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13.07.2018
Entlastungen per Schulleiterbrief angekündigt

Das Sächsische Staatsministerium für Kultus hat in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien in einem Schulleiterbrief über Entlastungsmaßnahmen informiert. Der Lehrerhauptpersonalrat und das Kultusministerium haben zu diesen Arbeitserleichterungen seit mehreren Wochen intensive Gespräche geführt. In der aktuellen Situation des Lehrermangels war es nur möglich, solche Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die das Arbeitsvermögen nicht reduzieren.

Der Sächsische Lehrerverband begrüßt die Arbeitsentlastungen. Dazu gehört u. a. die Abschaffung der Vorbereitungswoche in der bisherigen Form. Zukünftig entscheidet der Schulleiter nach Anhörung der Gesamtlehrerkonferenz, ob und in welchem zeitlichen Umfang er Tage zur Vorbereitung des Schuljahres einplant.

Positiv sieht der SLV auch den vom Kultusministerium beabsichtigten Ausbau von Assistenzsystemen an den Schulen. Stellen für Schulassistenten müssen in dem Maße erhöht werden, wie freie Lehrerstellen nicht besetzt werden können. So können weitere Entlastungen für Lehrkräfte und Schulleiter erreicht werden.

Viele der avisierten Maßnahmen werden erst langfristig ihre volle Wirkung entfalten. Außerdem wird es von den einzelnen Schulen und nicht zuletzt der Führungsqualität der Schulleitung abhängen, welche Entlastungen wie und in welchem Umfang greifen. Die Lehrerpersonalräte an den Schulen werden diesen Prozess im Interesse der Kolleginnen und Kollegen begleiten.


28.06.2018
Veränderte Stundentafeln für Grundschulen, Oberschulen und Gymnasien ab dem Schuljahr 2019/2020

Am 26.6.2018 stellte der Staatsminister für Kultus, Christian Piwarz, die Änderungen in den Stundentafeln für Grundschulen, Oberschulen und Gymnasien ab dem Schuljahr 2019/2020 auf einer Pressekonferenz vor. Ziel des Vorhabens ist es, die Unterrichtsbelastung für die Schüler zu senken und mehr Lehrerarbeitsvolumen (ca. 770 Lehrerstellen) zugunsten der Unterrichtsabsicherung freizusetzen.

Diese Kürzungen stellen aus Sicht des SLV aber auch eine Gefahr partieller Einschnitte bei der Bildungsqualität dar.

Als das Handlungsprogramm „Nachhaltige Sicherung der Bildungsqualität im Freistaat Sachsen“ am 9. März 2018 vorgestellt wurde, war lediglich eine Absenkung des Unterrichtsvolumens um vier Prozent vermerkt, begründet mit der überdurchschnittlich hohen Stundenlast der sächsischen Schüler im bundesweiten und europäischen Vergleich. Dazu gab es bislang relativ wenige kritische Stimmen. Mit der Bekanntgabe der Fächer und Klassenstufen, in denen Kürzungen erfolgen sollen, werden die Pläne konkret. Sie betreffen eine Stärkung der politischen Bildung mit je einer Wochenstunde in den Klassenstufen 7 und 8, aber eine Reihe von Kürzungen, die auf mehrere Fächer verteilt werden sollen.

Vor dem Hintergrund der Defizite von Schülern in der Rechtschreibung ist die Kürzung im Fach Deutsch in Klasse 4 besonders problematisch. Reduzierungen in Mathematik, Biologie sowie dem Fach Technik und Computer stehen im Widerspruch zum hohen Stellenwert naturwissenschaftlicher Bildung im Freistaat. Auch die geplanten Reduzierungen in Englisch, 2. Fremdsprache, Sport und Musik werden auf viel Kritik in den Lehrerzimmern treffen. Kein Lehrer möchte Kürzungen in „seinem“ Fach und in der Gesamtheit werden Abstriche an der Bildungsqualität befürchtet.

Kritisch ist auch die Möglichkeit „schuleigener Stundentafeln“ zu sehen, bei denen die Schulen eigenverantwortlich ein Fach um eine Stunde reduzieren, ein anderes um eine Stunde erhöhen können. Gerade bei Fächern mit zwei Wochenstunden, wie z. B. Physik, Biologie, Geographie und weiteren, bedeutet die Reduzierung um eine Stunde unterm Strich eine Halbierung der zur Verfügung stehenden Zeit zur Vermittlung von Wissen und Kompetenzen.
Veränderungen in Lehrplänen und Stundentafeln sind nicht neu. Sie sind auch in gewissen Zeitabständen notwendig und sinnvoll, damit neue Entwicklungen in der Gesellschaft, in Wissenschaft und Technik einfließen können. Im konkreten Verfahren wäre es aber vernünftiger gewesen, zunächst Lehrpläne zu analysieren. Es gibt durchaus Doppelungen von Inhalten, insbesondere fachübergreifend, die Ansatzpunkte für Überarbeitungen bieten.

Der Sächsische Lehrerverband erwartet, dass die Anpassungen der Lehrpläne nicht zu einer Komprimierung der Inhalte, sondern zu sinnvollen Reduzierungen und Freiräumen führen. Die Veränderungen bedürfen im Nachgang einer kritischen Analyse. Spätestens nach der Überwindung des Lehrermangels müssen Stundentafeln und Lehrpläne auf den Prüfstand. Derzeit führt der Lehrermangel auch ohne Reduzierung der Stundentafel zu planmäßigem und außerplanmäßigem Unterrichtsausfall. Zunehmend müssen Schulen mit Blick auf ihre Personalsituation eigenverantwortlich Kürzungen vornehmen. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, sind die geplanten Kürzungen der Stundentafel ab dem Schuljahr 2019/2020 ein Resultat des anhaltenden Lehrermangels.



weitere Infos zum Download:

- 2018-06-26-SMK-veränderte-Stundendtafeln_GS-OS-Gym.pdf


22.06.2018
Gespräch zur Weiterentwicklung des Handlungsprogramms

Forderungen der Lehrergewerkschaften werden genau geprüft

Zwei Stunden lang diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der sächsischen Lehrergewerkschaften SLV, PVS, LVBS und GEW am 21. Juni 2018 mit Vertretern des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über die Weiterentwicklung des Handlungsprogramms.
Seitens der Lehrergewerkschaften wurden mehrere Handlungsoptionen vorgestellt.
Dazu zählen insbesondere die Übernahme der VBL-Beiträge durch den Freistaat Sachsen, die Erhöhung der Anzahl der funktionslosen EG-14-Stellen und die Zahlung von Zulagen an tarifbeschäftigte Lehrkräfte.
Diese Maßnahmen wurden vor dem Hintergrund ihrer Wirksamkeit und tarifrechtlichen Umsetzbarkeit teilweise kontrovers mit Staatsminister Christian Piwarz und weiteren Vertretern des SMK erörtert.
Die Verbeamtung ist aus der Sicht aller Lehrergewerkschaften fester Bestandteil des Handlungsprogramms.

Der Staatsminister erklärte, dass man in den letzten zwei Jahren – im Vergleich zu den Jahrzehnten vorher – schon viel für die Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen getan habe. Das vorliegende Handlungsprogramm umfasse Maßnahmen in Höhe von insgesamt 1,7 Milliarden Euro; ein Aufwuchs dieser Summe sei bei einer Weiterentwicklung allerdings nicht möglich.

Die Vertreter des SMK betonten ihre Absicht, den Lehrkräften Laufbahnentwicklungen nach EG 14 zu ermöglichen, um so die Attraktivität des Lehrerberufs in Sachsen zu erhöhen. Solche Beförderungen setzen allerdings auch Beurteilungsverfahren voraus. Dieses umstrittene Thema wurde intensiv diskutiert – insbesondere in Bezug auf Transparenz, Durchführbarkeit und Akzeptanz in der Lehrerschaft. 

Seitens der Lehrergewerkschaften wurden auch Arbeitserleichterungen thematisiert. Während der Abstimmungsprozess zwischen dem Lehrerhauptpersonalrat und dem Kultusministerium zu kurzfristigen Maßnahmen, die das Arbeitsvermögen nicht schmälern, fast abgeschlossen ist, bedarf es nach Auffassung der Lehrergewerkschaften weiterer Perspektiven: Wenn es die Personalsituation zulässt, dürfen auch Entlastungen, wie z. B. eine Klassenleiter- bzw. Tutorenstunde und die Rückkehr zur Unterrichtsverpflichtung von 24 Stunden, kein Tabu mehr sein. Staatsminister Christian Piwarz erklärte, er wolle auch den Blick in die Zukunft richten und darüber nachdenken, inwiefern sich Schule und Bildung verändern werden, was Lehrkräfte leisten können, wo sie Unterstützung brauchen und zu welchem Zeitpunkt man welche personelle Unterstützung tatsächlich realisieren könne.

In Schulleiterbriefen zum Ende dieses Schuljahres sollen erste Maßnahmen zur Entlastung vorgestellt werden. Es sei zudem die feste Absicht des SMK, Assistenzsysteme an den Schulen weiter auszubauen. 

Staatsminister Christian Piwarz erklärte abschließend, dass nach den Sommerferien Entscheidungen darüber getroffen werden müssen, welche Elemente zusätzlich zur Verbeamtung den Lehrerberuf in Sachsen attraktiv machen und zur Wertschätzung aller Kolleginnen und Kollegen beitragen können. Die sächsischen Lehrergewerkschaften haben ihre Bereitschaft zur weiteren Begleitung des politischen Entscheidungsprozesses im Interesse der Lehrerinnen und Lehrer erklärt.


12.06.2018
Kundgebung in Dresden zur Weiterentwicklung des Handlungsprogramms

Teilnehmer fordern Einkommensverbesserungen für Tarifbeschäftigte und Arbeitsentlastungen

Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Sachsen versammelten sich am 12.06.2018 – dem Tag des Lehrers – vor dem Kultusministerium in Dresden, um ihrer Forderung nach Weiterentwicklung des von der Staatsregierung beschlossenen Handlungsprogramms „Nachhaltige Sicherung der Bildungsqualität in Sachsen“ Nachdruck zu verleihen. Mit den gemeinsamen Zielen deutlicher Einkommensverbesserungen für alle tarifbeschäftigten Lehrkräfte und spürbarer Arbeitsentlastungen riefen die Lehrergewerkschaften Sächsischer Lehrerverband (SLV) und GEW Sachsen zu dieser Aktion auf. Mit der Kundgebung soll auch die Position der Interessenvertretungen für das anberaumte Spitzengespräch mit dem Staatsminister für Kultus, Christian Piwarz, am 21. Juni 2018 gestärkt werden.

„Das Handlungsprogramm enthält die Umsetzung einer Vielzahl von Forderungen, die der Sächsische Lehrerverband jahrelang verfolgt hat und mit der Verbeamtung ein starkes Signal an den Berufsnachwuchs. Aber alle Lehrerinnen und Lehrer, auch die erfahrene Generation, die nicht mehr verbeamtet werden kann, erwarten wertschätzende Maßnahmen. An dieser Stelle muss das Handlungsprogramm weiterentwickelt werden.“, fordert Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes.

Der Sächsische Lehrerverband hat sich seit seiner Gründung 1990 zum Beamtenstatus für Lehrkräfte bekannt und forderte im Zuge der Entstehung des Handlungsprogramms stets die Untrennbarkeit von Verbeamtung und wertschätzenden Maßnahmen für die erfahrene Lehrergeneration. Jens Weichelt verwies in seiner Rede in Dresden auf die Spitzenleistungen dieser Lehrer und die zahlreichen Entbehrungen in den zurückliegenden Jahrzehnten. Der Freistaat hatte sich in den 1990er Jahren gegen die Verbeamtung von Lehrkräften entschieden, das Regelstundenmaß wurde über den Bundesdurchschnitt angehoben und 1992 begannen 18 Jahre unfreiwilliger Teilzeit. Sowohl Eingruppierung in Gehaltsgruppen als auch das Lohniveau lagen circa 20 Jahre lang unter dem Westniveau.
Infolge des Nettolohngefälles zu verbeamteten Lehrkräften sehen diese Lehrerinnen und Lehrer nunmehr eine Gerechtigkeitslücke, weil für sie die Verbeamtung aus Altersgründen nicht mehr möglich ist. Deshalb hat der Sächsische Lehrerverband immer wieder Handlungsoptionen aufgezeigt, die zu einer Aufwertung der Arbeit der erfahrenen Lehrergeneration und zur Erhöhung des Nettoeinkommens tarifbeschäftigter Lehrkräfte führen würden.
Dazu gehören die Übernahme der Arbeitnehmerbeiträge in Höhe von 4,25 Prozent zur Betriebsrente VBL durch den Freistaat Sachsen, eine deutlich höhere Quote an Höhergruppierungsstellen für die tarifbeschäftigten Lehrkräfte sowie die Gewährung von Zulagen auf der Grundlage des TV-L § 16 (5). Danach kann „zur Bindung von qualifizierten Fachkräften“ tarifbeschäftigten Lehrkräften eine Zulage gezahlt werden. Außerdem müssen Arbeitserleichterungen, die bereits mit dem Maßnahmenpaket der Staatsregierung vom Oktober 2016 angekündigt wurden, nun endlich umgesetzt werden.


26.05.2018
Dialogreihe in Leipzig beendet

80 Teilnehmer fanden sich am 25.05.2018 in Leipzig zur Diskussionsveranstaltung mit Kultusminister Christian Piwarz ein. Es war der letzte Termin einer Dialogreihe, zuvor gab es bereits Gespräche in Dresden und Chemnitz.

Wie schon bei den anderen Dialogveranstaltungen waren auch hier wieder kritische Stimmen zu hören. Die Erwartungen der erfahrenen Lehrergeneration an die Staatsregierung waren und sind weiterhin hoch. Die überwiegende Zahl der Lehrer sieht diese mit dem Handlungsprogramm „Nachhaltige Sicherung der Bildungsqualität im Freistaat Sachsen“ nicht erfüllt. Mehr Wertschätzung für langjährige Beschäftigte war auch in Leipzig die am häufigsten gestellte Forderung. Bei der Frage, wie diese aussehen soll, gehen die Vorstellungen auseinander. Eine Zulage von 1.000 Euro für alle tarifbeschäftigten Lehrkräfte, wie sie auf der Dresdner Veranstaltung gefordert wurde, erntete genauso den Beifall der Teilnehmer wie das Plädoyer nach Arbeitserleichterungen bzw. Anrechnungsstunden an Stelle von „mehr Geld“. Für Staatsminister Piwarz sei es eine der größten Herausforderungen, auszumachen, was „echte“ Wertschätzung für die sächsischen Lehrkräfte überhaupt bedeute. Bei seiner Arbeit versuche er stets, den Lehrerberuf in die Mitte der Gesellschaft zu rücken, um ihn „wertig“ zu machen. Dazu werde er weiterhin positiv und gut über die sächsischen Lehrkräfte sprechen und mit sehr guten Angeboten für den Lehrerberuf werben.

Der SLV-Landesvorsitzende Jens Weichelt bekräftigte zudem die Forderung nach Übernahme der VBL-Beiträge durch den Freistaat Sachsen, die vom SLV gefordert wird. Weiterhin drängt der Sächsische Lehrerverband auf eine höhere Quote von Höhergruppierungsstellen und Zulagenregelungen.

Staatsminister Piwarz versicherte zum Schluss, dass jeder der Gesprächstermine sinnvoll und richtig gewesen sei, denn er hätte einige Anliegen für seine zukünftige Arbeit daraus mitgenommen. Die Lehrer nutzten die SLV-Veranstaltungen, um selbst ihre Forderungen mit eigenen Argumenten an den Minister zu richten und seine Antwort zu hören. Natürlich stieß nicht jede seiner Äußerungen auf Wohlgefallen, gerade wenn er deutlich machte, wo nach seiner Einschätzung Möglichkeiten von Verbesserungen bestehen und wo (seine) Grenzen liegen.


18.05.2018
Dialogreihe mit Staatsminister Piwarz in Chemnitz fortgesetzt

70 Lehrerinnen und Lehrer versammelten sich am Freitagnachmittag in Chemnitz um mit Staatsminister Christian Piwarz zum Handlungsprogramm „Nachhaltige Sicherung der Bildungsqualität im Freistaat Sachsen“ ins Gespräch zu kommen.

Statt frühzeitig ins lange Pfingstwochenende zu starten, nutzten die Lehrer die vom SLV dargebotene Möglichkeit, um erneut ihre Vorstellungen gegenüber dem Kultusminister zu artikulieren.

