam eine landesweite Personalrätekonferenz.

Neben den Lehrervertretern und dem Staatsminister verfolgten weitere Landtagsabgeordnete, darunter die bildungspolitischen Sprecher Lothar Bienst (CDU) und Sabine Friedel (SPD) und der Fraktionsvorsitzende Rico Gebhardt (Die Linke), weitere Vertreter der Landtagsfraktionen sowie der Präsident des Landesamtes für Schule und Bildung, Ralf Berger, diese Veranstaltung sehr aufmerksam. Nach der Begrüßung durch die Moderatorin Uta Deckow ergriff Staatsminister Piwarz das Wort und gab kurz die Eckpunkte des Handlungsprogramms sowie den Standpunkt der Staatsregierung dazu wider. Das Handlungsprogramm sei darauf ausgelegt, mehr grundständig ausgebildete Lehrkräfte an die Schulen zu bringen. Nur auf einer breiteren Personalbasis seien Entlastungen für die erfahrene Lehrergeneration möglich.

Die anwesenden Personalräte brachten nicht nur ihren Unmut und Besorgnis über die aktuelle und zukünftige Situation an den Schulen zum Ausdruck, sondern unterbreiteten auch konkrete Lösungsansätze, die auf mehr Wertschätzung und tatsächliche Entlastung für alle sächsischen Lehrerinnen und Lehrer abzielten.

Der Staatsminister erwies sich als aufgeschlossener Gesprächspartner, dem verschiedene Problemfelder vorgetragen wurden. Nicht jede seiner Antworten stieß dabei auf Akzeptanz, insbesondere wenn es um einen angemessenen Ausgleich für alle Lehrkräfte geht, die aus Altersgründen nicht mehr verbeamtet werden können.

Bereits in der Phase der Erarbeitung des Handlungsprogramms hatte der Sächsische Lehrerverband viele Aktivitäten unternommen, um weitergehende Verbesserungen für alle sächsischen Lehrerinnen und Lehrer zu erreichen und den politischen Entscheidungsträgern Lösungsvorschläge unterbreitet. Der Landesvorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt, bekräftigte auf der Personalrätekonferenz die Forderungen zur Erhöhung des Nettoeinkommens tarifbeschäftigter Lehrkräfte. Dazu zählen die Übernahme der VBL-Beiträge durch den Freistaat Sachsen, eine höhere Quote von Höhergruppierungsstellen und Zulagenregelungen.

Zudem müssen Arbeitserleichterungen zügig umgesetzt werden. Laut Befragung des SLV an sächsischen Schulen stehen bei den Lehrkräften Anrechnungen bzw. Vergütungen für Klassenleiter- und Mentorentätigkeit weit oben auf der Liste der geforderten Arbeitserleichterungen, gefolgt vom Abordnungs- und Versetzungsschutz für Ältere und Anrechnungen für die Einarbeitung in fachfremden Unterricht. Außerdem hatte die Befragung ergeben, dass eine große Zahl von Lehrkräften aus ganz Sachsen bereit wäre, in ihrer Freizeit an Protestkundgebungen teilzunehmen, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen.

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30.04.2018
Kultusminister im Dialog mit Mitgliedern des Sächsischen Lehrerverbandes

Nach der Verkündung des Handlungsprogramms durch das Staatsministerium für Kultus im März erreichten den Sächsischen Lehrerverband viele Rückmeldungen von Kolleginnen und Kollegen, die sich teilweise für deutliche Nachbesserungen am Programm aussprachen.

Damit ihre Vorschläge und Anregungen den richtigen Adressatenkreis erreichen, organisierte der SLV eine Dialogreihe mit dem Staatsminister für Kultus, Christian Piwarz. Am 27. April fand in Dresden der Auftakt der Dialogveranstaltungen statt.

Der Einladung waren nicht nur der Kultusminister gefolgt, sondern auch der Präsident des Landesamtes für Schule und Bildung, Ralf Berger, der Leiter des LaSuB-Standortes Dresden, Hagen Kettner, sowie der Leiter der Abteilung 2 im SMK, Bela Belafi.

Nach der Begrüßung durch die Dresdner Bezirkspersonalrätin Petra Thie wurde ohne große Umschweife in den direkten Austausch mit dem Kultusminister eingestiegen. Die 80 anwesenden Kolleginnen und Kollegen aus allen Schularten konnten zahlreiche Fragen loswerden. Diese waren teilweise sehr komplex und spiegelten die aktuellen Problemlagen an den sächsischen Schulen gut wider: die Themen Wertschätzung älterer Kollegen, das Neuland Verbeamtung, die Lehrerausbildung sowie Mehrbelastungen durch Inklusion und die Qualifikation von Seiteneinsteigern u.v.a.m. kamen mehrfach zur Sprache.

Nicht jede Antwort des Kultusministers traf dabei auf Wohlgefallen, insbesondere das Thema der Benachteiligung von Ü42-Kollegen ist eines, zu dem unbedingt Lösungen erwartet werden. Hier schlug Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes, mehrere Maßnahmen vor. Dazu zählen die Übernahme der VBL-Beiträge durch den Freistaat Sachsen, eine höhere Quote von Höhergruppierungsstellen und Zulagenregelungen. Der Landesvorsitzende bekräftigte zudem die Forderung nach zügiger Umsetzung von Arbeitserleichterungen, die auch von den Teilnehmern der Dialogveranstaltung mehrfach angemahnt wurden. Dazu befindet sich der Lehrerhauptpersonalrat derzeit in einem konstruktiven Abstimmungsprozess mit dem SMK.  

Viele der teilnehmenden Kollegen dankten am Ende für eine gelungene Veranstaltung und lobten die unkomplizierte Kommunikation mit dem Kultusminister. Die nächste Gelegenheit dazu wird es am 18. Mai in Chemnitz und am 25. Mai in Leipzig geben. Anmeldungen für Restplätze nimmt die SLV-Landesgeschäftsstelle entgegen.

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18.04.2018
Wertschätzung und Entlastung für alle sächsischen Lehrerinnen und Lehrer

Gemeinsame Erklärung der GEW Sachsen, des SLV, des PVS sowie des LVBS

„Wir – die sächsischen Gewerkschaften und Verbände im Schulbereich … – sind uns sicher, dass Sachsens Bildungssystem im Ringen um die besten Köpfe und für die Schule der Zukunft die Motivation aller Lehrerinnen und Lehrer braucht.“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung von GEW, SLV, PVS und LVBS zum Handlungsprogramm der sächsischen Staatsregierung. In dieser Erklärung wird auf die völlig unzureichende Berücksichtigung eines Großteils der tarifbeschäftigten Lehrkräfte verwiesen. Neben der ausbleibenden finanziellen Wertschätzung wird die ausgebliebene Arbeitsentlastung thematisiert. Um spürbare, deutliche Verbesserungen für alle Lehrkräfte zu erreichen und dem drohenden Vertrauensverlust entgegenzuwirken, betonen GEW, SLV, PVS und LVBS ihre Gesprächsbereitschaft.



weitere Infos zum Download:

- Gemeinsame Erklärung April 2018.pdf
17.04.2018
7. Gewerkschaftstag des SBB Beamtenbund und Tarifunion Sachsen
Steffen Winkler und Michael Jung in die Landesleitung gewählt

Auf dem Gewerkschaftstag des SBB Beamtenbund und Tarifunion Sachsen wurden die Landesleitung und Kassenprüfer neu gewählt sowie über 90 Anträge beraten. An der Spitze des SBB steht weiterhin Nannette Seidler. Sie wurde mit einer Mehrheit von 83 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen in ihrem Amt bestätigt.
Steffen Winkler, Tarifverantwortlicher des Sächsischen Lehrerverbandes, bekleidet wiederholt das Amt eines stellvertretenden SBB-Vorsitzenden. Neu gewählt in die SBB-Landesleitung wurde der stellv. SLV-Landesvorsitzende Michael Jung. Er erzielte mit 82 Prozent der abgegebenen Stimmen das beste Ergebnis unter den Stellvertretern.

Unter dem Motto „In Herausforderungen Chancen sehen. Wir machen Staat!“ fand der SBB-Gewerkschaftstag am 12. und 13. April 2018 in Dresden statt. Mit der Beschlussfassung zu 90 Anträgen wurden die Leitlinien für die gewerkschaftspolitische Arbeit des SBB Beamtenbund und Tarifunion Sachsen in den kommenden fünf Jahren festgelegt. Abgestimmt haben 120 stimmberechtigte Delegierte aus 37 Mitgliedsgewerkschaften und Verbänden des SBB.

Der Sächsische Lehrerverband gratuliert allen neu gewählten Mitgliedern der SBB-Landesleitung und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit. 