Nach der Begrüßung durch Katrin Mulcahy, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes im SLV und Vorsitzende des Lehrerhauptpersonalrates, wurde direkt in einen konstruktiven Austausch gestartet. Die anwesenden Lehrer fanden deutliche Worte für die im Handlungsprogramm verankerten Pläne der Staatsregierung. Für sie und viele ihrer Kollegen ist es nicht nachvollziehbar, dass die erfahrene und verdienstvolle Lehrergeneration nicht die erwartete Wertschätzung im Handlungsprogramm findet. Staatsminister Christian Piwarz begründete mit dem Verweis auf den Mangel an Bewerbern mit vollständiger Lehrerausbildung die geplante Verbeamtung. Nur wenn mehr grundständig ausgebildete Kollegen für den sächsischen Schuldienst gewonnen würden, könnte die verdienstvolle Lehrergeneration entlastet werden. Die Teilnehmer der Dialogveranstaltung mahnten in ihren Wortmeldungen mehrfach die zügige Umsetzung von Arbeitserleichterungen an. Wiederholt wurde auch auf die Gerechtigkeitslücken bei der Bezahlung von Fachlehrern an beruflichen Schulen und Förderschulen hingewiesen. Dem Kultusminister wurde mit auf den Weg gegeben, dass insbesondere für diese Kollegen hinsichtlich ihrer Eingruppierung in Entgeltgruppen dringend Verbesserungen notwendig sind.

Der SLV-Landesvorsitzende Jens Weichelt bekräftigte zudem die Forderung nach Übernahme der VBL-Beiträge durch den Freistaat Sachsen, die vom SLV gefordert wird. Weiterhin drängt der Sächsische Lehrerverband auf eine höhere Quote von Höhergruppierungsstellen und Zulagenregelungen.


09.05.2018
Landesweite Personalrätekonferenz in Dresden

Rund 900 Lehrerpersonalräte aus ganz Sachsen kamen am 8. Mai 2018 ins ICC nach Dresden, um mit Staatsminister Christian Piwarz über eine Weiterentwicklung des Handlungsprogramms „Nachhaltige Sicherung der Bildungsqualität in Sachsen“ zu diskutieren. Nach dessen Verkündung durch die Staatsregierung im März erreichten den Sächsischen Lehrerverband viele Rückmeldungen von Lehrerinnen und Lehrer, die sich bei den vorgesehenen Maßnahmen benachteiligt fühlen und für eine deutliche Nachbesserung des Programms aussprechen. Die sächsischen Lehrergewerkschaften SLV, GEW, PVS und LVBS organisierten deshalb gemeinsam eine landesweite Personalrätekonferenz.

Neben den Lehrervertretern und dem Staatsminister verfolgten weitere Landtagsabgeordnete, darunter die bildungspolitischen Sprecher Lothar Bienst (CDU) und Sabine Friedel (SPD) und der Fraktionsvorsitzende Rico Gebhardt (Die Linke), weitere Vertreter der Landtagsfraktionen sowie der Präsident des Landesamtes für Schule und Bildung, Ralf Berger, diese Veranstaltung sehr aufmerksam. Nach der Begrüßung durch die Moderatorin Uta Deckow ergriff Staatsminister Piwarz das Wort und gab kurz die Eckpunkte des Handlungsprogramms sowie den Standpunkt der Staatsregierung dazu wider. Das Handlungsprogramm sei darauf ausgelegt, mehr grundständig ausgebildete Lehrkräfte an die Schulen zu bringen. Nur auf einer breiteren Personalbasis seien Entlastungen für die erfahrene Lehrergeneration möglich.

Die anwesenden Personalräte brachten nicht nur ihren Unmut und Besorgnis über die aktuelle und zukünftige Situation an den Schulen zum Ausdruck, sondern unterbreiteten auch konkrete Lösungsansätze, die auf mehr Wertschätzung und tatsächliche Entlastung für alle sächsischen Lehrerinnen und Lehrer abzielten.

Der Staatsminister erwies sich als aufgeschlossener Gesprächspartner, dem verschiedene Problemfelder vorgetragen wurden. Nicht jede seiner Antworten stieß dabei auf Akzeptanz, insbesondere wenn es um einen angemessenen Ausgleich für alle Lehrkräfte geht, die aus Altersgründen nicht mehr verbeamtet werden können.

Bereits in der Phase der Erarbeitung des Handlungsprogramms hatte der Sächsische Lehrerverband viele Aktivitäten unternommen, um weitergehende Verbesserungen für alle sächsischen Lehrerinnen und Lehrer zu erreichen und den politischen Entscheidungsträgern Lösungsvorschläge unterbreitet. Der Landesvorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt, bekräftigte auf der Personalrätekonferenz die Forderungen zur Erhöhung des Nettoeinkommens tarifbeschäftigter Lehrkräfte. Dazu zählen die Übernahme der VBL-Beiträge durch den Freistaat Sachsen, eine höhere Quote von Höhergruppierungsstellen und Zulagenregelungen.

Zudem müssen Arbeitserleichterungen zügig umgesetzt werden. Laut Befragung des SLV an sächsischen Schulen stehen bei den Lehrkräften Anrechnungen bzw. Vergütungen für Klassenleiter- und Mentorentätigkeit weit oben auf der Liste der geforderten Arbeitserleichterungen, gefolgt vom Abordnungs- und Versetzungsschutz für Ältere und Anrechnungen für die Einarbeitung in fachfremden Unterricht. Außerdem hatte die Befragung ergeben, dass eine große Zahl von Lehrkräften aus ganz Sachsen bereit wäre, in ihrer Freizeit an Protestkundgebungen teilzunehmen, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen.


30.04.2018
Kultusminister im Dialog mit Mitgliedern des Sächsischen Lehrerverbandes

Nach der Verkündung des Handlungsprogramms durch das Staatsministerium für Kultus im März erreichten den Sächsischen Lehrerverband viele Rückmeldungen von Kolleginnen und Kollegen, die sich teilweise für deutliche Nachbesserungen am Programm aussprachen.

Damit ihre Vorschläge und Anregungen den richtigen Adressatenkreis erreichen, organisierte der SLV eine Dialogreihe mit dem Staatsminister für Kultus, Christian Piwarz. Am 27. April fand in Dresden der Auftakt der Dialogveranstaltungen statt.

Der Einladung waren nicht nur der Kultusminister gefolgt, sondern auch der Präsident des Landesamtes für Schule und Bildung, Ralf Berger, der Leiter des LaSuB-Standortes Dresden, Hagen Kettner, sowie der Leiter der Abteilung 2 im SMK, Bela Belafi.

Nach der Begrüßung durch die Dresdner Bezirkspersonalrätin Petra Thie wurde ohne große Umschweife in den direkten Austausch mit dem Kultusminister eingestiegen. Die 80 anwesenden Kolleginnen und Kollegen aus allen Schularten konnten zahlreiche Fragen loswerden. Diese waren teilweise sehr komplex und spiegelten die aktuellen Problemlagen an den sächsischen Schulen gut wider: die Themen Wertschätzung älterer Kollegen, das Neuland Verbeamtung, die Lehrerausbildung sowie Mehrbelastungen durch Inklusion und die Qualifikation von Seiteneinsteigern u.v.a.m. kamen mehrfach zur Sprache.

Nicht jede Antwort des Kultusministers traf dabei auf Wohlgefallen, insbesondere das Thema der Benachteiligung von Ü42-Kollegen ist eines, zu dem unbedingt Lösungen erwartet werden. Hier schlug Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes, mehrere Maßnahmen vor. Dazu zählen die Übernahme der VBL-Beiträge durch den Freistaat Sachsen, eine höhere Quote von Höhergruppierungsstellen und Zulagenregelungen. Der Landesvorsitzende bekräftigte zudem die Forderung nach zügiger Umsetzung von Arbeitserleichterungen, die auch von den Teilnehmern der Dialogveranstaltung mehrfach angemahnt wurden. Dazu befindet sich der Lehrerhauptpersonalrat derzeit in einem konstruktiven Abstimmungsprozess mit dem SMK.  

Viele der teilnehmenden Kollegen dankten am Ende für eine gelungene Veranstaltung und lobten die unkomplizierte Kommunikation mit dem Kultusminister. Die nächste Gelegenheit dazu wird es am 18. Mai in Chemnitz und am 25. Mai in Leipzig geben. Anmeldungen für Restplätze nimmt die SLV-Landesgeschäftsstelle entgegen.


25.04.2018
Landesweite Personalrätekonferenz am 8. Mai 2018 in Dresden

Derzeit erreichen uns viele Reaktionen auf das Handlungsprogramm der Staatsregierung. Trotz der durchaus zu begrüßenden Verbesserungen sind viele Lehrer*innen enttäuscht und wütend über die dort fixierten Maßnahmen.

Um die Meinungen der Beschäftigten dem Kultusminister, weiteren Politiker*innen und der Öffentlichkeit zu verdeutlichen und über Handlungsoptionen zu diskutieren, haben die Interessenvertretungen GEW, SLV, pvs und LVBS kurzfristig eine Personalrätekonferenz in Dresden organisiert. Wenn möglichst viele von Ihnen an unserer Veranstaltung am 8. Mai 2018 in Dresden teilnehmen, können wir klarmachen, dass das Handlungsprogramm aus Sicht der Lehrkräfte dringend geändert werden muss.

Hier geht es zur Anmeldung



weitere Infos zum Download:

- Einladung Personalrätekonferenz.pdf


18.04.2018
Wertschätzung und Entlastung für alle sächsischen Lehrerinnen und Lehrer

Gemeinsame Erklärung der GEW Sachsen, des SLV, des PVS sowie des LVBS

„Wir – die sächsischen Gewerkschaften und Verbände im Schulbereich … – sind uns sicher, dass Sachsens Bildungssystem im Ringen um die besten Köpfe und für die Schule der Zukunft die Motivation aller Lehrerinnen und Lehrer braucht.“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung von GEW, SLV, PVS und LVBS zum Handlungsprogramm der sächsischen Staatsregierung. In dieser Erklärung wird auf die völlig unzureichende Berücksichtigung eines Großteils der tarifbeschäftigten Lehrkräfte verwiesen. Neben der ausbleibenden finanziellen Wertschätzung wird die ausgebliebene Arbeitsentlastung thematisiert. Um spürbare, deutliche Verbesserungen für alle Lehrkräfte zu erreichen und dem drohenden Vertrauensverlust entgegenzuwirken, betonen GEW, SLV, PVS und LVBS ihre Gesprächsbereitschaft.



weitere Infos zum Download:

- Gemeinsame Erklärung April 2018.pdf


17.04.2018
7. Gewerkschaftstag des SBB Beamtenbund und Tarifunion Sachsen

Steffen Winkler und Michael Jung in die Landesleitung gewählt

Auf dem Gewerkschaftstag des SBB Beamtenbund und Tarifunion Sachsen wurden die Landesleitung und Kassenprüfer neu gewählt sowie über 90 Anträge beraten. An der Spitze des SBB steht weiterhin Nannette Seidler. Sie wurde mit einer Mehrheit von 83 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen in ihrem Amt bestätigt.
Steffen Winkler, Tarifverantwortlicher des Sächsischen Lehrerverbandes, bekleidet wiederholt das Amt eines stellvertretenden SBB-Vorsitzenden. Neu gewählt in die SBB-Landesleitung wurde der stellv. SLV-Landesvorsitzende Michael Jung. Er erzielte mit 82 Prozent der abgegebenen Stimmen das beste Ergebnis unter den Stellvertretern.

Unter dem Motto „In Herausforderungen Chancen sehen. Wir machen Staat!“ fand der SBB-Gewerkschaftstag am 12. und 13. April 2018 in Dresden statt. Mit der Beschlussfassung zu 90 Anträgen wurden die Leitlinien für die gewerkschaftspolitische Arbeit des SBB Beamtenbund und Tarifunion Sachsen in den kommenden fünf Jahren festgelegt. Abgestimmt haben 120 stimmberechtigte Delegierte aus 37 Mitgliedsgewerkschaften und Verbänden des SBB.

Der Sächsische Lehrerverband gratuliert allen neu gewählten Mitgliedern der SBB-Landesleitung und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit. 

Als stellvertretende Vorsitzende gehören der neuen Landesleitung an:

Karen Siwonia  – Deutsche Steuergewerkschaft (DSTG)
Steffen Winkler – Sächsischer Lehrerverband (SLV)
Norbert Bullmann – Gewerkschaft der Sozialversicherung (GdS)
Andre Ficker – Gewerkschaft Technik und Naturwissenschaft (BTB)
Michael Jung – Sächsischer Lehrerverband (SLV)
Cathleen Martin – Deutsche Polizeigewerkschaft Sachsen (DPolG)
Klaus-Peter Schölzke – Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GdL)

Weitere Informationen: https://www.sbb.de/sonderseiten/gewerkschaftstag/


06.04.2018
Am 11. April endet die Bewerbungsfrist für die nächsten Einstellungstermine im Schuljahr 2018/2019

Bis zum 11. April können sich Lehrer, pädagogische Fachkräfte und Interessierte am Seiteneinstieg noch für die nächsten Einstellungstermine beim Landesamt für Schule und Bildung bewerben. Einstellungen erfolgen in allen Schularten.
Die Frist gilt für zwei Einstellungstermine.
Ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer, pädagogische Fachkräfte und Seiteneinsteiger, die aufgrund ihrer Vorqualifikation oder einer mindestens 3-monatigen beruflichen Erfahrung als Lehrkraft keine Einstiegsausbildung brauchen, werden zum Beginn des neuen Schuljahres (1.8.2018) eingestellt. Seiteneinsteiger ohne Vorqualifizierung werden zum 1. November 2018 eingestellt, durchlaufen zunächst die 3-monatige Einstiegsfortbildung und nehmen dann zum zweiten Schulhalbjahr 2018/2019 ihre Arbeit an den Schulen auf.

Alle grundständig ausgebildeten Bewerber können sich auch auf die schulscharfen Ausschreibungen bewerben. Hier gibt es derzeit 276 Stellenangebote, deren Besetzung ebenfalls zum Beginn des nächsten Schuljahres erfolgen soll.

Nachdem die Seiteneinsteigerquote beim Einstellungsverfahren zum 1.2.2018 im Durchschnitt auf 62 Prozent anstieg und trotzdem nicht alle Lehrerstellen besetzt werden können, ist die künftige Verbeamtung ein wichtiges Signal an potentielle Bewerber.
Sachsen verbeamtet ab 1. Januar 2019 neu einzustellende Lehrkräfte mit grundständiger Ausbildung und übernimmt zur Bedarfsdeckung statuswahrend bereits verbeamtete Lehrkräfte aus anderen Bundesländern. Gleichzeitig wird grundständig ausgebildeten Lehrkräften im Bestand bis zur Vollendung des 42. Lebensjahres die Möglichkeit eröffnet, sich ebenfalls verbeamten zu lassen.
Demzufolge werden Lehrkräfte mit vollständiger Lehrerausbildung, die zum 1. August 2018 eingestellt werden, diese Möglichkeit dann ab Januar ebenfalls erhalten.

Die Einstiegs-Eingruppierung für Lehrkräfte mit vollständiger Lehrerausbildung ist in Sachsen in den Schularten Gymnasium, Oberschule, Berufsbildende Schulen und Förderschulen bereits jetzt die Entgeltgruppe 13 bzw. das Eingangsamt A 13. Das Handlungsprogramm der Staatsregierung sieht das für die Grundschullehrkräfte ab dem 1.1.2019 vor.

Links:
Bewerberportal des LaSuB: www.lehrerbildung.sachsen.de/lehrerwerden
Freie Stellen für schulscharfe Bewerbungen:  www.lehrerbildung.sachsen.de/stellenausschreibungen

Weitere Informationen erhalten Sie auch beim Jungen SLV, für weitergehende Anfragen nutzen Sie dort bitte das Kontaktformular. (www.junger-slv.de )

 


29.03.2018
SLV befragt seine Mitglieder zur Weiterentwicklung des Handlungsprogrammes

Am 28. März haben alle SLV-Mitglieder per E-Mail – oder ggf. etwas später auf dem Postweg – einen Mitgliederbrief erhalten. Der Vorstand des SLV bedankt sich darin bei den Mitgliedern für die wertvollen und zahlreichen Meinungsäußerungen zum Handlungsprogramm der Staatsregierung. Das Programm sorgte in vielen Lehrerzimmern für Frust und Empörung bei den Kolleginnen und Kollegen, die nicht unmittelbar von den Maßnahmen profitieren.

Der Sächsische Lehrerverband hat bereits viele Aktivitäten unternommen, um weitergehende Verbesserungen für alle sächsischen Lehrerinnen und Lehrer zu erreichen und den politischen Entscheidungsträgern Lösungsvorschläge unterbreitet. Im Mittelpunkt seiner Bestrebungen stehen weiterhin die Erhöhung der Nettoeinkommen tarifbeschäftigter Lehrkräfte sowie die zügige Umsetzung von Arbeitserleichterungen. In den Schreiben vom 28. März 2018 befragt der SLV seine Mitglieder nach ihren Vorstellungen und der Aktionsbereitschaft zur Weiterentwicklung des Handlungsprogrammes. Auf drei geplanten Dialogveranstaltungen erhalten die Mitglieder zudem die Möglichkeit, mit Staatsminister Christian Piwarz zum Handlungsprogramm ins Gespräch zu kommen.