Als stellvertretende Vorsitzende gehören der neuen Landesleitung an:

Karen Siwonia  – Deutsche Steuergewerkschaft (DSTG)
Steffen Winkler – Sächsischer Lehrerverband (SLV)
Norbert Bullmann – Gewerkschaft der Sozialversicherung (GdS)
Andre Ficker – Gewerkschaft Technik und Naturwissenschaft (BTB)
Michael Jung – Sächsischer Lehrerverband (SLV)
Cathleen Martin – Deutsche Polizeigewerkschaft Sachsen (DPolG)
Klaus-Peter Schölzke – Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GdL)

Weitere Informationen: https://www.sbb.de/sonderseiten/gewerkschaftstag/

29.03.2018
SLV befragt seine Mitglieder zur Weiterentwicklung des Handlungsprogrammes
Am 28. März haben alle SLV-Mitglieder per E-Mail – oder ggf. etwas später auf dem Postweg – einen Mitgliederbrief erhalten. Der Vorstand des SLV bedankt sich darin bei den Mitgliedern für die wertvollen und zahlreichen Meinungsäußerungen zum Handlungsprogramm der Staatsregierung. Das Programm sorgte in vielen Lehrerzimmern für Frust und Empörung bei den Kolleginnen und Kollegen, die nicht unmittelbar von den Maßnahmen profitieren.

Der Sächsische Lehrerverband hat bereits viele Aktivitäten unternommen, um weitergehende Verbesserungen für alle sächsischen Lehrerinnen und Lehrer zu erreichen und den politischen Entscheidungsträgern Lösungsvorschläge unterbreitet. Im Mittelpunkt seiner Bestrebungen stehen weiterhin die Erhöhung der Nettoeinkommen tarifbeschäftigter Lehrkräfte sowie die zügige Umsetzung von Arbeitserleichterungen. In den Schreiben vom 28. März 2018 befragt der SLV seine Mitglieder nach ihren Vorstellungen und der Aktionsbereitschaft zur Weiterentwicklung des Handlungsprogrammes. Auf drei geplanten Dialogveranstaltungen erhalten die Mitglieder zudem die Möglichkeit, mit Staatsminister Christian Piwarz zum Handlungsprogramm ins Gespräch zu kommen.

Gerechtigkeitslücken nicht ignorieren!

Das Handlungsprogramm der Staatsregierung vom 9. März 2018 enthält mit der Verbeamtung von Lehrkräften bis zum 42. Lebensjahr eine wichtige Voraussetzung zur Gewinnung des Lehrernachwuchses. Aber die Mehrzahl der Lehrerinnen und Lehrer, die das sächsische Schulsystem seit 1990 aufgebaut und zum Erfolg geführt haben, erfahren nicht die erwartete Anerkennung und Wertschätzung. Diese Gerechtigkeitslücke muss von der Staatsregierung ernst genommen werden. Eine angemessene Zulage für tarifbeschäftigte Lehrkräfte, die aus Altersgründen nicht verbeamtet werden können, ist nach Auffassung des SLV dringend notwendig. Eine solche Maßnahme muss Wertschätzung für jahrzehntelange Tätigkeit sein und damit mehr als nur ein Symbolbetrag.

Die im Handlungsprogramm vorgesehene verbesserte Eingruppierung der Grundschullehrer in die EG 13 bzw. A 13 war eine wichtige Forderung des Sächsischen Lehrerverbandes. Die Vorstellungen des SLV zu Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten sind unverzichtbar zur Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen, denn durch höhere Eingruppierungen lassen sich dauerhaft Verbesserungen für Tarifbeschäftigte realisieren. Die Forderungen des SLV zielten aber auf eine deutlich höhere Quote. An Gymnasien, Beruflichen Schulen, Oberschulen und Förderschulen sollen nur 20 Prozent der tarifbeschäftigten Lehrerinnen und Lehrer eine EG 14 erhalten, vor einigen Wochen war innerhalb der Staatsregierung noch ein wesentlich höherer Anteil im Gespräch. Der Sächsische Lehrerverband hatte auch gefordert, dass Gerechtigkeitslücken für bestimmte Beschäftigtengruppen geschlossen werden, das ist z.B. für Ein-Fach-Lehrer und Fachlehrer an Beruflichen Schulen vorgesehen.

Im Kontext monetärer Verbesserungen sind aber auch Arbeitserleichterungen zwingend erforderlich. Bereits seit der Verkündung des Maßnahmenpakets vom Oktober 2016 hatte der Sächsische Lehrerverband eine Vielzahl von Entlastungsmöglichkeiten vorgeschlagen. Es ist aus der Sicht des SLV unverständlich, dass sie noch immer nicht an den Schulen angekommen sind, obwohl sie nicht in jedem Fall Kosten verursachen oder das Arbeitsvermögen reduzieren. Gerade mit Blick auf die bevorstehende arbeitsintensive Prüfungszeit drängt der Sächsische Lehrerverband auf eine schnelle Umsetzung.

09.03.2018
Staatsregierung hat ein Programm, der SLV das nächste Ziel: mehr Netto für tarifbeschäftigte Lehrer

Nach monatelangem Ringen der Koalitionspartner hat die Sächsische Staatsregierung heute ein Handlungsprogramm zur nachhaltigen Sicherung der schulischen Bildung im Freistaat Sachsen beschlossen. Der Sächsische Lehrerverband sieht darin ein starkes Signal an den Berufsnachwuchs, die Umsetzung vieler wichtiger Forderungen, aber auch eine problematische Nettolohnlücke zwischen der erfahrenen Lehrergeneration und den künftigen Beamten.

Nachdem die Seiteneinsteigerquote bei Neueinstellungen mittlerweile im Durchschnitt 62 Prozent beträgt und trotzdem nicht alle Lehrerstellen besetzt werden können, sind die Verbeamtung und die verbesserte Eingruppierung der Grundschullehrer sowie weiterer Beschäftigtengruppen ein wichtiges Signal an potentielle Bewerber. Die Entwicklungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass genau die beiden Bundesländer Sachsen und Berlin, die ihre Lehrer nicht verbeamten, die höchste Seiteneinsteigerquote bei Neueinstellungen haben. Die einzige realistische Chance, auf dem umkämpften Lehrer-Arbeitsmarkt mehr ausgebildeten Nachwuchs zu gewinnen, ist nachweislich die Verbeamtung von Lehrkräften.

Der Sächsische Lehrerverband drängt darauf, dass für die erfahrenen Lehrerinnen und Lehrer, die nicht verbeamtet werden können, die Nettolohnlücke zu den Beamten ausgeglichen werden muss. „Viele unserer Forderungen finden wir im vorgelegten Programm der Staatsregierung wieder, aber keine deutliche Minderung der Nettolücke zu Beamten. Das werden viele Lehrerinnen und Lehrer mit Recht kritisieren.“, konstatiert Jens Weichelt.  
Der Sächsische Lehrerverband hatte im Zuge der Entwicklung des Handlungsprogramms stets die Untrennbarkeit von Verbeamtung und wertschätzenden Maßnahmen für die erfahrene Lehrergeneration eingefordert. Das ist der Regierungskoalition beim Blick auf die Nettolohnlücke nicht gelungen. „Der Fehler ist nicht die Verbeamtung – im Gegenteil –, sondern dass der Freistaat Sachsen seine Lehrer 25 Jahre lang nicht verbeamtet hat. Das kann die erfahrene Lehrergeneration, die nicht mehr verbeamtet werden kann, mit Recht den damaligen verantwortlichen Politikern und weiteren Gegnern der Verbeamtung vorwerfen“, stellt Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes, heraus.

Die verbesserte Eingruppierung der Grundschullehrer war eine wichtige Forderung des Sächsischen Lehrerverbandes genauso wie Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten. Mit der Eingruppierung aller Grundschullehrer in die Entgeltgruppe 13 bzw. Besoldungsgruppe A 13 hat Sachsen im bundesweiten Vergleich ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal. Das schließt ausdrücklich Lehrkräfte mit der Ausbildung als Lehrer für untere Klassen nach dem Recht der ehemaligen DDR ein. Außerdem sollen auch alle Lehrkräfte mit Grundschullehrerausbildung, die an anderen Schularten tätig sind, höhergruppiert werden. Gegenüber dem Sächsischen Lehrerverband hatte Kultusminister Christian Piwarz immer bestätigt, dass natürlich auch die Grundschullehrer mit DDR-Ausbildung nach Entgeltgruppe 13 höhergruppiert werden sollen.
Gegen eine Erhöhung der wöchentlichen Unterrichtsverpflichtung, die kurzzeitig als „Gegenleistung“ diskutiert wurde, hatte der Sächsische Lehrerverband erfolgreich interveniert. Der SLV hebt hervor, dass die Höhergruppierung aller Grundschullehrer und weiterer Gruppen von Lehrkräften auch ohne einen „sächsischen Tarifvertrag“ erreicht wurde. Die Tarifbindung an den Flächentarifvertrag TV-L und eine gleichzeitige Umsetzung der politischen Entscheidungen zu verbesserten Eingruppierungen in Sachsen ist gelungen.

Höhergruppierungsmöglichkeiten sind ein wichtiger Leistungsanreiz und eine Wertschätzung für die geleistete Arbeit. Mit der geplanten Ausbringung von Stellen der Entgeltgruppe 14 beabsichtigt die Staatsregierung eine höhere Eingruppierung von 20 Prozent der tarifbeschäftigten Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien, Beruflichen Schulen, Oberschulen und Förderschulen. Die Vorstellungen des Sächsischen Lehrerverbandes zielten auf eine höhere Quote, um möglichst vielen erfahrenen Lehrkräften diese Wertschätzung zukommen zu lassen. Nach dem derzeit geltenden Tarifrecht steigen die betreffenden Beschäftigten zwar eine Entgeltgruppe nach oben, fallen aber dort eine Erfahrungsstufe nach unten. Das bedeutet für fünf Jahre ein Plus von 190 Euro, statt 360 Euro (brutto). „Im Interesse aller Lehrkräfte, die nach Entgeltgruppe 14 höhergruppiert werden, vermisst der Sächsische Lehrerverband ein klares Bekenntnis des Freistaates Sachsen gegenüber der Tarifgemeinschaft deutscher Länder zur stufengleichen Höhergruppierung“, sagt Jens Weichelt. Diese Forderung wollen wir in die nächste Tarifrunde im Jahr 2019 einbringen.

Durch das Ausbringen des Eingangsamtes A 13 für Lehrkräfte an Oberschulen im Jahr 2017 wurde eine Eingruppierung dieser Lehrer erreicht, die im bundesweiten Vergleich wettbewerbsfähig ist. Die nun vorgesehenen funktionslosen Höhergruppierungsmöglichkeiten an Oberschulen und auch Förderschulen sind deutschlandweit beispiellos, an Gymnasien und Beruflichen Schulen zumindest im Osten Deutschlands. In diesem Kontext war es ein wichtiges Signal, dass die Staatsregierung die Diplomlehrer mit DDR-Ausbildung in allen Schularten den Kollegen mit „neuer“ Lehrerausbildung gleichstellt. Beispielsweise sollen alle Ein-Fach-Lehrer fortan ohne Hospitation die Entgeltgruppe 13 erreichen können.

Der Sächsische Lehrerverband sieht im Programm der Staatsregierung, dass Gerechtigkeitslücken für bestimmte Beschäftigtengruppen geschlossen werden, so zum Beispiel für Ein-Fach-Lehrer und Fachlehrer an Beruflichen Schulen.

Die erneut angekündigten Arbeitserleichterungen müssen nun weiter konkretisiert und schnell auf den Weg gebracht werden.

Der Sächsische Lehrerverband begrüßt ausdrücklich die weitere Stärkung der Lehramtsausbildung in Sachsen. Insbesondere die Verstetigung der Grundschullehrerausbildung in Chemnitz, die mindestens bis 2030 und wahrscheinlich auch darüber hinaus gesichert ist, war eine wichtige Forderung des SLV.
Im Interesse einer flächendeckenden Unterrichtsversorgung fordert der Sächsische Lehrerverband weiterhin die Ausweitung der Lehrerausbildung an der TU Chemnitz, vor allem auf Oberschulen und Berufliche Schulen.

04.03.2018
Tarifrunde 2018 mit Bund und Kommunen

Den öffentlichen Dienst attraktiv und zukunftsfähig machen!

Am 26. Februar 2018 begann in Potsdam die Einkommensrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Die Lehrerinnen und Lehrer sind von dieser Tarifrunde zwar nicht unmittelbar betroffen, aber das Ergebnis ist für sie trotzdem von Bedeutung: Es bietet die Steilvorlage für die Tarifverhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), die im Frühjahr 2019 starten. Nur mit einer attraktiven Bezahlung ist der öffentliche Dienst bei der Nachwuchsgewinnung konkurrenzfähig.

Die Gewerkschaften fordern eine lineare Erhöhung der Tabellenentgelte um 6 Prozent, mindestens jedoch 200 Euro. Als Laufzeit für den Tarifvertrag werden 12 Monate anvisiert. Von besonderer Bedeutung für die Beschäftigten bei sächsischen Städten, Gemeinden und Landkreisen ist die Ost-West-Angleichung der Jahressonderzahlung („Weihnachtsgeld“) im kommunalen Bereich von derzeit 75 Prozent auf 100 Prozent des Westniveaus. Diese ist fester Bestandteil des Forderungskatalogs. Außerdem streben die Gewerkschaften eine Zusage für regionale Verhandlungen über ein kostenloses landesweites Nahverkehrsticket an.

Verhandelt wird für insgesamt etwa 2,6 Millionen Beschäftigte: 163.000 Arbeitnehmer des Bundes und 2,3 Millionen Arbeitnehmer der Kommunen. Darunter zählen zum Beispiel Erzieherinnen in kommunalen KiTas, Angestellte in Verwaltungen, kommunalen Einrichtungen und in den Jobcentern oder Straßenwärter in den Straßenmeistereien. Für diese Berufsgruppen hat der TVöD direkte Auswirkungen. Auch auf die weitere Einkommensentwicklung von 344.000 Bundesbeamten und Anwärtern des Bundes wird der Tarifabschluss maßgeblichen Einfluss haben.

Seit 2005 gibt es getrennte Tarifverhandlungen, für Bund und Kommunen einerseits und für die Länder andererseits. Nachdem der dbb bei den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Länder im Frühjahr 2017 eine Einkommenserhöhung von insgesamt 4,35 Prozent (in zwei Stufen) durchsetzen konnte, erwarten die Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen deutliche Steigerungen. In der ersten Verhandlungsrunde waren die Arbeitgeber zur Unterbreitung eines Angebotes an ihre Beschäftigten nicht bereit, obwohl sie über Milliardenüberschüsse verfügen. Allein die Kommunen konnten im letzten Jahr neun Mrd. Euro Steuermehreinnahmen verzeichnen.

Die Verhandlungen werden am 12./13. März 2018 in Potsdam fortgesetzt, ein Ergebnis wird für Mitte April erwartet.

 

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23.02.2018
Deutscher Lehrertag am 15.03.18 – Frühjahrstagung in Leipzig

Optimistisch bleiben im Lehrerberuf

Ein Highlight auf dem Deutschen Lehrertag 2017 in Dortmund war der Vortrag von Professor Dr. Jens Weidner zum Thema „Optimismus. Warum manche weiter kommen als andere“. Auch auf der Frühjahrstagung des Deutschen Lehrertags am 15. März 2018 haben die Besucherinnen und Besucher im Rahmen der Leipziger Buchmesse die Möglichkeit, Prof. Weidner live zu erleben.

Im Vorfeld sprach die Redaktion des VBE mit ihm über seinen Vortrag, die Merkmale von Optimisten und darüber, was wir tun können, um zu einer optimistischeren Lebenseinstellung und
-wahrnehmung zu gelangen.

Das Interview und

weitere Infos zum Download:

- 2018-03-15-DLT-Weidner-Interview.pdf
15.02.2018
Digitalisierung in der Lehrerfortbildung – Auswertung einer Befragung unter sächsischen Lehrern

Im November 2017 erhielten die Ansprechpartner des SLV an sächsischen Schulen eine Einladung zur Teilnahme an einer Online-Befragung zum Thema „Gelingensbedingungen von Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer“. 225 sächsische Lehrkräfte nahmen an der Erhebung teil.

Die Studie ist Teil eines größeren Forschungsvorhabens mit dem Ziel, bestehende Formate der Lehrerfortbildung um die Vermittlung konzeptioneller, didaktischer und praktischer Kompetenzen im Umgang mit digitalen und interaktiven Medien bedarfsgerecht sowie innovativ zu erweitern.

Die Befragung fokussiert dabei nicht auf die bekannte Evaluation einzelner Veranstaltungen, vielmehr stehen optimale Bedingungen für Organisation, Planung, Durchführung sowie Transfer in die Schule im Mittelpunkt. Die Analyse des gewonnenen Datenmaterials erlaubt so einerseits Rückschlüsse auf den Erfolg einzelner Maßnahmen im Fortbildungskontext. Andererseits werden Differenzen zwischen Prioritäten und Zufriedenheit aufgezeigt, um konkrete Maßnahmen zur Steigerung des Erfolgs in diesem Bereich abzuleiten.

Als besonders wichtig empfanden die Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten unter anderem den praktischen Nutzen von Fortbildungen für ihren eigenen Unterricht, eigenes Ausprobieren von Methoden und Medien sowie ausreichende Ressourcen (bspw. Zeit), um Gelerntes in Schule zu erproben und umzusetzen.

Ein Schwerpunkt der Befragung lag im Bereich der Fortbildung zu „digitalen Medien“. Die Verfügbarkeit von digitalen Bildungsmedien, Programmen und Geräten wurde von den Teilnehmenden ambivalent bewertet. Der einfache und kostenfreie Zugriff auf digitale Medien für Lehrende und Lernende, die technische Unterstützung an der Schule sowie die digitale Lehrervernetzung wurde als besonders wichtig eingeschätzt. Gleichzeitig waren die Befragten mit der Umsetzung dieser Schwerpunkte aber „eher unzufrieden“.