Gerechtigkeitslücken nicht ignorieren!

Das Handlungsprogramm der Staatsregierung vom 9. März 2018 enthält mit der Verbeamtung von Lehrkräften bis zum 42. Lebensjahr eine wichtige Voraussetzung zur Gewinnung des Lehrernachwuchses. Aber die Mehrzahl der Lehrerinnen und Lehrer, die das sächsische Schulsystem seit 1990 aufgebaut und zum Erfolg geführt haben, erfahren nicht die erwartete Anerkennung und Wertschätzung. Diese Gerechtigkeitslücke muss von der Staatsregierung ernst genommen werden. Eine angemessene Zulage für tarifbeschäftigte Lehrkräfte, die aus Altersgründen nicht verbeamtet werden können, ist nach Auffassung des SLV dringend notwendig. Eine solche Maßnahme muss Wertschätzung für jahrzehntelange Tätigkeit sein und damit mehr als nur ein Symbolbetrag.

Die im Handlungsprogramm vorgesehene verbesserte Eingruppierung der Grundschullehrer in die EG 13 bzw. A 13 war eine wichtige Forderung des Sächsischen Lehrerverbandes. Die Vorstellungen des SLV zu Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten sind unverzichtbar zur Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen, denn durch höhere Eingruppierungen lassen sich dauerhaft Verbesserungen für Tarifbeschäftigte realisieren. Die Forderungen des SLV zielten aber auf eine deutlich höhere Quote. An Gymnasien, Beruflichen Schulen, Oberschulen und Förderschulen sollen nur 20 Prozent der tarifbeschäftigten Lehrerinnen und Lehrer eine EG 14 erhalten, vor einigen Wochen war innerhalb der Staatsregierung noch ein wesentlich höherer Anteil im Gespräch. Der Sächsische Lehrerverband hatte auch gefordert, dass Gerechtigkeitslücken für bestimmte Beschäftigtengruppen geschlossen werden, das ist z.B. für Ein-Fach-Lehrer und Fachlehrer an Beruflichen Schulen vorgesehen.

Im Kontext monetärer Verbesserungen sind aber auch Arbeitserleichterungen zwingend erforderlich. Bereits seit der Verkündung des Maßnahmenpakets vom Oktober 2016 hatte der Sächsische Lehrerverband eine Vielzahl von Entlastungsmöglichkeiten vorgeschlagen. Es ist aus der Sicht des SLV unverständlich, dass sie noch immer nicht an den Schulen angekommen sind, obwohl sie nicht in jedem Fall Kosten verursachen oder das Arbeitsvermögen reduzieren. Gerade mit Blick auf die bevorstehende arbeitsintensive Prüfungszeit drängt der Sächsische Lehrerverband auf eine schnelle Umsetzung.


09.03.2018
Staatsregierung hat ein Programm, der SLV das nächste Ziel: mehr Netto für tarifbeschäftigte Lehrer

Nach monatelangem Ringen der Koalitionspartner hat die Sächsische Staatsregierung heute ein Handlungsprogramm zur nachhaltigen Sicherung der schulischen Bildung im Freistaat Sachsen beschlossen. Der Sächsische Lehrerverband sieht darin ein starkes Signal an den Berufsnachwuchs, die Umsetzung vieler wichtiger Forderungen, aber auch eine problematische Nettolohnlücke zwischen der erfahrenen Lehrergeneration und den künftigen Beamten.

Nachdem die Seiteneinsteigerquote bei Neueinstellungen mittlerweile im Durchschnitt 62 Prozent beträgt und trotzdem nicht alle Lehrerstellen besetzt werden können, sind die Verbeamtung und die verbesserte Eingruppierung der Grundschullehrer sowie weiterer Beschäftigtengruppen ein wichtiges Signal an potentielle Bewerber. Die Entwicklungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass genau die beiden Bundesländer Sachsen und Berlin, die ihre Lehrer nicht verbeamten, die höchste Seiteneinsteigerquote bei Neueinstellungen haben. Die einzige realistische Chance, auf dem umkämpften Lehrer-Arbeitsmarkt mehr ausgebildeten Nachwuchs zu gewinnen, ist nachweislich die Verbeamtung von Lehrkräften.

Der Sächsische Lehrerverband drängt darauf, dass für die erfahrenen Lehrerinnen und Lehrer, die nicht verbeamtet werden können, die Nettolohnlücke zu den Beamten ausgeglichen werden muss. „Viele unserer Forderungen finden wir im vorgelegten Programm der Staatsregierung wieder, aber keine deutliche Minderung der Nettolücke zu Beamten. Das werden viele Lehrerinnen und Lehrer mit Recht kritisieren.“, konstatiert Jens Weichelt.  
Der Sächsische Lehrerverband hatte im Zuge der Entwicklung des Handlungsprogramms stets die Untrennbarkeit von Verbeamtung und wertschätzenden Maßnahmen für die erfahrene Lehrergeneration eingefordert. Das ist der Regierungskoalition beim Blick auf die Nettolohnlücke nicht gelungen. „Der Fehler ist nicht die Verbeamtung – im Gegenteil –, sondern dass der Freistaat Sachsen seine Lehrer 25 Jahre lang nicht verbeamtet hat. Das kann die erfahrene Lehrergeneration, die nicht mehr verbeamtet werden kann, mit Recht den damaligen verantwortlichen Politikern und weiteren Gegnern der Verbeamtung vorwerfen“, stellt Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes, heraus.

Die verbesserte Eingruppierung der Grundschullehrer war eine wichtige Forderung des Sächsischen Lehrerverbandes genauso wie Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten. Mit der Eingruppierung aller Grundschullehrer in die Entgeltgruppe 13 bzw. Besoldungsgruppe A 13 hat Sachsen im bundesweiten Vergleich ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal. Das schließt ausdrücklich Lehrkräfte mit der Ausbildung als Lehrer für untere Klassen nach dem Recht der ehemaligen DDR ein. Außerdem sollen auch alle Lehrkräfte mit Grundschullehrerausbildung, die an anderen Schularten tätig sind, höhergruppiert werden. Gegenüber dem Sächsischen Lehrerverband hatte Kultusminister Christian Piwarz immer bestätigt, dass natürlich auch die Grundschullehrer mit DDR-Ausbildung nach Entgeltgruppe 13 höhergruppiert werden sollen.
Gegen eine Erhöhung der wöchentlichen Unterrichtsverpflichtung, die kurzzeitig als „Gegenleistung“ diskutiert wurde, hatte der Sächsische Lehrerverband erfolgreich interveniert. Der SLV hebt hervor, dass die Höhergruppierung aller Grundschullehrer und weiterer Gruppen von Lehrkräften auch ohne einen „sächsischen Tarifvertrag“ erreicht wurde. Die Tarifbindung an den Flächentarifvertrag TV-L und eine gleichzeitige Umsetzung der politischen Entscheidungen zu verbesserten Eingruppierungen in Sachsen ist gelungen.

Höhergruppierungsmöglichkeiten sind ein wichtiger Leistungsanreiz und eine Wertschätzung für die geleistete Arbeit. Mit der geplanten Ausbringung von Stellen der Entgeltgruppe 14 beabsichtigt die Staatsregierung eine höhere Eingruppierung von 20 Prozent der tarifbeschäftigten Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien, Beruflichen Schulen, Oberschulen und Förderschulen. Die Vorstellungen des Sächsischen Lehrerverbandes zielten auf eine höhere Quote, um möglichst vielen erfahrenen Lehrkräften diese Wertschätzung zukommen zu lassen. Nach dem derzeit geltenden Tarifrecht steigen die betreffenden Beschäftigten zwar eine Entgeltgruppe nach oben, fallen aber dort eine Erfahrungsstufe nach unten. Das bedeutet für fünf Jahre ein Plus von 190 Euro, statt 360 Euro (brutto). „Im Interesse aller Lehrkräfte, die nach Entgeltgruppe 14 höhergruppiert werden, vermisst der Sächsische Lehrerverband ein klares Bekenntnis des Freistaates Sachsen gegenüber der Tarifgemeinschaft deutscher Länder zur stufengleichen Höhergruppierung“, sagt Jens Weichelt. Diese Forderung wollen wir in die nächste Tarifrunde im Jahr 2019 einbringen.

Durch das Ausbringen des Eingangsamtes A 13 für Lehrkräfte an Oberschulen im Jahr 2017 wurde eine Eingruppierung dieser Lehrer erreicht, die im bundesweiten Vergleich wettbewerbsfähig ist. Die nun vorgesehenen funktionslosen Höhergruppierungsmöglichkeiten an Oberschulen und auch Förderschulen sind deutschlandweit beispiellos, an Gymnasien und Beruflichen Schulen zumindest im Osten Deutschlands. In diesem Kontext war es ein wichtiges Signal, dass die Staatsregierung die Diplomlehrer mit DDR-Ausbildung in allen Schularten den Kollegen mit „neuer“ Lehrerausbildung gleichstellt. Beispielsweise sollen alle Ein-Fach-Lehrer fortan ohne Hospitation die Entgeltgruppe 13 erreichen können.

Der Sächsische Lehrerverband sieht im Programm der Staatsregierung, dass Gerechtigkeitslücken für bestimmte Beschäftigtengruppen geschlossen werden, so zum Beispiel für Ein-Fach-Lehrer und Fachlehrer an Beruflichen Schulen.

Die erneut angekündigten Arbeitserleichterungen müssen nun weiter konkretisiert und schnell auf den Weg gebracht werden.

Der Sächsische Lehrerverband begrüßt ausdrücklich die weitere Stärkung der Lehramtsausbildung in Sachsen. Insbesondere die Verstetigung der Grundschullehrerausbildung in Chemnitz, die mindestens bis 2030 und wahrscheinlich auch darüber hinaus gesichert ist, war eine wichtige Forderung des SLV.
Im Interesse einer flächendeckenden Unterrichtsversorgung fordert der Sächsische Lehrerverband weiterhin die Ausweitung der Lehrerausbildung an der TU Chemnitz, vor allem auf Oberschulen und Berufliche Schulen.


04.03.2018
Tarifrunde 2018 mit Bund und Kommunen

Den öffentlichen Dienst attraktiv und zukunftsfähig machen!

Am 26. Februar 2018 begann in Potsdam die Einkommensrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Die Lehrerinnen und Lehrer sind von dieser Tarifrunde zwar nicht unmittelbar betroffen, aber das Ergebnis ist für sie trotzdem von Bedeutung: Es bietet die Steilvorlage für die Tarifverhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), die im Frühjahr 2019 starten. Nur mit einer attraktiven Bezahlung ist der öffentliche Dienst bei der Nachwuchsgewinnung konkurrenzfähig.

Die Gewerkschaften fordern eine lineare Erhöhung der Tabellenentgelte um 6 Prozent, mindestens jedoch 200 Euro. Als Laufzeit für den Tarifvertrag werden 12 Monate anvisiert. Von besonderer Bedeutung für die Beschäftigten bei sächsischen Städten, Gemeinden und Landkreisen ist die Ost-West-Angleichung der Jahressonderzahlung („Weihnachtsgeld“) im kommunalen Bereich von derzeit 75 Prozent auf 100 Prozent des Westniveaus. Diese ist fester Bestandteil des Forderungskatalogs. Außerdem streben die Gewerkschaften eine Zusage für regionale Verhandlungen über ein kostenloses landesweites Nahverkehrsticket an.

Verhandelt wird für insgesamt etwa 2,6 Millionen Beschäftigte: 163.000 Arbeitnehmer des Bundes und 2,3 Millionen Arbeitnehmer der Kommunen. Darunter zählen zum Beispiel Erzieherinnen in kommunalen KiTas, Angestellte in Verwaltungen, kommunalen Einrichtungen und in den Jobcentern oder Straßenwärter in den Straßenmeistereien. Für diese Berufsgruppen hat der TVöD direkte Auswirkungen. Auch auf die weitere Einkommensentwicklung von 344.000 Bundesbeamten und Anwärtern des Bundes wird der Tarifabschluss maßgeblichen Einfluss haben.

Seit 2005 gibt es getrennte Tarifverhandlungen, für Bund und Kommunen einerseits und für die Länder andererseits. Nachdem der dbb bei den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Länder im Frühjahr 2017 eine Einkommenserhöhung von insgesamt 4,35 Prozent (in zwei Stufen) durchsetzen konnte, erwarten die Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen deutliche Steigerungen. In der ersten Verhandlungsrunde waren die Arbeitgeber zur Unterbreitung eines Angebotes an ihre Beschäftigten nicht bereit, obwohl sie über Milliardenüberschüsse verfügen. Allein die Kommunen konnten im letzten Jahr neun Mrd. Euro Steuermehreinnahmen verzeichnen.

Die Verhandlungen werden am 12./13. März 2018 in Potsdam fortgesetzt, ein Ergebnis wird für Mitte April erwartet.

 


23.02.2018
Deutscher Lehrertag am 15.03.18 – Frühjahrstagung in Leipzig

Optimistisch bleiben im Lehrerberuf

Ein Highlight auf dem Deutschen Lehrertag 2017 in Dortmund war der Vortrag von Professor Dr. Jens Weidner zum Thema „Optimismus. Warum manche weiter kommen als andere“. Auch auf der Frühjahrstagung des Deutschen Lehrertags am 15. März 2018 haben die Besucherinnen und Besucher im Rahmen der Leipziger Buchmesse die Möglichkeit, Prof. Weidner live zu erleben.

Im Vorfeld sprach die Redaktion des VBE mit ihm über seinen Vortrag, die Merkmale von Optimisten und darüber, was wir tun können, um zu einer optimistischeren Lebenseinstellung und
-wahrnehmung zu gelangen.

Das Interview und

weitere Infos zum Download:

- 2018-03-15-DLT-Weidner-Interview.pdf


15.02.2018
Digitalisierung in der Lehrerfortbildung – Auswertung einer Befragung unter sächsischen Lehrern

Im November 2017 erhielten die Ansprechpartner des SLV an sächsischen Schulen eine Einladung zur Teilnahme an einer Online-Befragung zum Thema „Gelingensbedingungen von Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer“. 225 sächsische Lehrkräfte nahmen an der Erhebung teil.

Die Studie ist Teil eines größeren Forschungsvorhabens mit dem Ziel, bestehende Formate der Lehrerfortbildung um die Vermittlung konzeptioneller, didaktischer und praktischer Kompetenzen im Umgang mit digitalen und interaktiven Medien bedarfsgerecht sowie innovativ zu erweitern.

Die Befragung fokussiert dabei nicht auf die bekannte Evaluation einzelner Veranstaltungen, vielmehr stehen optimale Bedingungen für Organisation, Planung, Durchführung sowie Transfer in die Schule im Mittelpunkt. Die Analyse des gewonnenen Datenmaterials erlaubt so einerseits Rückschlüsse auf den Erfolg einzelner Maßnahmen im Fortbildungskontext. Andererseits werden Differenzen zwischen Prioritäten und Zufriedenheit aufgezeigt, um konkrete Maßnahmen zur Steigerung des Erfolgs in diesem Bereich abzuleiten.

Als besonders wichtig empfanden die Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten unter anderem den praktischen Nutzen von Fortbildungen für ihren eigenen Unterricht, eigenes Ausprobieren von Methoden und Medien sowie ausreichende Ressourcen (bspw. Zeit), um Gelerntes in Schule zu erproben und umzusetzen.

Ein Schwerpunkt der Befragung lag im Bereich der Fortbildung zu „digitalen Medien“. Die Verfügbarkeit von digitalen Bildungsmedien, Programmen und Geräten wurde von den Teilnehmenden ambivalent bewertet. Der einfache und kostenfreie Zugriff auf digitale Medien für Lehrende und Lernende, die technische Unterstützung an der Schule sowie die digitale Lehrervernetzung wurde als besonders wichtig eingeschätzt. Gleichzeitig waren die Befragten mit der Umsetzung dieser Schwerpunkte aber „eher unzufrieden“.

Diese ersten Ergebnisse zeigen bereits, dass sächsischen Lehrerinnen und Lehrern die Thematik der Digitalisierung durchaus wichtig ist, dass aber gerade in den Bereichen Fortbildung und Infrastruktur noch Potenziale liegen.

Die Befragung leitet Peter Arnold, Lehrer im Hochschuldienst am Zentrum für Lehrerbildung, Schul- und Berufsbildungsforschung und der Professur Didaktik der Informatik an der Technischen Universität in Dresden.


07.02.2018
Workshop mit interessantem Blick auf den Lehrerberuf in Bayern

 Staatsminister Christian Piwarz im Gespräch mit Mandatsträgern des SLV

Im Rahmen eines Workshops des Sächsischen Lehrerverbandes nutzte der Staatsminister für Kultus, Christian Piwarz, die Gelegenheit, den Stand des aktuellen Einstellungsverfahrens und der geplanten Maßnahmen zur Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen darzustellen.
Im Rahmen eines sehr offenen und konstruktiven Dialogs artikulierten die  Mandatsträger des SLV Positionen und Meinungen gegenüber dem Kultusminister. Der Landesvorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt, formulierte auch im Rahmen dieser Veranstaltung die Erwartungen der sächsischen Lehrerinnen und Lehrer. Die geplante Verbeamtung von Lehrkräften muss mit wertschätzenden Maßnahmen für die verdienstvolle Lehrergeneration unbedingt im Einklang stehen. Christian Piwarz zeigte sich optimistisch, dass in den kommenden Tagen eine Einigung zwischen den Koalitionspartnern erzielt werden könnte.