Diese ersten Ergebnisse zeigen bereits, dass sächsischen Lehrerinnen und Lehrern die Thematik der Digitalisierung durchaus wichtig ist, dass aber gerade in den Bereichen Fortbildung und Infrastruktur noch Potenziale liegen.

Die Befragung leitet Peter Arnold, Lehrer im Hochschuldienst am Zentrum für Lehrerbildung, Schul- und Berufsbildungsforschung und der Professur Didaktik der Informatik an der Technischen Universität in Dresden.

07.02.2018
Workshop mit interessantem Blick auf den Lehrerberuf in Bayern

 Staatsminister Christian Piwarz im Gespräch mit Mandatsträgern des SLV

Im Rahmen eines Workshops des Sächsischen Lehrerverbandes nutzte der Staatsminister für Kultus, Christian Piwarz, die Gelegenheit, den Stand des aktuellen Einstellungsverfahrens und der geplanten Maßnahmen zur Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen darzustellen.
Im Rahmen eines sehr offenen und konstruktiven Dialogs artikulierten die  Mandatsträger des SLV Positionen und Meinungen gegenüber dem Kultusminister. Der Landesvorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt, formulierte auch im Rahmen dieser Veranstaltung die Erwartungen der sächsischen Lehrerinnen und Lehrer. Die geplante Verbeamtung von Lehrkräften muss mit wertschätzenden Maßnahmen für die verdienstvolle Lehrergeneration unbedingt im Einklang stehen. Christian Piwarz zeigte sich optimistisch, dass in den kommenden Tagen eine Einigung zwischen den Koalitionspartnern erzielt werden könnte.

Der Kultusminister stellte die dramatische Bewerbersituation im aktuellen und der künftigen Einstellungsverfahren dar. Im Wettbewerb um grundständig ausgebildete Lehrer haben Sachsen und Berlin klare Nachteile, weil sie trotz angehobener Einstiegsgehälter gegenüber den anderen Bundesländern nicht mithalten können, die ihre Lehrer verbeamten. Der Staatsminister erläuterte den Mandatsträgern des SLV einige geplante Maßnahmen für die verdienstvolle Lehrergeneration, die aus Altersgründen nicht mehr verbeamtet werden können.

Staatsminister Christian Piwarz hob vor dem Hintergrund irritierender Medienberichte zur beabsichtigten Eingruppierung der Grundschullehrkräfte in A 13 bzw. EG 13 hervor, dass damit selbstverständlich auch alle Lehrerinnen und Lehrer mit der DDR-Ausbildung „Lehrer für untere Klassen“ erfasst werden sollen. Während seiner Amtszeit hat es nie andere Denkrichtungen gegeben.

Wenn den potentiellen Bewerbern keine attraktiveren Angebote unterbreitet werden können, befürchtet das Kultusministerium perspektivisch für das sächsische Schulsystem einen Seiteneinsteigeranteil von einem Drittel, in bestimmten Regionen bzw. Schulen sogar bis zu 80 Prozent. Angesichts der Einstellungsbedarfe von fast 2.000 Lehrkräften pro Jahr kann der Freistaat Sachsen auch in den kommenden Jahren seinen Lehrerbedarf nicht annähernd selbst decken. „Wir müssen den jungen Lehrern von morgen das Angebot der Verbeamtung machen, sonst verlieren wir weiterhin die Hälfte der Lehramtsstudierenden und in der Folge wiederum die Hälfte der ausgebildeten Referendare an andere Bundesländer“, konstatierte der Staatsminister.

Ein Beispiel für das Gelingen der selbstständigen Deckung des Lehrerbedarfs zeigt der Freistaat Bayern, wo es bei den Einstellungsverfahren für manche Schularten Wartelisten von Bewerbern mit vollständiger Lehrerausbildung gibt. Im Anschluss an das Ministergespräch erläuterte Gerd Nitschke, Vizepräsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, die Einkommenssituation und Entwicklungsperspektiven von Lehrkräften in Bayern.

Für bayerische Lehrkräfte sind Aufstiegsmöglichkeiten berechenbar. Jeder kann sich über den voraussichtlichen Zeitpunkt seiner Höhergruppierung informieren und mit guten Leistungsbeurteilungen diesen Zeitraum sogar noch verkürzen. So steigen Gymnasial- und Berufsschullehrer in Bayern mit Besoldungsgruppe A13 (plus Stellenzulage) ein, erreichen derzeit spätestens nach 13 Jahren die A14 und gehen in den meisten Fällen mit einer A15 in den Ruhestand.

Welche Auswirkungen die Aussicht auf Verbeamtung auf Bewerberzahlen hat, konnte Gerd Nitschke an einem deutlichen Beispiel darstellen: Für unbesetzte Stellen an bayerischen Grund- und Mittelschulen sollten sich Real- und Gymnasiallehrer mit einer zweiten Qualifikation bewerben. Die Bewerberzahl dafür lag zunächst landesweit unter 30 - sobald die Bewerber aber eine Verbeamtungszusage erhielten, gab es etwa achtmal so viele Bewerbungen grundständig ausgebildeter Lehrkräfte.

Der Sächsische Lehrerverband dankt Staatsminister Christian Piwarz für seine Ausführungen im Rahmen des Workshops und dem BLLV-Vizepräsidenten Gerd Nitschke für seinen interessanten Vortrag über den Lehrerberuf im Freistaat Bayern

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03.02.2018
Maßnahmen zur Gewinnung und Wertschätzung von Lehrkräften müssen zügig auf den Weg gebracht werden

Angesichts der Verzögerungen bei der Etablierung eines neuen Maßnahmenpakets der Staatsregierung zur Gewinnung und Wertschätzung von Lehrerinnen und Lehrern im Freistaat Sachsen appelliert  der Sächsische Lehrerverband an die Koalitionspartner, zeitnah zu Ergebnissen zu gelangen.

Zum wiederholten Male zeigt das Einstellungsverfahren, dass der Freistaat nicht genügend ausgebildeten Lehrernachwuchs gewinnen kann. Diese dramatische Entwicklung hält nun schon seit mehreren Jahren an und kann auch nicht so schnell beendet werden. Der Sächsische Lehrerverband befürchtet, dass in absehbarer Zeit 10.000 der rund 30.000 sächsischen Lehrerinnen und Lehrer nicht mehr über eine vollständige und grundständige Lehrerausbildung verfügen wird, wenn alles so weiterläuft wie bisher. Diesem Zukunftsszenario muss im Interesse der Schülerinnen und Schüler dringend Einhalt geboten werden.

Verbeamtungsfrage versachlichen – ohne ideologische Grabenkriege oder Neiddebatten

Die Verbeamtung von Lehrerinnen und Lehrern ist eine politische Entscheidung, die von der Staatsregierung und dem Landtag getroffen werden muss. In Sachsen wird die Diskussion über die Verbeamtung von Lehrkräften derzeit in erster Linie mit dem Ziel der Gewinnung von ausgebildeten Lehrkräften geführt. In den meisten anderen Bundesländern ist es seit Jahrzehnten ein selbstverständliches Zeichen der Wertschätzung von Lehrerinnen und Lehrern, dass man dieser Berufsgruppe die Vorzüge des Berufsbeamtentums zukommen lässt.

Die Entwicklungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass genau die beiden Bundesländer, die ihre Lehrer nicht verbeamten, die höchste Seiteneinsteigerquote bei Neueinstellungen haben. In Sachsen liegt diese Quote mittlerweile bei über 50 Prozent, gefolgt von Berlin mit 40 Prozent. Die einzige realistische Chance, auf dem umkämpften Lehrer-Arbeitsmarkt mehr ausgebildeten Nachwuchs zu gewinnen, ist nachweislich die Verbeamtung von Lehrkräften. Potentielle Bewerber aus ganz Deutschland erwarten ein klares Signal, dass der Lehrerberuf in Sachsen attraktiver wird.

Untrennbarkeit von Verbeamtung und wertschätzenden  Maßnahmen

Bei allen Maßnahmen, die seitens der  Regierungskoalition angegangen werden, muss die Lehrer-Verbeamtung im Einklang stehen mit wertschätzenden Maßnahmen für die verdienstvolle Lehrergeneration. Das muss bei allen aktuellen Überlegungen der Grundsatz sein. Bei einer Entscheidung für die Verbeamtung dürfen die berechtigten jahrelangen Forderungen der Lehrkräfte, die nicht verbeamtet werden können, ernst genommen werden.

Die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer erwarten dringend eine höhere Anerkennung. Nur so kann Ungerechtigkeiten in den Lehrerzimmern entgegengewirkt werden. Diese Lehrergeneration, die aus Altersgründen nicht mehr verbeamtet werden kann, hat das sächsische Schulsystem regelmäßig auf Spitzenplätze internationaler und nationaler Vergleichsstudien geführt und darf in diesem Prozess nicht der Verlierer sein. Die Lehrkräfte haben ein stetig steigendes Aufgabenpensum zu bewältigen, sei es bei der Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder Migrationshintergrund, bei der Ausbildung des Lehrernachwuchses in hoher Zahl und der Qualifizierung von Seiteneinsteigern. Dafür gebührt ihnen Anerkennung und diese muss Bestandteil der Maßnahmen der Koalitionspartner sein.

Zügige Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen

Die generelle Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen ist alternativlos, wenn seitens der Landespolitik ein ernsthaftes Interesse besteht, sächsische Bildungsqualität zu erhalten. Deshalb müssen in den nächsten Tagen klare Handlungsziele und verlässliche zeitliche Perspektiven formuliert werden. Die wiederholten Verzögerungen bedeuten, dass die Erfolgschancen zur Gewinnung ausgebildeter Lehrkräfte im nächsten Einstellungsverfahren weiter sinken, während andere Bundesländer im Wettbewerb um den Berufsnachwuchs  bereits Nägel mit Köpfen machen.

Erste Pläne gehen in die richtige Richtung

Der Sächsische Lehrerverband hatte seine Erwartungen bereits im Dezember auch gegenüber Staatsminister Christian Piwarz artikuliert. Die bisherigen Vorschläge von Kultusminister und Finanzminister gehen in die richtige Richtung. Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten sind eine wichtige Forderung des Sächsischen Lehrerverbandes, genauso wie eine verbesserte Eingruppierung aller  Grundschullehrer. Gegenüber dem Sächsischen Lehrerverband hatte Kultusminister Christian Piwarz wiederholt bestätigt, dass natürlich auch die Grundschullehrer mit einer vollständigen Lehrerausbildung nach dem Recht der ehemaligen DDR nach Entgeltgruppe 13 höhergruppiert werden sollen. Mittlerweile gibt es dazu auch konkrete Vorstellungen, wie das konform mit dem Tarifvertrag zur Eingruppierung von Lehrkräften realisiert werden kann.

Der Sächsische Lehrerverband dringt darauf, dass für erfahrene Lehrerinnen und Lehrer die Nettolohnlücke zu den Beamten geschlossen werden muss. Arbeitserleichterungen müssen fester Bestandteil eines neuen Maßnahmenpakets werden. Außerdem sind weitere Gerechtigkeitslücken zu schließen, dazu gehören u. a. eine höhere Wertschätzung für Ein-Fach-Lehrkräfte und Fachlehrer an Beruflichen Schulen bzw. Förderschulen. Dazu wird der Sächsische Lehrerverband auch weiterhin den Dialog mit der sächsischen Staatsregierung führen.

24.01.2018
Die Studienplätze zur Qualifizierung der Seiteneinsteiger müssen mehr als verdoppelt werden

Im Freistaat Sachsen werden Seiteneinsteiger zukünftig so eingestellt, dass deren dreimonatige Einstiegsqualifizierung mit Beginn des Schuljahres bzw. Schulhalbjahres abgeschlossen ist. Das entspricht auch den Vorstellungen des Sächsischen Lehrerverbandes. Dennoch bleibt die Qualifizierung der Seiteneinsteiger eine Herausforderung für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer und unsere Schulen. Denn die eigentliche Ausbildung, die zu anerkannten Lehrerabschlüssen führt, beginnt erst später, berufsbegleitend zur Unterrichtstätigkeit. Je nach vorhandenem Ausbildungsniveau und angestrebtem Lehramtsabschluss (Schulart) besteht diese berufsbegleitende Weiterbildung aus universitärem Studium und/oder Vorbereitungsdienst.

Die Schaffung und Finanzierung von Studienkapazitäten für die berufsbegleitende Lehrerausbildung der Seiteneinsteiger sieht zwar das Maßnahmenpaket der Staatsregierung vom Oktober 2016 vor, allerdings wurden lediglich 500 Seiteneinsteiger jährlich bis zum Jahr 2021 prognostiziert. Die Kapazitäten müssten mehr als verdoppelt werden, denn im Jahr 2017 wurden über 1.000 Seiteneinsteiger eingestellt und für das Jahr 2018 rechnet der Sächsische Lehrerverband mit ca. 1.300 weiteren Seiteneinsteigern. Infolge zu geringer Angebote für ein berufsbegleitendes Studium in den letzten Jahren warten bereits jetzt über 1.000 Seiteneinsteiger auf den Beginn ihrer universitären Ausbildung.

Die Zahl der verfügbaren Studienplätze für die berufsbegleitende Lehrerausbildung der Seiteneinsteiger an den Universitäten in Chemnitz, Dresden und Leipzig muss dringend erhöht werden. Es muss sichergestellt werden, dass sich die Seiteneinsteiger zum darauffolgenden Semesterbeginn weiterqualifizieren können. Das muss für alle Schularten und in allen Fächern garantiert werden.

Für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer sind der hohe Anteil an Seiteneinsteigern und deren Einarbeitung sowie Qualifizierung ebenfalls eine Mammutaufgabe. Deshalb fordert der Sächsische Lehrerverband seit langem, dass endlich Arbeitserleichterungen bzw. Aufgabenreduzierungen an anderen Stellen erfolgen.

16.01.2018
Die generelle Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen ist alternativlos

Die Sicherung der hohen Qualität des Sächsischen Schulsystems setzt die Gewährleistung der Unterrichtsversorgung im gesamten Freistaat durch qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer voraus. Vor dem Hintergrund der angespannten Bewerbersituation in den zurückliegenden aktuellen und künftigen Einstellungsverfahren wird das die größte und schwierigste Herausforderung sein. Der Mangel an Bewerbern mit vollständiger Lehrerausbildung wird nicht kurzfristig zu beheben sein. Aber es müssen die Weichen richtig gestellt werden und wir brauchen darüber hinaus dringend eine „Zufriedenheitsoffensive“ für die Lehrergeneration, die den Freistaat seit Jahren auf Spitzenplätze internationaler und nationaler Vergleichsstudien geführt hat.

In den nächsten Tagen müssen klare Handlungsziele und verlässliche zeitliche Perspektiven formuliert werden. Das ist alternativlos. Der Sächsische Lehrerverband hatte seine Erwartungen auch gegenüber Christian Piwarz artikuliert, nachdem er am 18.12.2017 zum Staatsminister für Kultus ernannt wurde.

Dringende Maßnahmen sind Höhergruppierungsmöglichkeiten bzw. Beförderungsämter in allen Schularten, die verbesserte Eingruppierung von Grundschullehrkräften, die Schließung der Nettolohnlücke zu verbeamteten Lehrkräften und die tatsächliche Umsetzung von Arbeitserleichterungen.

Außerdem sind weitere Gerechtigkeitslücken zu schließen, dazu gehören u. a. eine höhere Wertschätzung für Fachlehrer an Beruflichen Schulen und Förderschulen, für Ein-Fach-Lehrkräfte, sowie bei den Hauptausbildungsleitern für das Lehramt an Grundschulen.

Des Weiteren muss die Vergütung von Mehrarbeitsunterrichtsstunden in Höhe eines anteiligen Tabellenentgelts erfolgen.

Weiterhin sind zwingend Maßnahmen gefragt, die mittel- und langfristig zur Entspannung der Bewerberlage beitragen. Konkret bedeutet dies Verbesserungen in der Lehrerausbildung. Wenn hier kein Umdenken erfolgt, wird der Lehrermangel in ganz Sachsen auch in zehn Jahren noch bestehen.

Die universitäre Phase der Lehrerausbildung muss den schulart- und fächerspezifischen Bedarfen im Freistaat Sachsen Rechnung tragen. Bei der Bedarfsplanung ist zu beachten, dass Studierende aus anderen Bundesländern in der Regel nach dem Studium (ggf. nach dem Vorbereitungsdienst) in ihre Heimat-Bundesländer zurückkehren. Außerdem muss die Bestehensquote Berücksichtigung finden.

Der Freistaat Sachsen ist in der Verantwortung, die Lehrerversorgung langfristig zu sichern und braucht deshalb eine höhere Einflussnahme auf die Lehrerausbildung, einschließlich der Zulassung zum Lehramtsstudium. Sächsische Abiturienten dürfen bei der Zulassung zum Lehramtsstudium nicht länger benachteiligt werden.

Studierende und Referendare müssen von Beginn ihrer Ausbildung an mit zusätzlichen Anreizsystemen für die Aufnahme einer späteren Tätigkeit in Sachsen gewonnen werden.

Eine terminliche Harmonisierung von Studium, Vorbereitungsdienst und Einstellungstermin ist für die Lehrerversorgung unerlässlich und muss deshalb durch die Universitäten realisiert werden.

Der Sächsische Lehrerverband sieht es als dringend erforderlich an, dass die Kapazitäten der Lehrerausbildung in Chemnitz erhöht und Lehramtsstudiengänge an der TU Chemnitz für weitere Schularten etabliert werden.