Der Kultusminister stellte die dramatische Bewerbersituation im aktuellen und der künftigen Einstellungsverfahren dar. Im Wettbewerb um grundständig ausgebildete Lehrer haben Sachsen und Berlin klare Nachteile, weil sie trotz angehobener Einstiegsgehälter gegenüber den anderen Bundesländern nicht mithalten können, die ihre Lehrer verbeamten. Der Staatsminister erläuterte den Mandatsträgern des SLV einige geplante Maßnahmen für die verdienstvolle Lehrergeneration, die aus Altersgründen nicht mehr verbeamtet werden können.

Staatsminister Christian Piwarz hob vor dem Hintergrund irritierender Medienberichte zur beabsichtigten Eingruppierung der Grundschullehrkräfte in A 13 bzw. EG 13 hervor, dass damit selbstverständlich auch alle Lehrerinnen und Lehrer mit der DDR-Ausbildung „Lehrer für untere Klassen“ erfasst werden sollen. Während seiner Amtszeit hat es nie andere Denkrichtungen gegeben.

Wenn den potentiellen Bewerbern keine attraktiveren Angebote unterbreitet werden können, befürchtet das Kultusministerium perspektivisch für das sächsische Schulsystem einen Seiteneinsteigeranteil von einem Drittel, in bestimmten Regionen bzw. Schulen sogar bis zu 80 Prozent. Angesichts der Einstellungsbedarfe von fast 2.000 Lehrkräften pro Jahr kann der Freistaat Sachsen auch in den kommenden Jahren seinen Lehrerbedarf nicht annähernd selbst decken. „Wir müssen den jungen Lehrern von morgen das Angebot der Verbeamtung machen, sonst verlieren wir weiterhin die Hälfte der Lehramtsstudierenden und in der Folge wiederum die Hälfte der ausgebildeten Referendare an andere Bundesländer“, konstatierte der Staatsminister.

Ein Beispiel für das Gelingen der selbstständigen Deckung des Lehrerbedarfs zeigt der Freistaat Bayern, wo es bei den Einstellungsverfahren für manche Schularten Wartelisten von Bewerbern mit vollständiger Lehrerausbildung gibt. Im Anschluss an das Ministergespräch erläuterte Gerd Nitschke, Vizepräsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, die Einkommenssituation und Entwicklungsperspektiven von Lehrkräften in Bayern.

Für bayerische Lehrkräfte sind Aufstiegsmöglichkeiten berechenbar. Jeder kann sich über den voraussichtlichen Zeitpunkt seiner Höhergruppierung informieren und mit guten Leistungsbeurteilungen diesen Zeitraum sogar noch verkürzen. So steigen Gymnasial- und Berufsschullehrer in Bayern mit Besoldungsgruppe A13 (plus Stellenzulage) ein, erreichen derzeit spätestens nach 13 Jahren die A14 und gehen in den meisten Fällen mit einer A15 in den Ruhestand.

Welche Auswirkungen die Aussicht auf Verbeamtung auf Bewerberzahlen hat, konnte Gerd Nitschke an einem deutlichen Beispiel darstellen: Für unbesetzte Stellen an bayerischen Grund- und Mittelschulen sollten sich Real- und Gymnasiallehrer mit einer zweiten Qualifikation bewerben. Die Bewerberzahl dafür lag zunächst landesweit unter 30 - sobald die Bewerber aber eine Verbeamtungszusage erhielten, gab es etwa achtmal so viele Bewerbungen grundständig ausgebildeter Lehrkräfte.

Der Sächsische Lehrerverband dankt Staatsminister Christian Piwarz für seine Ausführungen im Rahmen des Workshops und dem BLLV-Vizepräsidenten Gerd Nitschke für seinen interessanten Vortrag über den Lehrerberuf im Freistaat Bayern


03.02.2018
Maßnahmen zur Gewinnung und Wertschätzung von Lehrkräften müssen zügig auf den Weg gebracht werden

Angesichts der Verzögerungen bei der Etablierung eines neuen Maßnahmenpakets der Staatsregierung zur Gewinnung und Wertschätzung von Lehrerinnen und Lehrern im Freistaat Sachsen appelliert  der Sächsische Lehrerverband an die Koalitionspartner, zeitnah zu Ergebnissen zu gelangen.

Zum wiederholten Male zeigt das Einstellungsverfahren, dass der Freistaat nicht genügend ausgebildeten Lehrernachwuchs gewinnen kann. Diese dramatische Entwicklung hält nun schon seit mehreren Jahren an und kann auch nicht so schnell beendet werden. Der Sächsische Lehrerverband befürchtet, dass in absehbarer Zeit 10.000 der rund 30.000 sächsischen Lehrerinnen und Lehrer nicht mehr über eine vollständige und grundständige Lehrerausbildung verfügen wird, wenn alles so weiterläuft wie bisher. Diesem Zukunftsszenario muss im Interesse der Schülerinnen und Schüler dringend Einhalt geboten werden.

Verbeamtungsfrage versachlichen – ohne ideologische Grabenkriege oder Neiddebatten

Die Verbeamtung von Lehrerinnen und Lehrern ist eine politische Entscheidung, die von der Staatsregierung und dem Landtag getroffen werden muss. In Sachsen wird die Diskussion über die Verbeamtung von Lehrkräften derzeit in erster Linie mit dem Ziel der Gewinnung von ausgebildeten Lehrkräften geführt. In den meisten anderen Bundesländern ist es seit Jahrzehnten ein selbstverständliches Zeichen der Wertschätzung von Lehrerinnen und Lehrern, dass man dieser Berufsgruppe die Vorzüge des Berufsbeamtentums zukommen lässt.

Die Entwicklungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass genau die beiden Bundesländer, die ihre Lehrer nicht verbeamten, die höchste Seiteneinsteigerquote bei Neueinstellungen haben. In Sachsen liegt diese Quote mittlerweile bei über 50 Prozent, gefolgt von Berlin mit 40 Prozent. Die einzige realistische Chance, auf dem umkämpften Lehrer-Arbeitsmarkt mehr ausgebildeten Nachwuchs zu gewinnen, ist nachweislich die Verbeamtung von Lehrkräften. Potentielle Bewerber aus ganz Deutschland erwarten ein klares Signal, dass der Lehrerberuf in Sachsen attraktiver wird.

Untrennbarkeit von Verbeamtung und wertschätzenden  Maßnahmen

Bei allen Maßnahmen, die seitens der  Regierungskoalition angegangen werden, muss die Lehrer-Verbeamtung im Einklang stehen mit wertschätzenden Maßnahmen für die verdienstvolle Lehrergeneration. Das muss bei allen aktuellen Überlegungen der Grundsatz sein. Bei einer Entscheidung für die Verbeamtung dürfen die berechtigten jahrelangen Forderungen der Lehrkräfte, die nicht verbeamtet werden können, ernst genommen werden.

Die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer erwarten dringend eine höhere Anerkennung. Nur so kann Ungerechtigkeiten in den Lehrerzimmern entgegengewirkt werden. Diese Lehrergeneration, die aus Altersgründen nicht mehr verbeamtet werden kann, hat das sächsische Schulsystem regelmäßig auf Spitzenplätze internationaler und nationaler Vergleichsstudien geführt und darf in diesem Prozess nicht der Verlierer sein. Die Lehrkräfte haben ein stetig steigendes Aufgabenpensum zu bewältigen, sei es bei der Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder Migrationshintergrund, bei der Ausbildung des Lehrernachwuchses in hoher Zahl und der Qualifizierung von Seiteneinsteigern. Dafür gebührt ihnen Anerkennung und diese muss Bestandteil der Maßnahmen der Koalitionspartner sein.

Zügige Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen

Die generelle Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen ist alternativlos, wenn seitens der Landespolitik ein ernsthaftes Interesse besteht, sächsische Bildungsqualität zu erhalten. Deshalb müssen in den nächsten Tagen klare Handlungsziele und verlässliche zeitliche Perspektiven formuliert werden. Die wiederholten Verzögerungen bedeuten, dass die Erfolgschancen zur Gewinnung ausgebildeter Lehrkräfte im nächsten Einstellungsverfahren weiter sinken, während andere Bundesländer im Wettbewerb um den Berufsnachwuchs  bereits Nägel mit Köpfen machen.

Erste Pläne gehen in die richtige Richtung

Der Sächsische Lehrerverband hatte seine Erwartungen bereits im Dezember auch gegenüber Staatsminister Christian Piwarz artikuliert. Die bisherigen Vorschläge von Kultusminister und Finanzminister gehen in die richtige Richtung. Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten sind eine wichtige Forderung des Sächsischen Lehrerverbandes, genauso wie eine verbesserte Eingruppierung aller  Grundschullehrer. Gegenüber dem Sächsischen Lehrerverband hatte Kultusminister Christian Piwarz wiederholt bestätigt, dass natürlich auch die Grundschullehrer mit einer vollständigen Lehrerausbildung nach dem Recht der ehemaligen DDR nach Entgeltgruppe 13 höhergruppiert werden sollen. Mittlerweile gibt es dazu auch konkrete Vorstellungen, wie das konform mit dem Tarifvertrag zur Eingruppierung von Lehrkräften realisiert werden kann.

Der Sächsische Lehrerverband dringt darauf, dass für erfahrene Lehrerinnen und Lehrer die Nettolohnlücke zu den Beamten geschlossen werden muss. Arbeitserleichterungen müssen fester Bestandteil eines neuen Maßnahmenpakets werden. Außerdem sind weitere Gerechtigkeitslücken zu schließen, dazu gehören u. a. eine höhere Wertschätzung für Ein-Fach-Lehrkräfte und Fachlehrer an Beruflichen Schulen bzw. Förderschulen. Dazu wird der Sächsische Lehrerverband auch weiterhin den Dialog mit der sächsischen Staatsregierung führen.


24.01.2018
Die Studienplätze zur Qualifizierung der Seiteneinsteiger müssen mehr als verdoppelt werden

Im Freistaat Sachsen werden Seiteneinsteiger zukünftig so eingestellt, dass deren dreimonatige Einstiegsqualifizierung mit Beginn des Schuljahres bzw. Schulhalbjahres abgeschlossen ist. Das entspricht auch den Vorstellungen des Sächsischen Lehrerverbandes. Dennoch bleibt die Qualifizierung der Seiteneinsteiger eine Herausforderung für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer und unsere Schulen. Denn die eigentliche Ausbildung, die zu anerkannten Lehrerabschlüssen führt, beginnt erst später, berufsbegleitend zur Unterrichtstätigkeit. Je nach vorhandenem Ausbildungsniveau und angestrebtem Lehramtsabschluss (Schulart) besteht diese berufsbegleitende Weiterbildung aus universitärem Studium und/oder Vorbereitungsdienst.

Die Schaffung und Finanzierung von Studienkapazitäten für die berufsbegleitende Lehrerausbildung der Seiteneinsteiger sieht zwar das Maßnahmenpaket der Staatsregierung vom Oktober 2016 vor, allerdings wurden lediglich 500 Seiteneinsteiger jährlich bis zum Jahr 2021 prognostiziert. Die Kapazitäten müssten mehr als verdoppelt werden, denn im Jahr 2017 wurden über 1.000 Seiteneinsteiger eingestellt und für das Jahr 2018 rechnet der Sächsische Lehrerverband mit ca. 1.300 weiteren Seiteneinsteigern. Infolge zu geringer Angebote für ein berufsbegleitendes Studium in den letzten Jahren warten bereits jetzt über 1.000 Seiteneinsteiger auf den Beginn ihrer universitären Ausbildung.

Die Zahl der verfügbaren Studienplätze für die berufsbegleitende Lehrerausbildung der Seiteneinsteiger an den Universitäten in Chemnitz, Dresden und Leipzig muss dringend erhöht werden. Es muss sichergestellt werden, dass sich die Seiteneinsteiger zum darauffolgenden Semesterbeginn weiterqualifizieren können. Das muss für alle Schularten und in allen Fächern garantiert werden.

Für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer sind der hohe Anteil an Seiteneinsteigern und deren Einarbeitung sowie Qualifizierung ebenfalls eine Mammutaufgabe. Deshalb fordert der Sächsische Lehrerverband seit langem, dass endlich Arbeitserleichterungen bzw. Aufgabenreduzierungen an anderen Stellen erfolgen.


16.01.2018
Die generelle Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen ist alternativlos

Die Sicherung der hohen Qualität des Sächsischen Schulsystems setzt die Gewährleistung der Unterrichtsversorgung im gesamten Freistaat durch qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer voraus. Vor dem Hintergrund der angespannten Bewerbersituation in den zurückliegenden aktuellen und künftigen Einstellungsverfahren wird das die größte und schwierigste Herausforderung sein. Der Mangel an Bewerbern mit vollständiger Lehrerausbildung wird nicht kurzfristig zu beheben sein. Aber es müssen die Weichen richtig gestellt werden und wir brauchen darüber hinaus dringend eine „Zufriedenheitsoffensive“ für die Lehrergeneration, die den Freistaat seit Jahren auf Spitzenplätze internationaler und nationaler Vergleichsstudien geführt hat.

In den nächsten Tagen müssen klare Handlungsziele und verlässliche zeitliche Perspektiven formuliert werden. Das ist alternativlos. Der Sächsische Lehrerverband hatte seine Erwartungen auch gegenüber Christian Piwarz artikuliert, nachdem er am 18.12.2017 zum Staatsminister für Kultus ernannt wurde.

Dringende Maßnahmen sind Höhergruppierungsmöglichkeiten bzw. Beförderungsämter in allen Schularten, die verbesserte Eingruppierung von Grundschullehrkräften, die Schließung der Nettolohnlücke zu verbeamteten Lehrkräften und die tatsächliche Umsetzung von Arbeitserleichterungen.

Außerdem sind weitere Gerechtigkeitslücken zu schließen, dazu gehören u. a. eine höhere Wertschätzung für Fachlehrer an Beruflichen Schulen und Förderschulen, für Ein-Fach-Lehrkräfte, sowie bei den Hauptausbildungsleitern für das Lehramt an Grundschulen.

Des Weiteren muss die Vergütung von Mehrarbeitsunterrichtsstunden in Höhe eines anteiligen Tabellenentgelts erfolgen.

Weiterhin sind zwingend Maßnahmen gefragt, die mittel- und langfristig zur Entspannung der Bewerberlage beitragen. Konkret bedeutet dies Verbesserungen in der Lehrerausbildung. Wenn hier kein Umdenken erfolgt, wird der Lehrermangel in ganz Sachsen auch in zehn Jahren noch bestehen.

Die universitäre Phase der Lehrerausbildung muss den schulart- und fächerspezifischen Bedarfen im Freistaat Sachsen Rechnung tragen. Bei der Bedarfsplanung ist zu beachten, dass Studierende aus anderen Bundesländern in der Regel nach dem Studium (ggf. nach dem Vorbereitungsdienst) in ihre Heimat-Bundesländer zurückkehren. Außerdem muss die Bestehensquote Berücksichtigung finden.

Der Freistaat Sachsen ist in der Verantwortung, die Lehrerversorgung langfristig zu sichern und braucht deshalb eine höhere Einflussnahme auf die Lehrerausbildung, einschließlich der Zulassung zum Lehramtsstudium. Sächsische Abiturienten dürfen bei der Zulassung zum Lehramtsstudium nicht länger benachteiligt werden.

Studierende und Referendare müssen von Beginn ihrer Ausbildung an mit zusätzlichen Anreizsystemen für die Aufnahme einer späteren Tätigkeit in Sachsen gewonnen werden.

Eine terminliche Harmonisierung von Studium, Vorbereitungsdienst und Einstellungstermin ist für die Lehrerversorgung unerlässlich und muss deshalb durch die Universitäten realisiert werden.

Der Sächsische Lehrerverband sieht es als dringend erforderlich an, dass die Kapazitäten der Lehrerausbildung in Chemnitz erhöht und Lehramtsstudiengänge an der TU Chemnitz für weitere Schularten etabliert werden.

Solange auf Seiteneinsteiger nicht verzichtet werden kann, muss deren Qualifizierung gesichert sein. Die Lehrerausbildung der Seiteneinsteiger (universitäre fachwissenschaftliche Ausbildung und Vorbereitungsdienst bzw. schulpraktische Ausbildung) muss für alle Schularten und in allen Fächern ermöglicht werden. Die Einstiegsqualifizierung muss zeitlich so geplant werden, dass sie mit Beginn des Schuljahres bzw. Schulhalbjahres abgeschlossen ist.