Solange auf Seiteneinsteiger nicht verzichtet werden kann, muss deren Qualifizierung gesichert sein. Die Lehrerausbildung der Seiteneinsteiger (universitäre fachwissenschaftliche Ausbildung und Vorbereitungsdienst bzw. schulpraktische Ausbildung) muss für alle Schularten und in allen Fächern ermöglicht werden. Die Einstiegsqualifizierung muss zeitlich so geplant werden, dass sie mit Beginn des Schuljahres bzw. Schulhalbjahres abgeschlossen ist.

04.01.2018
Erhöhung der Tabellenentgelte und Einführung der Erfahrungsstufe 6 ab 01.01.2018

Auf Grundlage der Tarifeinigung vom 17.02.2017 erfolgte zum Jahresbeginn 2018 eine weitere Erhöhung der Tabellenentgelte um 2,35 Prozent. Die Besitzstandszulagen (z. B. kinderbezogene Entgeltbestandteile) und die Garantiebeträge bei Höhergruppierungen wurden zum gleichen Zeitpunkt um 2,35 Prozent erhöht.

Außerdem wurde zum 1. Januar 2018 eine zusätzliche sechste Erfahrungsstufe in der Entgelttabelle (ab Entgeltgruppe 9) eingeführt, die in zwei Schritten wirksam wird – seit 01.01.2018 mit halbem Betrag, ab 01.10.2018 vollständig.

Die Erfahrungsstufe 6 wird nach fünfjähriger Verweildauer in Stufe 5 der jeweiligen Entgeltgruppe erreicht, also i. d. R. nach 15 Jahren Beschäftigungszeit. Beschäftigte, die zwar 15 Jahre oder länger im Dienst sind, aber innerhalb der letzten fünf Jahre höhergruppiert wurden, müssen zunächst regelmäßig fünf Jahre in der Erfahrungsstufe 5 der höheren Entgeltgruppe verweilen, ehe sie in die Erfahrungsstufe 6 aufsteigen.

Beschäftigte, die seit 1. Januar 2018 nach Erfahrungsstufe 6 bezahlt werden, erhalten den aktuellen Tabellenbetrag, nicht zusätzlich noch eine weitere prozentuale Erhöhung.

Für Beschäftigte in der „kleinen“ Entgeltgruppe 9 wird der Tabellenwert in der (momentan höchsten) Stufe 4 zeitgleich und prozentual zu den Beträgen der neuen Stufe 6 durch Erhöhungsbeträge angehoben – ab 01.01.2018 um 53,41 Euro, ab 01.10.2018 um weitere 53,40 Euro.

Die neuen Zulagen für Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst, auch für pädagogische Fachkräfte in Sachsen (ehemals PUH), erfahren zum 01.01.2018 ihre erste prozentuale Erhöhung.

Für die Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen war die zusätzliche Erfahrungsstufe 6 die Hauptforderung in der Tarifrunde 2017. Sie bedeutet eine höhere Wertschätzung ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit und eine Aufwertung des Lehrerberufs im Freistaat.

19.12.2017
Danke, Frank!

Ex-Staatsminister Frank Haubitz galt für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer als Hoffnungsträger zur Durchsetzung langjähriger Forderungen. Seine Amtsentlassung führt zu Unverständnis, Empörung und Resignation in den Lehrerzimmern, denn er stand für einen glaubhaften Richtungswechsel in der Personalpolitik.

Die generelle Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen war das Ziel für Staatsminister Frank Haubitz. Die Untrennbarkeit von Verbeamtung und wertschätzenden Maßnahmen für die Lehrerinnen und Lehrer, die das sächsische Schulsystem auf Spitzenplätze geführt haben, gehörte zu seinen Grundprinzipien. Die erfahrene Lehrergeneration erwartet dringend eine höhere Anerkennung und potentielle Bewerber aus ganz Deutschland ein klares Signal, dass der Lehrerberuf in Sachsen attraktiver wird.

Frank Haubitz hat für Aufbruchstimmung in den Lehrerzimmern gesorgt und Pläne zur Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen geschmiedet. Der Sächsische Lehrerverband dankt ihm für seine mutigen Entscheidungen und sein Engagement für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer. Sein richtungsweisender Kurs muss dringend und zügig fortgesetzt werden.

Kultusminister, Staatsregierung und die Abgeordneten des Sächsischen Landtages sind in der Verantwortung, genauso wie die Tarifpartner. In den nächsten Tagen, Wochen und Monaten müssen klare Handlungsziele und verlässliche zeitliche Perspektiven formuliert werden. Das ist alternativlos.

 Aufwertung des Lehrerberufs bleibt dringendes Anliegen

Angesichts des Wechsels an der Spitze des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus bekräftigt der Sächsische Lehrerverband noch einmal seine Forderungen zur generellen Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen. Bei allen Maßnahmen, die seitens der Regierungskoalition angegangen werden, muss die Untrennbarkeit von Verbeamtung und wertschätzenden Maßnahmen für die verdienstvolle Lehrergeneration gewährleistet werden.

Dazu zählen Entwicklungsperspektiven durch motivierende Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten und ein Ausgleich zum Einkommen verbeamteter Kollegen. Zudem erwartet der Sächsische Lehrerverband eine verbesserte Eingruppierung für Grundschullehrer. Zur Bewältigung der stetig steigenden Aufgaben müssen an anderen Stellen Entlastungen erfolgen. Außerdem sind Gerechtigkeitslücken bei bestimmten Beschäftigtengruppen zu schließen.

29.11.2017
Vereinfachung der Bildungsempfehlung führt zu spürbarer Entlastung der Lehrer

Das Vorhaben von Staatsminister Frank Haubitz zur Vereinfachung der Bildungsempfehlungen wird zu spürbaren Entlastungen der Grundschullehrerinnen und -lehrer führen. Der Kultusminister möchte bereits bei den Bildungsempfehlungen im Februar 2018 auf eine verbale Einschätzung verzichten.

Die Bildungsempfehlung soll künftig darüber hinaus in der Regel keine ausführliche Beurteilung des Schülers enthalten. Lediglich auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern kann weiterhin ein Wortgutachten erstellt werden.

Die angestrebte Änderung ist eine vernünftige Entscheidung. Auch in der Vergangenheit haben sich Schüler und Eltern in erster Linie an den erreichten Noten orientiert. Sie besitzen eine verlässliche Aussagekraft über den Leistungsstand eines Lernenden. Das Worturteil hat im Prinzip diesen Leistungsstand und sein Zustandekommen noch einmal beschrieben. Der Sächsische Lehrerverband hatte bereits mehrfach den Verzicht auf diese verbale Einschätzung gefordert. Andererseits ist die Bildungsempfehlung aber nach wie vor wichtig für die weitere Schullaufbahn, die auf Grundlage des Leistungsstandes der Schüler erteilt wird. Sie ist im Interesse der Schülerinnen und Schüler weiterhin notwendig, um gute Leistungen anzuerkennen und Über- bzw. Unterforderung zu vermeiden.

„Der Verzicht auf ein Wortgutachten bei gleichzeitiger Beibehaltung der Bildungsempfehlung ist genau der richtige Weg. Leistungsgerechtigkeit wird bewahrt und die Lehrer werden von unnötiger Arbeit entlastet“, sagt Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes.

Der erste Entwurf des Wortgutachtens der Bildungsempfehlung wurde in den vergangenen Jahren vom Klassenleiter geschrieben, anschließend mit den anderen Lehrerkollegen besprochen und danach noch einmal überarbeitet. Erfahrungsgemäß haben Lehrerinnen und Lehrer im Durchschnitt insgesamt 60 Minuten Zeit zur Erstellung der verbalen Einschätzung pro Schüler benötigt. Ihr Nutzen hat den Aufwand nicht gerechtfertigt.

Der Sächsische Lehrerverband unterstützt die Pläne des Kultusministers und erwartet weitere Arbeitserleichterungen bzw. Aufgabenreduzierungen. Außerdem fordert er Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten, eine verbesserte Eingruppierung der Grundschullehrer, das Schließen von Gerechtigkeitslücken bei bestimmten Beschäftigtengruppen  und den Ausgleich des Nettolohndefizits infolge der Nichtverbeamtung.

23.11.2017
Gewerkschaftstag des dbb beamtenbund und tarifunion in Berlin

Jens Weichelt erneut in die Geschäftsführung der Bundestarifkommission gewählt

 Auf dem Gewerkschaftstag des dbb beamtenbund und tarifunion, der Spitzengewerkschaft des Sächsischen Lehrerverbandes, wurden die Bundesleitung und die Geschäftsführung der Bundestarifkommission neu gewählt. An der Spitze des dbb steht Ulrich Silberbach, zum Fachvorstand Tarifpolitik wurde Volker Geyer gewählt.
Der Landesvorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt, bekleidet wiederholt das Amt eines stellvertretenden Vorsitzenden der Bundestarifkommission des dbb.