04.01.2018
Erhöhung der Tabellenentgelte und Einführung der Erfahrungsstufe 6 ab 01.01.2018

Auf Grundlage der Tarifeinigung vom 17.02.2017 erfolgte zum Jahresbeginn 2018 eine weitere Erhöhung der Tabellenentgelte um 2,35 Prozent. Die Besitzstandszulagen (z. B. kinderbezogene Entgeltbestandteile) und die Garantiebeträge bei Höhergruppierungen wurden zum gleichen Zeitpunkt um 2,35 Prozent erhöht.

Außerdem wurde zum 1. Januar 2018 eine zusätzliche sechste Erfahrungsstufe in der Entgelttabelle (ab Entgeltgruppe 9) eingeführt, die in zwei Schritten wirksam wird – seit 01.01.2018 mit halbem Betrag, ab 01.10.2018 vollständig.

Die Erfahrungsstufe 6 wird nach fünfjähriger Verweildauer in Stufe 5 der jeweiligen Entgeltgruppe erreicht, also i. d. R. nach 15 Jahren Beschäftigungszeit. Beschäftigte, die zwar 15 Jahre oder länger im Dienst sind, aber innerhalb der letzten fünf Jahre höhergruppiert wurden, müssen zunächst regelmäßig fünf Jahre in der Erfahrungsstufe 5 der höheren Entgeltgruppe verweilen, ehe sie in die Erfahrungsstufe 6 aufsteigen.

Beschäftigte, die seit 1. Januar 2018 nach Erfahrungsstufe 6 bezahlt werden, erhalten den aktuellen Tabellenbetrag, nicht zusätzlich noch eine weitere prozentuale Erhöhung.

Für Beschäftigte in der „kleinen“ Entgeltgruppe 9 wird der Tabellenwert in der (momentan höchsten) Stufe 4 zeitgleich und prozentual zu den Beträgen der neuen Stufe 6 durch Erhöhungsbeträge angehoben – ab 01.01.2018 um 53,41 Euro, ab 01.10.2018 um weitere 53,40 Euro.

Die neuen Zulagen für Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst, auch für pädagogische Fachkräfte in Sachsen (ehemals PUH), erfahren zum 01.01.2018 ihre erste prozentuale Erhöhung.

Für die Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen war die zusätzliche Erfahrungsstufe 6 die Hauptforderung in der Tarifrunde 2017. Sie bedeutet eine höhere Wertschätzung ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit und eine Aufwertung des Lehrerberufs im Freistaat.


22.12.2017
Unterstützung des offenen Briefes an Kultusminister Piwarz und Ministerpräsident Kretschmer

Anlässlich des Wechsels an der Spitze des Staatsministeriums für Kultus hat der Fachschaftsrat Allgemeinbildende Schulen der Technischen Universität Dresden an Ministerpräsident Michael Kretschmer und den Staatsminister für Kultus, Christian Piwarz, einen offenen Brief verfasst.

Die Autoren plädieren an den neuen Kultusminister, den begonnenen Reformprozess in der sächsischen Bildungspolitik nicht auszubremsen, sondern zu beschleunigen. Die Maßnahmen sind kostenintensiv, aber mehr als notwendig.

Unter folgendem Link können Sie diesen offenen Brief unterstützen:

http://chn.ge/2kXXVFe


19.12.2017
Danke, Frank!

Ex-Staatsminister Frank Haubitz galt für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer als Hoffnungsträger zur Durchsetzung langjähriger Forderungen. Seine Amtsentlassung führt zu Unverständnis, Empörung und Resignation in den Lehrerzimmern, denn er stand für einen glaubhaften Richtungswechsel in der Personalpolitik.

Die generelle Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen war das Ziel für Staatsminister Frank Haubitz. Die Untrennbarkeit von Verbeamtung und wertschätzenden Maßnahmen für die Lehrerinnen und Lehrer, die das sächsische Schulsystem auf Spitzenplätze geführt haben, gehörte zu seinen Grundprinzipien. Die erfahrene Lehrergeneration erwartet dringend eine höhere Anerkennung und potentielle Bewerber aus ganz Deutschland ein klares Signal, dass der Lehrerberuf in Sachsen attraktiver wird.

Frank Haubitz hat für Aufbruchstimmung in den Lehrerzimmern gesorgt und Pläne zur Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen geschmiedet. Der Sächsische Lehrerverband dankt ihm für seine mutigen Entscheidungen und sein Engagement für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer. Sein richtungsweisender Kurs muss dringend und zügig fortgesetzt werden.

Kultusminister, Staatsregierung und die Abgeordneten des Sächsischen Landtages sind in der Verantwortung, genauso wie die Tarifpartner. In den nächsten Tagen, Wochen und Monaten müssen klare Handlungsziele und verlässliche zeitliche Perspektiven formuliert werden. Das ist alternativlos.

 Aufwertung des Lehrerberufs bleibt dringendes Anliegen

Angesichts des Wechsels an der Spitze des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus bekräftigt der Sächsische Lehrerverband noch einmal seine Forderungen zur generellen Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen. Bei allen Maßnahmen, die seitens der Regierungskoalition angegangen werden, muss die Untrennbarkeit von Verbeamtung und wertschätzenden Maßnahmen für die verdienstvolle Lehrergeneration gewährleistet werden.

Dazu zählen Entwicklungsperspektiven durch motivierende Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten und ein Ausgleich zum Einkommen verbeamteter Kollegen. Zudem erwartet der Sächsische Lehrerverband eine verbesserte Eingruppierung für Grundschullehrer. Zur Bewältigung der stetig steigenden Aufgaben müssen an anderen Stellen Entlastungen erfolgen. Außerdem sind Gerechtigkeitslücken bei bestimmten Beschäftigtengruppen zu schließen.


13.12.2017
Ministerpräsident M. Kretschmer steht vor der Aufgabe, den Lehrerberuf in Sachsen aufzuwerten

Die generelle Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen ist alternativlos, wenn seitens der Landespolitik ein ernsthaftes Interesse besteht, sächsische Bildungsqualität zu erhalten. Deshalb müssen in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten von der Politik klare Handlungsziele und verlässliche zeitliche Perspektiven formuliert werden. Die Untrennbarkeit von Verbeamtung und wertschätzenden Maßnahmen für die verdienstvolle Lehrergeneration ist die Voraussetzung für eine nachhaltige Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen.

Anlässlich der Wahl des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer führte der MDR zum Thema Lehrermangel ein Interview mit dem Landesvorsitzenden des Sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt, und der Vorsitzenden der GEW Sachsen, Ursula Marlen Kruse.

Den Link zum Nachschauen finden Sie hier: MDR EXTRA (ab Minute 22.40)


29.11.2017
Vereinfachung der Bildungsempfehlung führt zu spürbarer Entlastung der Lehrer

Das Vorhaben von Staatsminister Frank Haubitz zur Vereinfachung der Bildungsempfehlungen wird zu spürbaren Entlastungen der Grundschullehrerinnen und -lehrer führen. Der Kultusminister möchte bereits bei den Bildungsempfehlungen im Februar 2018 auf eine verbale Einschätzung verzichten.

Die Bildungsempfehlung soll künftig darüber hinaus in der Regel keine ausführliche Beurteilung des Schülers enthalten. Lediglich auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern kann weiterhin ein Wortgutachten erstellt werden.

Die angestrebte Änderung ist eine vernünftige Entscheidung. Auch in der Vergangenheit haben sich Schüler und Eltern in erster Linie an den erreichten Noten orientiert. Sie besitzen eine verlässliche Aussagekraft über den Leistungsstand eines Lernenden. Das Worturteil hat im Prinzip diesen Leistungsstand und sein Zustandekommen noch einmal beschrieben. Der Sächsische Lehrerverband hatte bereits mehrfach den Verzicht auf diese verbale Einschätzung gefordert. Andererseits ist die Bildungsempfehlung aber nach wie vor wichtig für die weitere Schullaufbahn, die auf Grundlage des Leistungsstandes der Schüler erteilt wird. Sie ist im Interesse der Schülerinnen und Schüler weiterhin notwendig, um gute Leistungen anzuerkennen und Über- bzw. Unterforderung zu vermeiden.

„Der Verzicht auf ein Wortgutachten bei gleichzeitiger Beibehaltung der Bildungsempfehlung ist genau der richtige Weg. Leistungsgerechtigkeit wird bewahrt und die Lehrer werden von unnötiger Arbeit entlastet“, sagt Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes.

Der erste Entwurf des Wortgutachtens der Bildungsempfehlung wurde in den vergangenen Jahren vom Klassenleiter geschrieben, anschließend mit den anderen Lehrerkollegen besprochen und danach noch einmal überarbeitet. Erfahrungsgemäß haben Lehrerinnen und Lehrer im Durchschnitt insgesamt 60 Minuten Zeit zur Erstellung der verbalen Einschätzung pro Schüler benötigt. Ihr Nutzen hat den Aufwand nicht gerechtfertigt.

Der Sächsische Lehrerverband unterstützt die Pläne des Kultusministers und erwartet weitere Arbeitserleichterungen bzw. Aufgabenreduzierungen. Außerdem fordert er Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten, eine verbesserte Eingruppierung der Grundschullehrer, das Schließen von Gerechtigkeitslücken bei bestimmten Beschäftigtengruppen  und den Ausgleich des Nettolohndefizits infolge der Nichtverbeamtung.


23.11.2017
Gewerkschaftstag des dbb beamtenbund und tarifunion in Berlin

Jens Weichelt erneut in die Geschäftsführung der Bundestarifkommission gewählt

 Auf dem Gewerkschaftstag des dbb beamtenbund und tarifunion, der Spitzengewerkschaft des Sächsischen Lehrerverbandes, wurden die Bundesleitung und die Geschäftsführung der Bundestarifkommission neu gewählt. An der Spitze des dbb steht Ulrich Silberbach, zum Fachvorstand Tarifpolitik wurde Volker Geyer gewählt.
Der Landesvorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt, bekleidet wiederholt das Amt eines stellvertretenden Vorsitzenden der Bundestarifkommission des dbb.

 Unter dem Motto "Im Dienst der Menschen" fand der dbb-Gewerkschaftstag 2017 vom 19. bis 21. November 2017 in Berlin statt. Mit der Beschlussfassung zu mehr als 700 Anträgen wurden die Leitlinien für die gewerkschaftspolitische Arbeit des dbb beamtenbund und tarifunion in den kommenden fünf Jahren festgelegt. Abgestimmt haben die 630 stimmberechtigten Delegierten auch über zentrale Positionierungen mit dem Ziel: Ein moderner, konkurrenzfähiger öffentlicher Dienst für Deutschland. Mit über 1,3 Millionen Mitgliedern ist der dbb die große deutsche Interessenvertretung für Beamte und Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst und im privaten Dienstleistungssektor.

Zum neuen Bundesvorsitzenden des dbb wurde Ulrich Silberbach gewählt, der die Nachfolge von Klaus Dauderstädt antritt. Im Namen des Sächsischen Lehrerverbandes gratulierte der Landesvorsitzende des SLV dem neu gewählten Bundesvorsitzenden und bedankte sich bei seinem Amtsvorgänger für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung. Klaus Dauderstädt war 2016 Gast auf dem Gewerkschaftstag des SLV.

Die Glückwünsche des SLV erhielt auch der neue stellvertretender Bundesvorsitzende und Fachvorstand Tarifpolitik, Volker Geyer. Er löst damit Willi Russ ab, der in den zurückliegenden fünf Jahren an der Spitze der Bundestarifkommission des dbb stand. Willi Russ führte auch speziell in Sachsen Tarifverhandlungen, so zum Beispiel für den Lehrkräftebereich und die Rückkehr der Stadt Naunhof in den Flächentarifvertrag. Als Hauptredner auf mehreren Großkundgebungen in Dresden ist er den sächsischen Lehrerinnen und Lehrern gut bekannt. Jens Weichelt dankte Willi Russ für seinen großartigen Einsatz zur Durchsetzung der Interessen unserer Beschäftigten.   

In die Geschäftsführung der Bundestarifkommission wurde der Landesvorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt, wiedergewählt. Er bekleidet somit erneut das Amt eines stellvertretenden Vorsitzenden der Bundestarifkommission des dbb. Mit Volker Geyer an der Spitze der Bundestarifkommission und der neu gewählten Geschäftsführung gilt es nun, die erfolgreiche Tarifarbeit des dbb fortsetzen.

Der Sächsische Lehrerverband gratuliert allen neu gewählten Mitgliedern der dbb-Bundesleitung und der Geschäftsführung der Bundestarifkommission und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit.  

Bundesvorsitzender: Ulrich Silberbach (komba gewerkschaft)

Stellvertretende Bundesvorsitzende:
Fachvorstand Tarifpolitik: Volker Geyer (Kommunikationsgewerkschaft DPV DPVKOM)
Fachvorstand Beamtenpolitik: Friedhelm Schäfer (NBB Niedersächsischer Beamtenbund und Tarifunion, Deutsche Steuer-Gewerkschaft DSTG)

Weitere stellvertretende dbb-Bundesvorsitzende:
Jürgen Böhm (Verband Deutscher Realschullehrer VDR)
Thomas Eigenthaler (Deutsche Steuer-Gewerkschaft DSTG)
Astrid Hollmann (VRFF – Die Mediengewerkschaft)
Kirsten Lühmann (Deutsche Polizeigewerkschaft DPolG)
Maik Wagner (Gewerkschaft der Sozialversicherung GdS)
Claus Weselsky (Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer GDL)

Vorsitzender der dbb-Bundestarifkommission: Volker Geyer  (Kommunikationsgewerkschaft DPV DPVKOM)

Stellvertretende Vorsitzende der dbb-Bundestarifkommission:
Andreas Hemsing (komba gewerkschaft)
Karl-Heinz Leverkus (Deutsche Steuer-Gewerkschaft)
Siglinde Hasse (Gewerkschaft der Sozialversicherung)
Hermann-Josef Siebigteroth (VDStra. Fachgewerkschaft der Straßen- und Verkehrsbeschäftigten)
Thomas Gelling (Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer)
Jens Weichelt (Verband Bildung und Erziehung, Sächsischer Lehrerverband)

Weitere Informationen:
https://www.dbb.de/der-dbb/events/gewerkschaftstag-2017.html  


20.11.2017
Der Sächsische Lehrerverband gratuliert seinem Landesvorsitzenden

Der Landesvorsitzende des SLV Jens Weichelt ist am 20.11.2017 auf dem dbb-Gerwerkschaftstag in Berlin erneut zum stellvertretenden Vorsitzenden der dbb-Bundestarifkommission gewählt worden. Herzlichen Glückwunsch!


15.11.2017
Pläne des Kultusministers zur Aufwertung des Lehrerberufs sind Schritt in die richtige Richtung

Heute erreichten die Briefe des Sächsischen Staatsministers für Kultus die Schulen des Freistaates. Minister Frank Haubitz lässt darin keinen Zweifel, dass er den Lehrerberuf in Sachsen generell aufwerten will. Seine geplanten Maßnahmen gehen deshalb über die Verbeamtung hinaus. Er beabsichtigt einen Ausgleich für Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund ihres Lebensalters nicht verbeamtet werden können sowie weitere wertschätzende Maßnahmen und Arbeitserleichterungen. Das sind langjährige Forderungen des Sächsischen Lehrerverbandes, die selbstverständlich Unterstützung finden. Jetzt sind Staatsregierung und Mehrheitskoalition gefordert, einen Paradigmenwechsel in der Landespolitik tatsächlich zu vollziehen.

„Die Untrennbarkeit von Verbeamtung und wertschätzenden Maßnahmen für die verdienstvolle Lehrergeneration ist der richtige Ansatz zur Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen.“, unterstreicht Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes.

Maßnahmen zur Anerkennung der Lebensarbeitsleistung von langjährig tätigen Lehrkräften müssen mit der geplanten Verbeamtung parallel umgesetzt werden. Lehrerinnen und Lehrer brauchen Entwicklungsperspektiven durch motivierende Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten und einen Ausgleich zum Einkommen verbeamteter Kollegen. Zudem erwartet der Sächsische Lehrerverband eine verbesserte Eingruppierung für Grundschullehrer.

Der Sächsische Lehrerverband fordert seit vielen Jahren Haushaltstellen zur Realisierung von Höhergruppierungen. Staatsminister Frank Haubitz signalisierte dem SLV bereits seine Unterstützung für Höhergruppierungsperspektiven in allen Schularten. Mit Blick auf die Haushaltsverhandlungen im Jahr 2018 sollte sich gerade bei dieser Forderung als auch bei der verbesserten Eingruppierung der Grundschullehrer endlich etwas bewegen. Eine niedrigere Bezahlung der Grundschullehrer ist in der heutigen Zeit nicht mehr gerechtfertigt, denn sie haben eine gleichwertige akademische Ausbildung und eine ebenso verantwortungsvolle Tätigkeit wie ihre Kollegen in anderen Schularten.

Außerdem sind weitere Gerechtigkeitslücken zu schließen, dazu gehören u. a. eine höhere Wertschätzung für Fachlehrer an Beruflichen Schulen und Förderschulen, für Ein-Fach-Lehrkräfte sowie für die Hauptausbildungsleiter für das Lehramt an Grundschulen.

Zur Bewältigung der stetig steigenden Aufgaben bei der Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder Migrationshintergrund, bei der Ausbildung des Lehrernachwuchses in hoher Zahl und der Qualifizierung von Seiteneinsteigern sind als Ausgleich dringend Arbeitserleichterungen notwendig. Der Sächsische Lehrerverband bekräftigt deshalb die vom Kultusminister angekündigten Entlastungen bzw. Aufgabenreduzierungen. Erste Maßnahmen müssen umgehend auf den Weg gebracht werden. Die angedachte Anerkennung der Klassenleitertätigkeit sowie einheitliche Stundensätze für Mehrarbeit begrüßt der Sächsische Lehrerverband.


10.11.2017
Einstellungen zum zweiten Schulhalbjahr

660 Lehrerstellen müssen in Vorbereitung des zweiten Schulhalbjahres neu besetzt werden. Davon sind 150 Stellen schulscharf ausgeschrieben, auf die sich nur grundständig ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer bewerben können. Die Bewerbungsfrist für das Einstellungsverfahren zum 1. Februar 2018 endet am 15. November 2017.

Der Sächsische Lehrerverband sieht große Probleme bei der Besetzung der Lehrerstellen. Aufgrund der Verlängerung des Vorbereitungsdienstes auf 18 Monate stehen zum 01.02.2018 weniger als 20 sächsische Absolventen dem Lehrerarbeitsmarkt zur Verfügung.

Die Ursache für den Mangel an ausgebildeten Bewerbern liegt in den Fehlern bei der Lehrerausbildung in der Vergangenheit, die teilweise bis heute nicht korrigiert wurden. Die Studienkapazitäten im Lehramt müssen den schulart- und fächerspezifischen Bedarfen in Sachsen Rechnung tragen. Bei der Bedarfsplanung sind der Anteil der Studierenden aus anderen Bundesländern und die Bestehensquote zu berücksichtigen. Außerdem sollen die Universitäten die Eignung der Bewerber beim Zulassungsverfahren zum Lehramtsstudium in Gesprächen feststellen. Weiterhin ist eine Verstetigung der Lehrerausbildung an der TU Chemnitz und deren Erweiterung auf weitere Schularten, vor allem Oberschulen und Berufsbildende Schulen, zwingend notwendig.

Der Sächsische Lehrerverband hat jahrelang vor dem Lehrermangel gewarnt und fordert seit 2010 zusätzliche Einstellungen zur Demografievorsorge. Das hat der Sparkurs des Freistaates Sachsen verhindert; die Folgen sind nun schmerzlich spürbar.

Die Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte in Sachsen sind trotz positiver Entwicklungen in den letzten Jahren immer noch nicht so konkurrenzfähig, dass mehr ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer aus anderen Bundesländern gewonnen werden können. Um den Lehrerberuf im Freistaat attraktiver zu gestalten, bedarf es Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten, einer verbesserten Eingruppierung der Grundschullehrer, Arbeitserleichterungen und eines Ausgleiches für das Nettolohndefizit, das infolge der Nichtverbeamtung auftritt.

Die Sächsische Bildungsagentur hat eine Liste an Schulen zusammengestellt, wo Lehrer gesucht werden. Die Stellenausschreibungen finden Sie hier


26.10.2017
Maßnahmenpaket der Staatsregierung vom 26. Oktober 2016:

Keine generelle Aufwertung des Lehrerberufs, Umsetzung zu langsam, aber einige wichtige Forderungen erfüllt

Am 26. Oktober 2016 legte die Staatsregierung ein mehr als 200 Millionen Euro schweres Maßnahmenpaket zur zukünftigen Lehrerversorgung im Freistaat vor. Es resultierte auch aus dem Handlungsdruck nach den gescheiterten Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Das Paket zur Lehrerversorgung enthielt viele der gewerkschaftlichen Forderungen aus den Spitzengesprächen. Verbesserungen betrafen insbesondere die Oberschulen, Grundschulen und Förderschulen. Außerdem wurde der Gewinnung des Lehrernachwuchses durch eine höhere Bezahlung im Vorbereitungsdienst und die Möglichkeit höherer Einstiegsgehälter begegnet. Nachdem das Maßnahmenpaket am 26.10.2016 durch die Staatsregierung beschlossen wurde, bedurfte es weiterer „Verhandlungen“ zwischen der Staatsministerin für Kultus und dem Staatsminister für Finanzen, die bis März 2017, in manchen Punkten sogar darüber hinaus, geführt wurden und einer zügigen Umsetzung sowie höherer Akzeptanz nicht dienlich waren.

Das Eingangsamt A 13 für Lehrkräfte an Oberschulen war eine längst überfällige Maßnahme zur Gewinnung des Lehrernachwuchses, nicht zuletzt aus den Reihen der Absolventen einer gymnasialen Ausbildung. Die Verbesserungen in der Eingruppierung von 1-Fach-Lehrern, die erfolgreich und langjährig mindestens zwei Fächer unterrichten, konnten eine Gerechtigkeitslücke schließen, auch wenn die Umsetzung erst nach einem Dreivierteljahr begann. Mit der Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung von Lehrerinnen und Lehrern der Grundschulen konnte Sachsen nicht wirklich ein Plus bei den Faktoren im Wettbewerb um den Lehrernachwuchs verbuchen. Auch beinhaltete das Paket keine spezifischen Maßnahmen für Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Schulen, obwohl die Lehrerversorgung für die Beruflichen Schulen und auch bei bestimmten Fachkombinationen der Gymnasien große Probleme bereitet. Bei der Nachwuchsgewinnung fehlte ein klares Bekenntnis zur Erweiterung der Lehrerausbildung an der TU Chemnitz auf die Lehramtsstudiengänge für Oberschulen und Berufliche Schulen sowie einer Erhöhung der Kapazitäten in der Grundschullehrerausbildung.

Das Maßnahmenpaket führte nicht zu einer generellen Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen. Das wird anhand unbesetzter Lehrerstellen und der bundesweit höchsten Seiteneinsteigerquote bei Neueinstellungen (53 Prozent) deutlich. Gleichwohl wurden mit dem Maßnahmenpaket einige Forderungen des SLV und seiner Spitzengewerkschaft dbb umgesetzt, die Gegenstand der Verhandlungen mit der Staatsregierung im Jahr 2016 waren.

Nach Verkündung des Maßnahmenpakets durch die Staatsregierung hatte der Sächsische Lehrerverband die Lehrerinnen und Lehrer über seine Inhalte informiert und im November 2016 eine Online-Mitgliederbefragung durchgeführt.

Fazit: So gut wie kein Befragungsteilnehmer hielt das Paket in seiner Gesamtheit für geeignet, die Lehrerversorgung zu sichern oder den Lehrerberuf in Sachsen generell aufzuwerten. Das hat sich bestätigt.

Um den Lehrerberuf im Freistaat attraktiver zu gestalten, bedarf es aus Sicht des Sächsischen Lehrerverbandes Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten, einer verbesserten Eingruppierung der Grundschullehrer, Arbeitserleichterungen und eines Ausgleiches für das Nettolohndefizit, das infolge der Nichtverbeamtung auftritt.


16.10.2017
Sachsen im IQB-Bildungstrend weiter vorn

 – Verdienste der Grundschullehrer müssen stärker honoriert werden 

Die Schülerinnen und Schüler der 4. Jahrgangsstufe an sächsischen Grundschulen sind in den Kompetenzbereichen Lesen und Zuhören im Fach Deutsch im bundesweiten Ländervergleich überdurchschnittlich gut. Das bestätigen die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends 2016, die am 13.10.2017 veröffentlicht wurden.

Das gute Abschneiden von Sachsens Schülern in diesem Ländervergleich ist vor allem ein Verdienst der Grundschullehrerinnen und -lehrer. Trotz des wachsenden Aufgabenumfangs, wie der Qualifizierung von Seiteneinsteigern, der Ausbildung des Lehrernachwuchses, der Einarbeitung schulartfremder Kollegen und der Integration der Flüchtlingskinder, führen sie ihre Schüler professionell und engagiert zu herausragenden Kompetenzen.
Im Gegenzug für ihre sehr gute Arbeit müssen sie mehr Wertschätzung erfahren. Deshalb fordert der Sächsische Lehrerverband seit vielen Jahren eine verbesserte Eingruppierung der Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen. Sie erfolgt in Sachsen nach EG 11, während Lehrkräfte mit vollständiger Ausbildung an anderen Schularten in EG 13 eingruppiert sind. Eine niedrigere Bezahlung der Grundschullehrer ist in der heutigen Zeit nicht mehr gerechtfertigt, denn sie haben eine gleichwertige akademische Ausbildung und eine ebenso verantwortungsvolle Tätigkeit wie ihre Kollegen in anderen Schularten.
Die Methodik und Didaktik, gerade in der Schuleingangsphase, ist in ihrer Spezifität nicht mit anderen Schularten zu vergleichen und erfordert ein besonderes Engagement der Lehrkräfte. Eine fundierte Grundschulausbildung ist entscheidend für eine erfolgreiche Fortsetzung der Schullaufbahn der Schülerinnen und Schüler an den weiterführenden Schulen. Zudem lernen an 746 sächsischen Grundschulen über 4.000 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Auch die aktuell zusätzliche Herausforderung bei der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund betrifft besonders den Grundschulbereich. Die niedrigere Eingruppierung der Grundschullehrer ist eine Schieflage, die nicht nur Sachsen, sondern auch die anderen Länder in Deutschland betrifft. Mehrere Bundesländer haben sich bereits auf den Weg begeben, durch Beförderungsämter oder höherwertige Besoldungsgruppen zumindest einen Teil ihrer Grundschullehrer besser zu stellen. In Berlin, wo wie in Sachsen nicht verbeamtet wird, liegt seit diesem Schuljahr die Bezahlung von neu eingestellten Grundschullehrern zwei Gehaltsgruppen über der im Freistaat.

Sachsen hat dringenden Handlungsbedarf! Nur mit attraktiven Arbeitsbedingungen kann der Freistaat um Lehrernachwuchs werben und die herausragende Bildungsqualität an den sächsischen Schulen weiterhin gewährleisten.

Außerdem mahnt der SLV zu großer Besonnenheit bei der weiteren Umsetzung der Inklusion. Die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends zeigen auch, dass Länder, die sich für die Umsetzung der Inklusion an den Schulen entschieden haben, im Vergleich zu 2011 deutlich schlechter abschneiden. Integration und Inklusion von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf dürfen die Unterrichtsqualität nicht gefährden oder zur Benachteiligung der anderen Kinder und Jugendlichen führen.


05.10.2017
Weltlehrertag 2017

Lehrerberuf aufwerten, hohe Qualität sächsischer Bildung sichern

Zum Weltlehrertag fordert der Sächsische Lehrerverband die Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen durch Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten, eine verbesserte Eingruppierung der Grundschullehrer/-innen und Arbeitserleichterungen für alle Lehrkräfte. In der Erhöhung der Attraktivität des Lehrerberufs in Sachsen und der Entlastung von Lehrkräften sieht der SLV den Schlüssel zur Gewinnung qualifizierten Lehrernachwuchses und damit zur Erhaltung und Weiterentwicklung von Qualitätsstandards in der schulischen Bildung im Freistaat.

Der Weltlehrertag 2017, der jedes Jahr am 5. Oktober begangen wird, steht dieses Mal unter dem Motto: „Lehren in Freiheit – Lehrkräfte bestärken“ (Teaching in Freedom, Empowering Teachers).

Über die Hälfte der 1.400 Einstellungen zum Schuljahresbeginn waren Seiteneinsteiger. Der SLV sieht den Freistaat Sachsen in der Pflicht, mit attraktiven Arbeitsbedingungen um Lehrernachwuchs zu werben. Auch die Erwartungshaltung der sächsischen Lehrerinnen und Lehrer nach attraktivitätssteigernden Maßnahmen ist stetig gewachsen. Gerade bei Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten als auch bei der verbesserten Grundeingruppierung der Grundschullehrer hat sich aber in den letzten Jahren nach Auffassung des Sächsischen Lehrerverbandes zu wenig bewegt, obwohl er seit vielen Jahren Haushaltsstellen zur Realisierung von Höhergruppierungen in allen Schularten und eine verbesserte Bezahlung der Grundschullehrer fordert. Mit Aufstiegsmöglichkeiten in höhere Gehaltsgruppen (Entgeltgruppen) werden die Leistungen langjährig Beschäftigter anerkannt und positive Signale an potentielle Bewerber gesendet.

Zudem muss die Staatsregierung umgehend Maßnahmen zu notwendigen Arbeitserleichterungen für Lehrkräfte auf den Weg bringen. Diese hat sie bereits mit dem Maßnahmenpaket vom Oktober 2016 angekündigt, aber ein Jahr später immer noch nicht definiert. Die Qualifizierung und Einarbeitung der Seiteneinsteiger ist eine große Herausforderung für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer. Im Gegenzug zur Bewältigung dieser Aufgabe und weiterer, wie der Ausbildung des Lehrernachwuchses, der Einarbeitung schulartfremder Kollegen und der Integration der Flüchtlingskinder, müssen an anderen Stellen Arbeitserleichterungen und Aufgabenreduzierungen erfolgen. Dazu gehören nach Auffassung des SLV die Gewährung einer Klassenleiterstunde, weitere Anrechnungsstunden für zusätzliche Aufgaben und die Verringerung des bürokratischen Aufwands der Lehrkräfte durch Einsatz von Verwaltungsassistenten. Vereinfachungen bei der Erarbeitung von Integrationsplänen, Erstellung von Bildungsempfehlungen oder den Korrekturverfahren der Abschlussprüfungen sind ebenfalls geboten, um Lehrkräfte zu entlasten.


27.09.2017
Lehrertag fordert Verbesserungen bei der Eingruppierung sowie Arbeitsentlastungen für Lehrkräfte

Zum sechzehnten Mal veranstaltete der Sächsische Lehrerverband am Samstag, 23.09.2017, den Chemnitzer Lehrertag. Circa 500 Pädagogen folgten der Einladung ins Gymnasium Einsiedel. Mit der einzigartigen Vielfalt von fast 50 Seminaren zu 30 unterschiedlichen Themen, Ausstellern aller namhaften Schulbuchverlage sowie hervorragender Organisation bestätigte der Chemnitzer Lehrertag seinen Status als hochwertige und effektive Fortbildungsveranstaltung für Lehrer.

Ganze Schulkollegien aus allen Teilen Sachsens nutzten das vielfältige Angebot von Vorträgen, Seminaren und Workshops, um sich zu den neuesten Entwicklungen auf den Gebieten von Methodik, Fachdidaktik, Psychologie, Schulrecht, Lehrergesundheit, Nutzung von Neuen Medien u.a. fortzubilden.

In seiner Eröffnungsrede forderte Jens Weichelt, Landesvorsitzender des SLV, umgehende Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität des Lehrerberufs in Sachsen: „Die Nichtverbeamtung ist nur einer der Standortnachteile. Der Lehrerberuf in Sachsen muss auch durch Höhergruppierungsmöglichkeiten in allen Schularten und eine verbesserte Eingruppierung der Grundschullehrer aufgewertet werden. Zur Bewältigung der stetig steigenden Aufgaben bei der Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder Migrationshintergrund, bei der Ausbildung des Lehrernachwuchses in hoher Zahl und der Qualifizierung von Seiteneinsteigern sind als Ausgleich dringend Arbeitserleichterungen notwendig.“

52 Prozent der zum 1. August 2017 neu eingestellten Lehrkräfte sind Seiteneinsteiger ohne vollständige Lehrerausbildung. In der Region Chemnitz liegt die Quote sogar bei 58 Prozent. Auch im schulscharfen Einstellungsverfahren im September 2017 bewarben sich in der Chemnitzer Region ganze drei Bewerber auf 22 Stellen.

Kultusministerin Brunhild Kurth, der Direktor der Sächsischen Bildungsagentur Ralf Berger und Burkhard Heinze, Direktor der SBA-Regionalstelle Chemnitz, nahmen als Ehrengäste teil.
Staatsministerin Brunhild Kurth würdigte, dass Lehrer an einem Samstag so zahlreich diese aktive Art der Fortbildung nutzen. Mit Blick auf den akuten Lehrermangel in Sachsen und die damit verbundene Belastung der Lehrkräfte stellte sie fest: „Wir brauchen beim Netto-Einkommen einen Gleichstand mit anderen Bundesländern. Wir brauchen mehr Lehramtsstudienplätze und wir müssen die Bestehensquote erhöhen.“

"Die Kunst, die Arbeit zu genießen", Thema des Impulsreferats von Dr. Ilona Bürgel, erschien angesichts der aktuellen Aufgabenfülle an Sachsens Schulen zunächst als Utopie. Die Referentin und Buchautorin für Positive Psychologie zeigte auf, dass Stress vor allem aus stetig steigenden Ansprüchen an uns selbst und an andere resultiert. Die Pädagogen im Publikum bestätigten das aus eigenem Erleben. Die Lösung der Referentin stieß auf offene Ohren: Umdenken! Wohlbefinden schaffen! Schönes und Gutes nicht übersehen! Sich engagieren, aber nicht überfordern!