 Unter dem Motto "Im Dienst der Menschen" fand der dbb-Gewerkschaftstag 2017 vom 19. bis 21. November 2017 in Berlin statt. Mit der Beschlussfassung zu mehr als 700 Anträgen wurden die Leitlinien für die gewerkschaftspolitische Arbeit des dbb beamtenbund und tarifunion in den kommenden fünf Jahren festgelegt. Abgestimmt haben die 630 stimmberechtigten Delegierten auch über zentrale Positionierungen mit dem Ziel: Ein moderner, konkurrenzfähiger öffentlicher Dienst für Deutschland. Mit über 1,3 Millionen Mitgliedern ist der dbb die große deutsche Interessenvertretung für Beamte und Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst und im privaten Dienstleistungssektor.

Zum neuen Bundesvorsitzenden des dbb wurde Ulrich Silberbach gewählt, der die Nachfolge von Klaus Dauderstädt antritt. Im Namen des Sächsischen Lehrerverbandes gratulierte der Landesvorsitzende des SLV dem neu gewählten Bundesvorsitzenden und bedankte sich bei seinem Amtsvorgänger für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung. Klaus Dauderstädt war 2016 Gast auf dem Gewerkschaftstag des SLV.

Die Glückwünsche des SLV erhielt auch der neue stellvertretender Bundesvorsitzende und Fachvorstand Tarifpolitik, Volker Geyer. Er löst damit Willi Russ ab, der in den zurückliegenden fünf Jahren an der Spitze der Bundestarifkommission des dbb stand. Willi Russ führte auch speziell in Sachsen Tarifverhandlungen, so zum Beispiel für den Lehrkräftebereich und die Rückkehr der Stadt Naunhof in den Flächentarifvertrag. Als Hauptredner auf mehreren Großkundgebungen in Dresden ist er den sächsischen Lehrerinnen und Lehrern gut bekannt. Jens Weichelt dankte Willi Russ für seinen großartigen Einsatz zur Durchsetzung der Interessen unserer Beschäftigten.   

In die Geschäftsführung der Bundestarifkommission wurde der Landesvorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt, wiedergewählt. Er bekleidet somit erneut das Amt eines stellvertretenden Vorsitzenden der Bundestarifkommission des dbb. Mit Volker Geyer an der Spitze der Bundestarifkommission und der neu gewählten Geschäftsführung gilt es nun, die erfolgreiche Tarifarbeit des dbb fortsetzen.

Der Sächsische Lehrerverband gratuliert allen neu gewählten Mitgliedern der dbb-Bundesleitung und der Geschäftsführung der Bundestarifkommission und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit.  

Bundesvorsitzender: Ulrich Silberbach (komba gewerkschaft)

Stellvertretende Bundesvorsitzende:
Fachvorstand Tarifpolitik: Volker Geyer (Kommunikationsgewerkschaft DPV DPVKOM)
Fachvorstand Beamtenpolitik: Friedhelm Schäfer (NBB Niedersächsischer Beamtenbund und Tarifunion, Deutsche Steuer-Gewerkschaft DSTG)

Weitere stellvertretende dbb-Bundesvorsitzende:
Jürgen Böhm (Verband Deutscher Realschullehrer VDR)
Thomas Eigenthaler (Deutsche Steuer-Gewerkschaft DSTG)
Astrid Hollmann (VRFF – Die Mediengewerkschaft)
Kirsten Lühmann (Deutsche Polizeigewerkschaft DPolG)
Maik Wagner (Gewerkschaft der Sozialversicherung GdS)
Claus Weselsky (Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer GDL)

Vorsitzender der dbb-Bundestarifkommission: Volker Geyer  (Kommunikationsgewerkschaft DPV DPVKOM)

Stellvertretende Vorsitzende der dbb-Bundestarifkommission:
Andreas Hemsing (komba gewerkschaft)
Karl-Heinz Leverkus (Deutsche Steuer-Gewerkschaft)
Siglinde Hasse (Gewerkschaft der Sozialversicherung)
Hermann-Josef Siebigteroth (VDStra. Fachgewerkschaft der Straßen- und Verkehrsbeschäftigten)
Thomas Gelling (Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer)
Jens Weichelt (Verband Bildung und Erziehung, Sächsischer Lehrerverband)

Weitere Informationen:
https://www.dbb.de/der-dbb/events/gewerkschaftstag-2017.html  

20.11.2017
Der Sächsische Lehrerverband gratuliert seinem Landesvorsitzenden
Der Landesvorsitzende des SLV Jens Weichelt ist am 20.11.2017 auf dem dbb-Gerwerkschaftstag in Berlin erneut zum stellvertretenden Vorsitzenden der dbb-Bundestarifkommission gewählt worden. Herzlichen Glückwunsch!
15.11.2017
Pläne des Kultusministers zur Aufwertung des Lehrerberufs sind Schritt in die richtige Richtung

Heute erreichten die Briefe des Sächsischen Staatsministers für Kultus die Schulen des Freistaates. Minister Frank Haubitz lässt darin keinen Zweifel, dass er den Lehrerberuf in Sachsen generell aufwerten will. Seine geplanten Maßnahmen gehen deshalb über die Verbeamtung hinaus. Er beabsichtigt einen Ausgleich für Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund ihres Lebensalters nicht verbeamtet werden können sowie weitere wertschätzende Maßnahmen und Arbeitserleichterungen. Das sind langjährige Forderungen des Sächsischen Lehrerverbandes, die selbstverständlich Unterstützung finden. Jetzt sind Staatsregierung und Mehrheitskoalition gefordert, einen Paradigmenwechsel in der Landespolitik tatsächlich zu vollziehen.

„Die Untrennbarkeit von Verbeamtung und wertschätzenden Maßnahmen für die verdienstvolle Lehrergeneration ist der richtige Ansatz zur Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen.“, unterstreicht Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes.

Maßnahmen zur Anerkennung der Lebensarbeitsleistung von langjährig tätigen Lehrkräften müssen mit der geplanten Verbeamtung parallel umgesetzt werden. Lehrerinnen und Lehrer brauchen Entwicklungsperspektiven durch motivierende Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten und einen Ausgleich zum Einkommen verbeamteter Kollegen. Zudem erwartet der Sächsische Lehrerverband eine verbesserte Eingruppierung für Grundschullehrer.

Der Sächsische Lehrerverband fordert seit vielen Jahren Haushaltstellen zur Realisierung von Höhergruppierungen. Staatsminister Frank Haubitz signalisierte dem SLV bereits seine Unterstützung für Höhergruppierungsperspektiven in allen Schularten. Mit Blick auf die Haushaltsverhandlungen im Jahr 2018 sollte sich gerade bei dieser Forderung als auch bei der verbesserten Eingruppierung der Grundschullehrer endlich etwas bewegen. Eine niedrigere Bezahlung der Grundschullehrer ist in der heutigen Zeit nicht mehr gerechtfertigt, denn sie haben eine gleichwertige akademische Ausbildung und eine ebenso verantwortungsvolle Tätigkeit wie ihre Kollegen in anderen Schularten.

Außerdem sind weitere Gerechtigkeitslücken zu schließen, dazu gehören u. a. eine höhere Wertschätzung für Fachlehrer an Beruflichen Schulen und Förderschulen, für Ein-Fach-Lehrkräfte sowie für die Hauptausbildungsleiter für das Lehramt an Grundschulen.

Zur Bewältigung der stetig steigenden Aufgaben bei der Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder Migrationshintergrund, bei der Ausbildung des Lehrernachwuchses in hoher Zahl und der Qualifizierung von Seiteneinsteigern sind als Ausgleich dringend Arbeitserleichterungen notwendig. Der Sächsische Lehrerverband bekräftigt deshalb die vom Kultusminister angekündigten Entlastungen bzw. Aufgabenreduzierungen. Erste Maßnahmen müssen umgehend auf den Weg gebracht werden. Die angedachte Anerkennung der Klassenleitertätigkeit sowie einheitliche Stundensätze für Mehrarbeit begrüßt der Sächsische Lehrerverband.