Der Sechzehnte Chemnitzer Lehrertag bot den Lehrkräften Rüstzeug und Motivation für ihre Arbeit durch zahlreiche Denkanstöße, umfangreiches Wissen und die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch. Viele Teilnehmer kündigten an, auch bei der nächsten Veranstaltung im Herbst 2018 wieder dabei zu sein.


21.09.2017
Spitzenqualität sächsischer Bildung sichern

Sechzehnter Chemnitzer Lehrertag erwartet 500 Pädagoginnen und Pädagogen zur Fortbildung

Zu Deutschlands größter Lehrerfortbildungsveranstaltung am Sonnabend, 23.09.2017, im Gymnasium Einsiedel haben sich rund 500 Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Sachsen angemeldet. Zum sechzehnten Mal veranstaltet der Sächsische Lehrerverband den Chemnitzer Lehrertag. Ehrengäste aus Politik und Schulaufsicht würdigen die Qualität und den Status der Veranstaltung.

Nach der Eröffnungsrede von Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes, wird Brunhild Kurth, Sächsische Staatsministerin für Kultus, ein Grußwort an die Pädagogen richten. Ralf Berger, Direktor der Sächsischen Bildungsagentur, und Burkhardt Heinze, SBA-Regionalstellenleiter Chemnitz, haben ihre Teilnahme angekündigt. Das Kultusministerium sieht im Chemnitzer Lehrertag eine wichtige Bereicherung des eigenen Programms und erkennt diese Veranstaltung als offizielle Lehrerfortbildung an.

„Die Kunst, die Arbeit zu genießen“ ist das Thema des Impulsreferats von Dr. Ilona Bürgel. Die diplomierte Psychologin arbeitet als Buchautorin und Mentorin im Schülernetzwerk „Die Komplizen“ sowie im Führungskräftetraining der Bundesregierung für Frauen und der Käthe-Ahlmann-Stiftung. Gemeinsam mit den Pädagogen im Publikum wird sie der Kunst des guten Umgangs mit sich und anderen in Zeiten der Veränderung auf der Spur sein. Wir alle wünschen uns, dass wir Beruf und Privatleben meistern. Wie wir dies in Zeiten von Hochleistungsstress, Digitalisierung und zunehmenden Anforderungen souverän schaffen können, will Frau Dr. Bürgel den Zuhörern aufzeigen.

Ganze Schulkollegien nutzen das vielfältige Angebot von mehr als 30 Seminaren, Vorträgen und Workshops, um sich zu den neuesten Entwicklungen auf den Gebieten Methodik, Fachdidaktik, Psychologie, Schulrecht, Lehrergesundheit und weiteren fortzubilden. Schulbuchverlage präsentieren am Rande der Veranstaltung ihr Angebot an Lehr- und Lernmaterialien.

Weitere Informationen finden Sie hier.


15.09.2017
Möglichkeiten der Gleichstellung jetzt nutzen! Antragsfrist für Feststellungsverfahren: 30.11.2017

Für „Ein-Fach-Lehrer“ mit Ausbildung nach DDR-Recht besteht aktuell die Möglichkeit, eine Gleichstellung mit dem Abschluss „Diplomlehrer für zwei Fächer“ zu erreichen.

Diplomlehrer mit der Lehrbefähigung für ein Fach oder eine Fachrichtung, die eine fachwissenschaftliche Ausbildung (berufsbegleitendes Studium) in einem zweiten Fach, einer Fachrichtung, einer zweiten Fachrichtung oder einem Förderschwerpunkt absolviert und dafür die unbefristete Lehrerlaubnis erworben haben, sollen Diplomlehrern mit der Lehrbefähigung in zwei Fächern gleichgestellt werden, wenn sie eine mindestens fünfjährige erfolgreiche Unterrichtstätigkeit nach dem 3. Oktober 1990 an einer öffentlichen Schule oder Schule in freier Trägerschaft, in dem Fach oder der Fachrichtung mit fehlender Lehrbefähigung nachweisen.

Lehrer für untere Klassen mit berufsbegleitender wissenschaftlicher Weiterbildung für das Lehramt an Mittelschulen oder für das Lehramt an Förderschulen, denen die unbefristete Lehrerlaubnis für zwei Fächer, Fachrichtungen oder Förderschwerpunkten erteilt wurde und die in einem Fach, einer Fachrichtung oder einem Förderschwerpunkt die Lehrbefähigung erworben haben, sollen Diplomlehrern mit der Lehrbefähigung in zwei Fächern gleichgestellt werden, wenn sie eine mindestens fünfjährige erfolgreiche Unterrichtstätigkeit nach dem 3. Oktober 1990 an einer öffentlichen Schule oder Schule in freier Trägerschaft, in dem Fach oder der Fachrichtung mit fehlender Lehrbefähigung nachweisen.

In beiden Fällen ist ein Antrag auf Gleichstellung zu stellen (ohne Frist)!
Die Höhergruppierung ist rückwirkend ab 01.01.2017.

Diplomlehrer mit der Lehrbefähigung für ein Fach oder eine Fachrichtung, die keine fachwissenschaftliche Ausbildung (berufsbegleitendes Studium) in einem zweiten Fach absolviert haben, sollen in einem Feststellungsverfahren die Lehrbefähigung für ein zweites Fach nachweisen. Sie sollen somit Diplomlehrern für zwei Fächer gleichgestellt werden.

Die vorgesehene Zulassung zum Feststellungsverfahren setzt ein unbefristetes Arbeitsverhältnis mit mindestens der Hälfte des Regelstundenmaßes sowie der Nachweis von mindestens 15 Jahren Lehrtätigkeit nach dem 3. Oktober 1990 an einer öffentlichen Schule oder Schule in freier Trägerschaft, davon eine mindestens achtjährige Unterrichtstätigkeit in dem Fach mit fehlender Lehrbefähigung und die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen voraus. Das Feststellungsverfahren besteht aus der Lehrprobe und dem Reflexionsgespräch im Anschluss an die Lehrprobe in dem jeweiligen Fach sowie der Schulleiterbeurteilung. Die Lehrprobe besteht aus der schriftlichen Unterrichtsvorbereitung, die die Kommission vorab erhält, und der Durchführung der Unterrichtsstunde.

Es ist ein Antrag auf ein Feststellungsverfahren zur Gleichstellung zu stellen! Antragsfrist ist der 30.11.2017.

Die Anträge finden Sie unter www.slv-online.de oder im Schulportal.

Seit langem hat der dbb, Spitzengewerkschaft des SLV, die Eingruppierung von Lehrkräften nach dem Recht der DDR mit sog. „Doppelfach-Abschlüssen“ in Musik bzw. Kunst als Ein-Fach-Lehrer im Freistaat Sachsen thematisiert. Im Juli 2017 wurde eine Neubewertung dieser Abschlüsse ermöglicht. Der SLV geht davon aus, dass die betreffenden Lehrkräfte durch ihre Schulleiter informiert wurden und zeitnah eine Gleichstellung mit Diplomlehrern für zwei Fächer erfolgt.

Der Sächsische Lehrerverband setzt sich kontinuierlich für Höhergruppierungen in allen Schularten ein und macht sich auch weiterhin für die Gleichstellung benachteiligter Gruppen von Lehrkräften stark!



weitere Infos zum Download:

- 2017-09-12-Antragsformular_Feststellungsverfahren.pdf
- 2017-09-15-SLV-Infoblatt-Gleichstellung-zum-Aushang.pdf
- 2017-09-19-SLV-Formular-Anzeige-LUK-mit-Lehrerlaubnis.pdf


07.09.2017
Im künftigen Landesamt für Schule und Bildung sollen bewährte Strukturen beibehalten werden

Das Landesamt für Schule und Bildung wird ab 1. Januar 2018 die Schulaufsichtsbehörde. Es vereint damit die Sächsische Bildungsagentur und das Sächsische Bildungsinstitut. So hat es der Landtag am 11.4.2017 beschlossen – nicht mehr und nicht weniger.
Mitte Mai 2017 wurden Pläne bekannt, dass im Zuge der Einrichtung des Landesamtes für Schule und Bildung zum 1.1.2018 die Zahl der personalverwaltenden Stellen verringert werden soll. Vorgesehen war nur eine einzige Abteilung Lehrerpersonal mit Sitz am Landesamt, die über drei Referate Lehrerpersonal (verortet in Chemnitz, Dresden und Leipzig) verfügen sollte. An den Standorten Bautzen und Zwickau sollte nur die Schulaufsicht für Grund-, Förder- und Oberschulen angesiedelt sein, aber keine Personalverwaltung.
Seit Bekanntwerden der Strukturpläne hatte der Sächsische Lehrerverband seine Vorbehalte zur diskutierten Zentralisierung und Standortreduzierung artikuliert. Er lehnte eine einschneidende Strukturreform ab, weil das sächsische Schulsystem vor enormen Herausforderungen steht: deutlich über 1.000 Einstellungen jährlich, die Lehrerausbildung, die Qualifizierung der Seiteneinsteiger und die Unterstützungssysteme für Schulen. Außerdem befürchtete der SLV bei der ursprünglich vorgesehenen Struktur des Landesamtes, dass mehr Abordnungen und Versetzungen von Lehrkräften auf Unverständnis der Betroffenen gestoßen wären aufgrund der fehlenden regionalen Nähe der Entscheider. Dies hätte zudem in einem vergrößerten Territorium stattgefunden, so dass die Fahrzeiten zu den jeweiligen Schulen tendenziell höher gewesen wären und Lehrer künftig in einem vergrößerten Zuständigkeitsbereich hätten verfügbar sein müssen. Auch die Vertretung der Beschäftigten wäre durch die gewählten Personalvertretungen im Bereich der Schulverwaltung und im Lehrkräftebereich infolge der beabsichtigten Strukturreform schwerer geworden. Immerhin sind Lehrerpersonalräte in Bautzen derzeitig für ca. 4.800, in Zwickau für ca. 4.200 Lehrerinnen und Lehrer zuständig.

Der Sächsische Lehrerverband begrüßt deshalb die aktuelle Entscheidung der Kultusministerin Brunhild Kurth, bewährte Schulaufsichtsstrukturen innerhalb des zukünftigen Landesamtes für Schule und Bildung beizubehalten. Die Staatsministerin hat entschieden, dass sich das Landesamt in der jetzigen Phase auf die genannten umfangreichen Aufgaben zur Lehrerversorgung konzentriert und Maßnahmen zur internen Umstrukturierung zurückgestellt werden. Das Landesamt für Schule und Bildung wird seine Arbeit daher auf der Grundlage der bestehenden Verwaltungsstrukturen aufnehmen und an den bisherigen Standorten der Sächsischen Bildungsagentur und des Sächsischen Bildungsinstituts mit den bisherigen Aufgabenschwerpunkten vertreten sein.

Zur Struktur des künftigen Landesamtes für Schule und Bildung hat sich der Sächsische Lehrerverband bereits im Zuge der Schulgesetznovellierung ganz klar positioniert. Seit Bekanntwerden erster Strukturpläne wurde diese Position bekräftigt: Im Interesse der künftigen Lehrerversorgung im gesamten Freistaat muss das künftige Landesamt für Schule und Bildung über fünf regionale Standorte in Bautzen, Chemnitz, Dresden, Leipzig und Zwickau verfügen. Die Leiter der fünf regionalen Standorte müssen auch künftig die Entscheidungskompetenzen für Schulaufsicht und Personalverwaltung aller Schularten in ihrem Bereich innehaben. Wer die Verantwortung für die Lehrerversorgung vor Ort trägt, muss auch über die Entscheidungsbefugnisse zu deren Absicherung verfügen.

Landtagsabgeordnete, Oberbürgermeister, Beschäftigte der Schulaufsicht und Lehrkräfte unterstützten die Positionen des SLV und bekräftigten, dass eine Strukturreform mit derart weitreichenden Auswirkungen sorgfältig mit allen Betroffenen und der notwendigen Transparenz angegangen werden muss. Der Sächsische Lehrerverband dankt allen Akteuren, die sich in den zurückliegenden Wochen für den Erhalt von bewährten Strukturen im Bereich der Schulaufsicht eingesetzt haben. Am 22. und 23.08.2017 hatte der Sächsische Lehrerverband zu Dialogveranstaltungen in Bautzen und Zwickau eingeladen.


17.08.2017
Bildungsmonitor 2017

Sachsen gewinnt im bundesweiten Bildungsvergleich, verliert zunehmend im Wettbewerb um Lehrer

Bereits zum zwölften Mal in Folge liegt der Freistaat Sachsen im Ranking der Bundesländer beim Bildungsmonitor auf dem ersten Platz. Die deutschlandweite Vergleichsstudie wird jedes Jahr im Auftrag der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ durchgeführt.
Im Handlungsfeld Förderinfrastruktur steht Sachsen bundesweit an der Spitze. Stärken weist das sächsische Bildungssystem zudem bei der Schulqualität, den Ganztagsangeboten, der Bekämpfung von Bildungsarmut und den MINT-Qualifikationen auf. Das ist insbesondere den sächsischen Lehrerinnen und Lehrern zu verdanken, die trotz wachsenden Aufgabenpensums und Lehrermangels hervorragende Arbeit leisten. Wenn Sachsen seine Spitzenposition in den bildungspolitischen Handlungsfeldern verteidigen will, muss es im Wettbewerb um gut ausgebildete Lehrer bestehen können. Dazu sind attraktivitätssteigernde Maßnahmen notwendig, die den Standortnachteil der Nichtverbeamtung mindern.

Angesichts der hohen Seiteneinsteiger-Quote bei den Einstellungen zum Schuljahresstart 2017/2018 sieht der Sächsische Lehrerverband dringenden Handlungsbedarf in der Erhöhung der Attraktivität des Lehrerberufs in Sachsen. Denn darin liegt der Schlüssel zur Gewinnung qualifizierten Lehrernachwuchses sowie zur Erhaltung und Weiterentwicklung von Qualitätsstandards in der schulischen Bildung im Freistaat.

Bereits 2016 hatte der Sächsische Lehrerverband in den Verhandlungen mit der Staatsregierung Höhergruppierungsmöglichkeiten für Lehrkräfte in allen Schularten sowie eine verbesserte Eingruppierung von Grundschullehrern gefordert. Im „Lehrerpaket“ der Staatsregierung vom Oktober 2016 fehlten solche Maßnahmen gänzlich. Der Freistaat verliert im Wettbewerb um den Lehrernachwuchs zunehmend seine Konkurrenzfähigkeit. Höhere Einstiegsgehälter in den ersten zweieinhalb Dienstjahren genügen nicht. Der Lehrerberuf muss generell aufgewertet werden. Dazu zählen zweifelsfrei Aufstiegsmöglichkeiten in höhere Gehaltsgruppen (‚Entgeltgruppen‘). Damit werden Leistungen anerkannt und positive Signale an potentielle Bewerber gesendet.

Die Qualifizierung und Einarbeitung der Seiteneinsteiger ist eine große Herausforderung für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer. Trotzdem führen sie ihre Schüler professionell und engagiert zu herausragenden Leistungen – das bestätigt das Ergebnis des Bildungsmonitors. Im Gegenzug zur Bewältigung der anstehenden Aufgaben, wie der Qualifizierung von Seiteneinsteigern, der Ausbildung des Lehrernachwuchses, der Einarbeitung schulartfremder Kollegen und der Integration der Flüchtlingskinder, müssen an anderen Stellen Arbeitserleichterungen und Aufgabenreduzierungen erfolgen, die bereits mit dem Maßnahmenpaket der Staatsregierung angekündigt wurden. Der Lehrerhauptpersonalrat hatte dem SMK bereits im vergangenen Schuljahr eine Vielzahl von Vorschlägen unterbreitet.

Die Ergebnisse des INSM-Bildungsmonitors 2017 finden Sie hier: http://www.insm-bildungsmonitor.de/


11.08.2017
Die Qualifizierung der Seiteneinsteiger ist eine Herausforderung für unsere Schulen

Von den 1.388 Stellen wurden 720 mit Seiteneinsteigern besetzt. Sie verfügen also (noch) nicht über eine Lehrerausbildung und werden in ihren ersten Berufsjahren qualifiziert.

Erstmals erhalten sie in diesem Jahr eine dreimonatige Einstiegsqualifizierung bevor sie unterrichten. Damit wurde eine wichtige Forderung des SLV umgesetzt. Bereits zum 1.7.2017 haben 165 Seiteneinsteiger diese Vorab-Qualifizierung aufgenommen, über 400 weitere werden zum 1.9.2017 folgen. Diese Verzögerung ist einerseits dem notwendigen Auswahlverfahren im Zuge der Einstellungen und andererseits der Einhaltung von Kündigungsfristen beim vorherigen Arbeitgeber geschuldet. Die eigentliche berufsbegleitende Qualifizierung, die zu anerkannten und eingruppierungsrelevanten Lehramtsabschlüssen führt, beginnt erst in den Folgemonaten. Je nach vorhandenem Ausbildungsniveau und angestrebtem Lehramtsabschluss (Schulart) besteht diese berufsbegleitende Weiterbildung aus universitärem Studium und/oder Vorbereitungsdienst.

Nach der neuen Sächsischen Lehrkräfte-Arbeitszeitverordnung des SMK werden für die Dauer eines berufsbegleitenden Studiums, Vorbereitungsdienstes oder der „schulpraktischen Ausbildung“ Anrechnungsstunden gewährt. Auch Lehrerinnen und Lehrer, die in der Lehrerausbildung tätig sind, einschließlich der Betreuung bzw. Qualifikation von Seiteneinsteigern, erhalten dafür Anrechnungsstunden.

Aufgrund der Vorab-Qualifizierung stehen die neu eingestellten Seiteneinsteiger nicht sofort für den Unterricht zur Verfügung. Es wäre auch schwierig, deren Einstellung und damit die Qualifizierung noch weiter vorzuverlegen, da sich erst während des Einstellungsverfahrens herausstellt, wie viele der Bewerber mit Lehrerausbildung ein Angebot annehmen. Die Einstellungstermine 1. Februar und 1. August harmonieren mit der Beendigung des Vorbereitungsdienstes und diese Absolventen mit vollständiger Lehrerausbildung haben unter Berücksichtigung der fächerspezifischen Bedarfe natürlich den Vorzug.

Für die Schüler bedeutet das Fehlen der neuen Kolleginnen und Kollegen häufig vorübergehende Kürzungen in der Stundentafel. Wenn an bestimmten Schulen aufgrund unbesetzter Stellen Lehrer fehlen, wird sich der planmäßige Unterrichtsausfall erhöhen. Meist entscheiden die Schulen in eigener Verantwortung, in welchen Fächern und Klassenstufen Reduzierungen erfolgen. Auch wenn das mit Blick auf Abschlussklassen und bestimmte Fächer abgewogen wird, geht dennoch ein Stück Bildungsqualität verloren. Fehlende Lehrkräfte bedeuten immer auch eine Mehrbelastung für die Kolleginnen und Kollegen an diesen Schulen. Aufsichten und Vertretungsstunden konzentrieren sich auf weniger Beschäftigte. Bereits in den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 wurden über 67.000 Mehrarbeitsstunden durch ca. 9.000 Lehrkräfte geleistet.

Der hohe Anteil von Seiteneinsteigern und deren Einarbeitung sowie Qualifizierung sind eine große Herausforderung für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer. Deshalb fordert der Sächsische Lehrerverband, dass endlich Arbeitserleichterungen bzw. Aufgabenreduzierungen an anderen Stellen erfolgen müssen, die bereits mit dem Maßnahmenpaket der Staatsregierung im Oktober 2016 angekündigt wurden. Der Lehrer-Hauptpersonalrat hat dem Kultusministerium bereits im vergangenen Schuljahr dazu eine Vielzahl von Vorschlägen unterbreitet. In den nächsten Wochen müssen dazu weitere Verständigungen erfolgen und schnellstmöglich Maßnahmen umgesetzt werden, denn die Betreuung und Qualifizierung der Seiteneinsteiger ist eine zusätzliche Mammutaufgabe – im Gegenzug sind Entlastungen dringend notwendig!


04.08.2017
Einstellungen zu Schuljahresbeginn in Sachsen

Der Sächsische Lehrerverband fordert Entlastungen für Lehrkräfte aufgrund der Qualifizierung von Seiteneinsteigern, den Erhalt von fünf personalverwaltenden Stellen und eine bessere Bezahlung der Grundschullehrer/-innen.

Zum Start des Schuljahres 2017/2018 hat Sachsen fast 1.400 Lehrerstellen neu besetzt, aber über 50 Prozent mit Seiteneinsteigern, von denen weit über die Hälfte aufgrund ihrer Qualifizierung zum Schuljahresbeginn noch nicht zur Verfügung stehen. Mit einer Verbesserung auf dem Lehrerarbeitsmarkt und entspannteren Einstellungsverfahren ist nach Angaben des SMK in frühestens drei Jahren zu rechnen.

Der hohe Anteil von Seiteneinsteigern und deren Einarbeitung sowie Qualifizierung sind eine zusätzliche Mammutaufgabe für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer – im Gegenzug müssen Arbeitserleichterungen bzw. Aufgabenreduzierungen an anderen Stellen erfolgen. Dazu gehören nach Auffassung des SLV die Gewährung einer Klassenleiterstunde, weitere Anrechnungsstunden für zusätzliche Aufgaben und die Verringerung des bürokratischen Aufwands der Lehrkräfte durch Einsatz von Verwaltungsassistenten. Vereinfachungen bei der Erarbeitung von Integrationsplänen, Erstellung von Bildungsempfehlungen oder den Korrekturverfahren der Abschlussprüfungen sind ebenfalls geboten, um Lehrkräfte zu entlasten.

Die Besetzung von nahezu 1.400 Lehrerstellen war angesichts der Bewerberlage eine große Herausforderung für die fünf personalverwaltenden Stellen der Sächsischen Bildungsagentur. Den Mitarbeitern in diesen Behörden gebührt dafür eine hohe Anerkennung. Der Sächsische Lehrerverband plädiert für eine deutlich bessere Personalausstattung der Personalreferate in den Regionalstellen der SBA und lehnt Pläne ab, im Zuge der Etablierung des Landesamtes für Schule und Bildung die Zahl der personalverwaltenden Stellen im Freistaat zu reduzieren. Die Standorte in Bautzen, Chemnitz, Dresden, Leipzig und Zwickau müssen weiterhin erhalten bleiben. Die Leiter der fünf regionalen Standorte müssen auch künftig die Entscheidungskompetenzen für Schulaufsicht und Personalverwaltung aller Schularten in ihrem Bereich innehaben. Strukturreformen binden wertvolles Arbeitsvermögen. Wenn sich die Beschäftigten in der Schulverwaltung mit Strukturveränderungen befassen müssen, bleibt für die eigentlichen Aufgaben deutlich weniger Zeit. Das können wir uns in Zeiten des Lehrermangels nicht leisten

Für zusätzlichen Zündstoff sorgt die Eingruppierung der Grundschullehrer. Sie sind zwei Gehaltsgruppen niedriger eingruppiert als die Gymnasiallehrer, die zum Schuljahresstart an den Grundschulen ihre Tätigkeit aufnehmen werden. Dennoch obliegt ihnen die Aufgabe, schulartfremd ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen die spezifische Didaktik und Methodik für den Unterricht der Schulanfänger zu vermitteln. Die ungerechte Eingruppierung in Gehaltsgruppen wird zurecht für Unmut in den Lehrerzimmern sorgen. Die Verantwortung für diese Schieflage tragen aber nicht die jungen Lehrerinnen und Lehrer. Hier besteht dringender Handlungsbedarf für die Politik, Grundschullehrer besser zu bezahlen. Der Sächsische Lehrerverband fordert deshalb wiederholt eine bessere Eingruppierung der Grundschullehrer.


28.07.2017
Schuljahresstart in Vorbereitung

Der Sächsische Lehrerverband heißt alle neu eingestellten Lehrerinnen und Lehrer im Sächsischen Schulsystem willkommen! Egal, ob Sie Berufs- oder Seiteneinsteiger/-in sind – für Ihre neue verantwortungsvolle Tätigkeit wünschen wir Ihnen Gelassenheit, Ausdauer und Optimismus sowie gutes Gelingen bei der Erfüllung Ihrer umfangreichen Aufgabenbereiche.

Gleichzeitig begrüßen wir alle Lehramtsanwärter/-innen und Referendar/-innen, die am 1. August ihren Vorbereitungsdienst im sächsischen Schuldienst beginnen. Wir wünschen Ihnen für diese Ausbildungsphase viel Kraft und Erfolg sowie Spaß am Unterrichten.

Bei Fragen und Problemen stehen Ihnen die Ansprechpartner des SLV und die Lehrerbezirkspersonalräte gern beratend zur Seite. Die Kontaktdaten finden Sie hier.


21.07.2017
Fristablauf für Angleichungszulagen am 31. Juli! Antrag stellen!

Der Antrag auf eine Angleichungszulage kann nur noch bis zum 31. Juli 2017 gestellt werden (Ausschlussfrist) und wirkt auf den 1. August 2016 zurück.

In der Entgeltordnung-Lehrkräfte sind die Tätigkeitsmerkmale bzw. Entgeltgruppen gekennzeichnet, für die ab dem 1.8.2016 dieser Entgeltbestandteil von vorerst 30 Euro monatlich gezahlt und perspektivisch der Aufstieg in die nächsthöhere Entgeltgruppe erfolgt. Das betrifft z. B. Polytechniklehrer/-innen, Ein-Fach-Lehrer/-innen in EG 11, Oberschullehrer/-innen vor ihrer Höhergruppierung nach EG 13, Grundschullehrer/-innen, Fachlehrer/-innen und Lehrer/-innen im berufspraktischen Unterricht.

Für neu eingestellte Beschäftigte ab 1.8.2015 gilt die Tarifautomatik, also automatisch die Entgeltordnung – eine Antragstellung ist nicht notwendig.

Wer Fristen verpasst, wird leer ausgehen ...

Wir informieren Sie und beraten Sie auch ganz individuell. Fragen beantworten die SLV-Haupt- und Bezirkspersonalräte (Kontakt unter www.slv-online.de).


13.03.2017
Ergebnis der SLV-Mitgliederbefragung: Mitglieder stimmen Tarifabschluss zu

Mit einer herausragenden Mehrheit von 90 Prozent haben sich die Mitglieder des Sächsischen Lehrerverbandes für die Annahme des Tarifergebnisses ausgesprochen. Dabei gab es zwischen den Schularten nur minimale Abweichungen. Das zeugt von einem positiven Ergebnis für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer in allen Schularten. Mit dem Verhandlungsergebnis wurde ein guter Kompromiss bei der Verteilung des finanziellen Gesamtvolumens der Tarifeinigung zwischen den Berufsgruppen im öffentlichen Dienst erzielt.

Seit 2009 holt der Sächsische Lehrerverband in dieser Form zu den Ergebnissen der Einkommensrunden das Votum seiner Mitglieder ein. Die Zustimmung zu diesem Verhandlungsergebnis war die höchste, die bisher erzielt wurde. Direkt im Anschluss an die Tarifeinigung vom 17.02.2017 informierte der Sächsische Lehrerverband seine Mitglieder in einem Schreiben über die konkreten Inhalte der Tarifeinigung, die Hintergründe seines Zustandekommens und die spezifischen Auswirkungen für die sächsischen Lehrkräfte.

Ein „SLV-Spezial“ zu den detaillierten Ergebnissen der Tarifrunde wurde an alle Mitglieder des Sächsischen Lehrerverbandes sowie alle öffentlichen Schulen im Freistaat Sachsen versandt.


21.02.2017
Entgelttabellen und Entgeltsteigerungen 2017 und 2018

Die aktualisierten Entgelttabellen und Entgeltsteigerungen in den Jahren 2017 und 2018 finden Sie im internen Bereich.


15.12.2016
Tarifrunde 2017: Erfahrungsstufe 6 wird Hauptforderung der sächsischen Lehrkräfte

Die Einführung einer zusätzlichen Erfahrungsstufe 6 in der Entgelttabelle wird die entscheidende Forderung der sächsischen Lehrerinnen und Lehrer in der Tarifrunde 2017 sein. Die Verwirklichung der Stufe 6 in der Länder-Gehaltstabelle ist eine realistische Chance, das Einkommen der Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder, gerade auch im Lehrkräftebereich, aufzuwerten. Der dbb konnte bei den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen im Frühjahr 2016 die Stufe 6 nach 15 Dienstjahren in der Entgelttabelle des Bundes, analog der bereits bestehenden Tabelle im kommunalen Bereich, durchsetzen.

Die Bundestarifkommission des dbb beamtenbund und tarifunion, der auch sächsische Lehrerinnen und Lehrer angehören, hat am 14.12.2016 in Berlin die Forderungen zur Einkommensrunde 2017 für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder aufgestellt. Der dbb fordert für die lineare Erhöhung der Tabellenwerte, für die Einführung der Stufe 6 und für eine soziale Komponente eine Einkommenserhöhung von 6 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Damit soll die Lücke in der Bezahlung zu den anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes der Bundesrepublik Deutschland geschlossen werden.

Das Forderungspapier umfasst im Wesentlichen folgende Punkte:

–      Erhöhung der Tabellenentgelte (TV-L und TVÜ-Länder) um 6 Prozent, darin enthalten:
o   Einführung einer Stufe 6 ab EG 9
o   ein Mindestbetrag als soziale Komponente

–      Stufengleiche Höhergruppierung

–      Weiterentwicklung der Entgeltordnung für Lehrkräfte
o   Realisierung der „Paralleltabelle“
o   verbesserte Eingruppierung von 1-Fach-Lehrern und Fachlehrern
o   spezifische Eingruppierungsregelungen für sächsische Lehrkräfte

–      Auszubildende:
o   Erhöhung der Ausbildungsentgelte (TVA-L BBiG und Pflege) um 90 Euro
o   Erhöhung des Urlaubsanspruchs auf 30 Tage
o   Übernahme aller Ausbildungskosten durch den Arbeitgeber
o   Übernahme aller Auszubildenden

–      Zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des materiellen Gehalts der Tarifeinigung auf den Beamtenbereich

–      Weiterentwicklung der allgemeinen Entgeltordnung im Bereich der TdL

–      Ausschluss sachgrundloser Befristungen

Auftakt der Tarifrunde ist am 18. Januar 2017 in Berlin, danach sind weitere Verhandlungen am 30./31.01.2017 sowie 16./17.02.2017 in Potsdam terminiert.



weitere Infos zum Download:

- dbb_EKR_Tarifforderungen.pdf
- 2016-12-14_dbb_EKR-mitgliederinfo.pdf


10.02.2016
Tarifverhandlungen zur Altersteilzeit

Liebe Mitglieder, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

am 09. Februar 2016 wurden zwischen dem dbb, Spitzenorganisation des SLV, und dem Freistaat Sachsen Tarifverhandlungen zur Verlängerung der Altersteilzeit im Lehrkräftebereich aufgenommen. Der dbb wird bei den bevorstehenden Verhandlungen mit der Staatsregierung ein neues Gesamtpaket anstreben, das neben Altersteilzeit weitere Maßnahmen zur Gestaltung des Generationenwechsels enthält. 



weitere Infos zum Download:

- TV_ATZ_Infoblatt.pdf


24.08.2015
10. Grundschul- und Erziehertag des SLV am 26. September – Anmeldung noch möglich

Der 10. Grundschul- und Erziehertag des Sächsischen Lehrerverbandes findet am 26. September 2015 ab  09.00 Uhr im Riverboat Leipzig, statt. Im Fokus der Veranstaltung steht im diesen Jahr der richtige Umgang mit schwierigen Kindern und Eltern.

Frau Martina Meixner, staatlich anerkannte Heilpädagogin, Hochbegabtenpädagogin, Supervisorin und Mitglied der Europäischen Gesellschaft für Coaching, Klienting und Supervision wird in ihrem Vortrag unter anderem auf Ursachen und gesellschaftliche Bedingtheit von auffälligem Verhalten, Diagnosekriterien für die häufigsten Störungen und Präventions- und Interaktionsmöglichkeiten eingehen. Diese Schwerpunkte verknüpft sie mit praktischen Tipps und Tricks für Lehrer/-innen und Erzieher/-innen.

Ihr Fachverband der Grundschullehrer und der Sächsische Erzieherverband im SLV laden Sie herzlich ein. Den Anmeldecoupon finden Sie auf dem unten angefügten Plakat zur Veranstaltung.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!



weitere Infos zum Download:

- Grundschul- und Erziehertag 2015.pdf


25.04.2013
Sächsischer Beamtenbund ruft zum VI. Gewerkschaftstag am 26./27.04.2013

Ab morgen findet an zwei Tagen im Dresdener Quality Plaza Hotel der VI. Gewerkschaftstag des SBB Beamtenbund und Tarifunion Sachsen unter dem Motto „Wir machen Staat!“ statt. Neben der Bearbeitung der von den Mitgliedsverbänden gestellten Anträge steht die Wahl einer neuen Landesleitung an.

Am Sonnabend, dem 27. April, lädt der SBB zu einer öffentlichen Veranstaltung ein. Neben der Antrittsrede der/des neuen Landesvorsitzenden wird sich auch der vor kurzem neu gewählte Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt erstmals in Sachsen vorstellen.

Weitere Informationen unter www.sbb.de


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