07.09.2017
Im künftigen Landesamt für Schule und Bildung sollen bewährte Strukturen beibehalten werden

Das Landesamt für Schule und Bildung wird ab 1. Januar 2018 die Schulaufsichtsbehörde. Es vereint damit die Sächsische Bildungsagentur und das Sächsische Bildungsinstitut. So hat es der Landtag am 11.4.2017 beschlossen – nicht mehr und nicht weniger.
Mitte Mai 2017 wurden Pläne bekannt, dass im Zuge der Einrichtung des Landesamtes für Schule und Bildung zum 1.1.2018 die Zahl der personalverwaltenden Stellen verringert werden soll. Vorgesehen war nur eine einzige Abteilung Lehrerpersonal mit Sitz am Landesamt, die über drei Referate Lehrerpersonal (verortet in Chemnitz, Dresden und Leipzig) verfügen sollte. An den Standorten Bautzen und Zwickau sollte nur die Schulaufsicht für Grund-, Förder- und Oberschulen angesiedelt sein, aber keine Personalverwaltung.
Seit Bekanntwerden der Strukturpläne hatte der Sächsische Lehrerverband seine Vorbehalte zur diskutierten Zentralisierung und Standortreduzierung artikuliert. Er lehnte eine einschneidende Strukturreform ab, weil das sächsische Schulsystem vor enormen Herausforderungen steht: deutlich über 1.000 Einstellungen jährlich, die Lehrerausbildung, die Qualifizierung der Seiteneinsteiger und die Unterstützungssysteme für Schulen. Außerdem befürchtete der SLV bei der ursprünglich vorgesehenen Struktur des Landesamtes, dass mehr Abordnungen und Versetzungen von Lehrkräften auf Unverständnis der Betroffenen gestoßen wären aufgrund der fehlenden regionalen Nähe der Entscheider. Dies hätte zudem in einem vergrößerten Territorium stattgefunden, so dass die Fahrzeiten zu den jeweiligen Schulen tendenziell höher gewesen wären und Lehrer künftig in einem vergrößerten Zuständigkeitsbereich hätten verfügbar sein müssen. Auch die Vertretung der Beschäftigten wäre durch die gewählten Personalvertretungen im Bereich der Schulverwaltung und im Lehrkräftebereich infolge der beabsichtigten Strukturreform schwerer geworden. Immerhin sind Lehrerpersonalräte in Bautzen derzeitig für ca. 4.800, in Zwickau für ca. 4.200 Lehrerinnen und Lehrer zuständig.

Der Sächsische Lehrerverband begrüßt deshalb die aktuelle Entscheidung der Kultusministerin Brunhild Kurth, bewährte Schulaufsichtsstrukturen innerhalb des zukünftigen Landesamtes für Schule und Bildung beizubehalten. Die Staatsministerin hat entschieden, dass sich das Landesamt in der jetzigen Phase auf die genannten umfangreichen Aufgaben zur Lehrerversorgung konzentriert und Maßnahmen zur internen Umstrukturierung zurückgestellt werden. Das Landesamt für Schule und Bildung wird seine Arbeit daher auf der Grundlage der bestehenden Verwaltungsstrukturen aufnehmen und an den bisherigen Standorten der Sächsischen Bildungsagentur und des Sächsischen Bildungsinstituts mit den bisherigen Aufgabenschwerpunkten vertreten sein.

Zur Struktur des künftigen Landesamtes für Schule und Bildung hat sich der Sächsische Lehrerverband bereits im Zuge der Schulgesetznovellierung ganz klar positioniert. Seit Bekanntwerden erster Strukturpläne wurde diese Position bekräftigt: Im Interesse der künftigen Lehrerversorgung im gesamten Freistaat muss das künftige Landesamt für Schule und Bildung über fünf regionale Standorte in Bautzen, Chemnitz, Dresden, Leipzig und Zwickau verfügen. Die Leiter der fünf regionalen Standorte müssen auch künftig die Entscheidungskompetenzen für Schulaufsicht und Personalverwaltung aller Schularten in ihrem Bereich innehaben. Wer die Verantwortung für die Lehrerversorgung vor Ort trägt, muss auch über die Entscheidungsbefugnisse zu deren Absicherung verfügen.

Landtagsabgeordnete, Oberbürgermeister, Beschäftigte der Schulaufsicht und Lehrkräfte unterstützten die Positionen des SLV und bekräftigten, dass eine Strukturreform mit derart weitreichenden Auswirkungen sorgfältig mit allen Betroffenen und der notwendigen Transparenz angegangen werden muss. Der Sächsische Lehrerverband dankt allen Akteuren, die sich in den zurückliegenden Wochen für den Erhalt von bewährten Strukturen im Bereich der Schulaufsicht eingesetzt haben. Am 22. und 23.08.2017 hatte der Sächsische Lehrerverband zu Dialogveranstaltungen in Bautzen und Zwickau eingeladen.

13.03.2017
Ergebnis der SLV-Mitgliederbefragung: Mitglieder stimmen Tarifabschluss zu

Mit einer herausragenden Mehrheit von 90 Prozent haben sich die Mitglieder des Sächsischen Lehrerverbandes für die Annahme des Tarifergebnisses ausgesprochen. Dabei gab es zwischen den Schularten nur minimale Abweichungen. Das zeugt von einem positiven Ergebnis für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer in allen Schularten. Mit dem Verhandlungsergebnis wurde ein guter Kompromiss bei der Verteilung des finanziellen Gesamtvolumens der Tarifeinigung zwischen den Berufsgruppen im öffentlichen Dienst erzielt.

Seit 2009 holt der Sächsische Lehrerverband in dieser Form zu den Ergebnissen der Einkommensrunden das Votum seiner Mitglieder ein. Die Zustimmung zu diesem Verhandlungsergebnis war die höchste, die bisher erzielt wurde. Direkt im Anschluss an die Tarifeinigung vom 17.02.2017 informierte der Sächsische Lehrerverband seine Mitglieder in einem Schreiben über die konkreten Inhalte der Tarifeinigung, die Hintergründe seines Zustandekommens und die spezifischen Auswirkungen für die sächsischen Lehrkräfte.

Ein „SLV-Spezial“ zu den detaillierten Ergebnissen der Tarifrunde wurde an alle Mitglieder des Sächsischen Lehrerverbandes sowie alle öffentlichen Schulen im Freistaat Sachsen versandt.

15.12.2016
Tarifrunde 2017: Erfahrungsstufe 6 wird Hauptforderung der sächsischen Lehrkräfte

Die Einführung einer zusätzlichen Erfahrungsstufe 6 in der Entgelttabelle wird die entscheidende Forderung der sächsischen Lehrerinnen und Lehrer in der Tarifrunde 2017 sein. Die Verwirklichung der Stufe 6 in der Länder-Gehaltstabelle ist eine realistische Chance, das Einkommen der Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder, gerade auch im Lehrkräftebereich, aufzuwerten. Der dbb konnte bei den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen im Frühjahr 2016 die Stufe 6 nach 15 Dienstjahren in der Entgelttabelle des Bundes, analog der bereits bestehenden Tabelle im kommunalen Bereich, durchsetzen.

Die Bundestarifkommission des dbb beamtenbund und tarifunion, der auch sächsische Lehrerinnen und Lehrer angehören, hat am 14.12.2016 in Berlin die Forderungen zur Einkommensrunde 2017 für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder aufgestellt. Der dbb fordert für die lineare Erhöhung der Tabellenwerte, für die Einführung der Stufe 6 und für eine soziale Komponente eine Einkommenserhöhung von 6 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Damit soll die Lücke in der Bezahlung zu den anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes der Bundesrepublik Deutschland geschlossen werden.

Das Forderungspapier umfasst im Wesentlichen folgende Punkte:

–      Erhöhung der Tabellenentgelte (TV-L und TVÜ-Länder) um 6 Prozent, darin enthalten:
o   Einführung einer Stufe 6 ab EG 9
o   ein Mindestbetrag als soziale Komponente

–      Stufengleiche Höhergruppierung

–      Weiterentwicklung der Entgeltordnung für Lehrkräfte
o   Realisierung der „Paralleltabelle“
o   verbesserte Eingruppierung von 1-Fach-Lehrern und Fachlehrern
o   spezifische Eingruppierungsregelungen für sächsische Lehrkräfte

–      Auszubildende:
o   Erhöhung der Ausbildungsentgelte (TVA-L BBiG und Pflege) um 90 Euro
o   Erhöhung des Urlaubsanspruchs auf 30 Tage
o   Übernahme aller Ausbildungskosten durch den Arbeitgeber
o   Übernahme aller Auszubildenden

–      Zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des materiellen Gehalts der Tarifeinigung auf den Beamtenbereich

–      Weiterentwicklung der allgemeinen Entgeltordnung im Bereich der TdL

–      Ausschluss sachgrundloser Befristungen

Auftakt der Tarifrunde ist am 18. Januar 2017 in Berlin, danach sind weitere Verhandlungen am 30./31.01.2017 sowie 16./17.02.2017 in Potsdam terminiert.

zur Bildergalerie

weitere Infos zum Download:

- dbb_EKR_Tarifforderungen.pdf
- 2016-12-14_dbb_EKR-mitgliederinfo.pdf
10.02.2016
Tarifverhandlungen zur Altersteilzeit

Liebe Mitglieder, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

am 09. Februar 2016 wurden zwischen dem dbb, Spitzenorganisation des SLV, und dem Freistaat Sachsen Tarifverhandlungen zur Verlängerung der Altersteilzeit im Lehrkräftebereich aufgenommen. Der dbb wird bei den bevorstehenden Verhandlungen mit der Staatsregierung ein neues Gesamtpaket anstreben, das neben Altersteilzeit weitere Maßnahmen zur Gestaltung des Generationenwechsels enthält. 



weitere Infos zum Download:

- TV_ATZ_Infoblatt.pdf